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Eon streicht in Deutschland 6000 Jobs
Dreißig Konzernbetriebsräte aus ganz Deutschland hatte die Eon -Spitze zum vertraulichen Gespräch nach Düsseldorf gebeten. Dass es in der Zentrale schlechte Nachrichten geben würde, war den Arbeitnehmervertretern klar. Doch was sie dann von der Eon -Spitze erfuhren, übertraf ihre schlimmsten Erwartungen: Bis zu 6000 Jobs wolle der Konzern allein in Deutschland streichen, kündigte das Management nach Informationen der Süddeutschen Zeitung bei dem geheim gehaltenen Treffen an – deutlich mehr als bislang befürchtet.
Der Konzern macht in diesen Tagen ernst mit seinem angekündigten Stellenabbau. Das Unternehmen bekräftigte am Dienstag Pläne, weltweit bis zu 11 000 der insgesamt 80 000 Arbeitsplätze zu streichen. Doch offenbar gibt es intern längst Zweifel, ob das reicht, um die gesetzten Sparziele von 9,5 Milliarden Euro bis 2015 auch wirklich zu erreichen. Der Abbau könnte sogar noch größer ausfallen, verlautete am Dienstag aus Konzernkreisen.
Für Eon und die deutsche Energiewirtschaft brechen damit endgültig harte Zeiten an. Die Einschnitte bedeuten eine radikale Wende in der Konzernpolitik. Denn bis zum Jahresanfang galt der Konzern mit seiner noblen Zentrale in Düsseldorf noch als Garant für sichere Jobs und als deutsches Vorzeigeunternehmen auf dem Sprung in die Weltspitze. Die Börse bewertete Eon in den besten Zeiten mit rund 100 Milliarden Euro. In den vergangenen Monaten aber ist der Konzern tief gefallen. Der Börsenkurs stürzte um 30 Prozent. Denn Eon wird vom Atomausstieg und dem Preisverfall bei Erdgas gleich doppelt in die Zange genommen. Im einst sehr profitablen Gasgeschäft droht ein Milliardenverlust. Verhandlungen über Preisnachlässe mit dem mächtigen Lieferanten Gazprom blieben bislang erfolglos, die Konzerne gelten als tief zerstritten.
Nun macht der Konzern klar, was den Beschäftigten überall im Land blüht: Stellenstreichungen und das Aus für ganze Standorte. Auf Betriebsversammlungen informierten Vorstände in Essen, Hannover, München und Düsseldorf über die Inhalte des bislang unter Verschluss gehaltenen Umbauplans „ Eon 2.0“. Dem Papier der Unternehmensberatung McKinsey zufolge soll das Machtzentrum des Konzerns in Düsseldorf und Essen ausgebaut werden. Von anderen Standorten zieht sich der Konzern dagegen zurück. So gibt Eon bis Sommer 2012 seine bislang einflussreiche Tochter Eon Energie in München auf. Dies sagte Martin Cegla, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Tochter. Allein in München will Eon insgesamt 1000 bis 1500 Jobs aufgeben, am Standort Hannover weitere 500 bis 1000.
Damit droht die Auseinandersetzung mit den Gewerkschaften ausgerechnet in der entscheidenden Phase der Energiewende zu eskalieren. „Das werden wir uns nicht bieten lassen“, sagt ein führender Betriebsrat der Süddeutschen Zeitung. Die bei Eon dominierende Gewerkschaft Verdi kündigte am Dienstag an, dass sie sich dem Vorstandsdiktat nicht ohne Weiteres fügen wird. Sie verlangt einen Beschäftigungssicherungsvertrag. Von Ende November an will die Gewerkschaftsspitze mit Eon in Tarifverhandlungen über die Modalitäten des Umbaus verhandeln.
Auch die noch im Herbst als Befreiungsschlag gefeierte Internationalisierung von Eon gerät nun zur Unzeit ins Stocken. Eon -Chef Johannes Teyssen hatte sich in den vergangenen Wochen intensiv um einen Einstieg seines Unternehmens beim portugiesischen Versorger Energias de Portugal (EDP) bemüht, von dem sich der portugiesische Staat trennen will. Eon sei derzeit dennoch nicht in führender Position, verlautete am Dienstag jedoch aus Verhandlungskreisen. Zwei Konkurrenten hätten schlicht die besseren Angebote vorgelegt.
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