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o.A. 11. Auflage 2012 244 Seiten, kartoniert, zum Aufhängen ifb-Best.Nr.: 25-004 9.95 € |
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Leuchttürme gegen den Burn-out
Da ist zum Beispiel die Sparda-Bank in München. In einer Befragung der Arbeitnehmer hatte das Unternehmen ermittelt, dass die 48 Mitarbeiter am Service-Telefon besonders hohen Belastungen ausgesetzt waren. Sie klagten über Lautstärke, schlechte Arbeitsplätze und große Belastung. Das Unternehmen reagierte und führte in Zusammenarbeit mit der Betriebskrankenkasse Bahn ergonomische Übungen am Arbeitsplatz ein, sorgte für Telefongeräte mit besserem Schallschutz. Einmal im Monat trifft sich nun das Team und berät über Themen, die Zusammenarbeit und Organisation betreffen. Oder zum Beispiel das Jugendamt Nürnberg. Hier klagten die Beschäftigten über ihre belastende Tätigkeit in der Kinder- und Jugendhilfe, mangelnde Arbeitsorganisation und hoher Bürokratie. Die Verwaltung reagierte: Ein Seminar zur Prophylaxe von Burnout hilft nun den Mitarbeitern, ein Entspannungsraum wurde eingerichtet, die Büroräume wurden unter gesundheitlichen Aspekten renoviert und 15 neue Stellen geschaffen.
Beide Arbeitgeber sind Leuchttürme . So nämlich heißen die Betriebe oder Verwaltungen, die sich besonders um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter bemüht haben. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will an diesem Donnerstag insgesamt acht von ihnen auszeichnen. 150 hatten sich beworben.
Sie gelten dem Minister als Vorbild – denn immerhin hat das schwarz-gelbe Bündnis das Thema Prävention an die erste Stelle ihrer gesundheitspolitischen Vereinbarungen im Koalitionsvertrag gestellt. Eine Präventionsstrategie sollte entwickelt werden. Passiert ist bislang noch nicht viel. Das Vorhaben soll in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode umgesetzt werden. Auch mit einem Schwerpunkt auf die Arbeitswelt.
In der Finanzkrise haben es die Unternehmer erkannt: Gut ausgebildete Arbeitskräfte sind das Kapital eines jeden Betriebs. Statt sich schnell von ihnen zu trennen, setzen viele auf Kurzarbeit. Am Ende profitierten alle – die Betriebe, die ihre Fachkräfte behielten, und die Arbeitnehmer, die im Job bleiben konnten. Vieles spricht dafür, dass die Wertschätzung der Arbeitnehmer weiter wachsen wird. Das legt die erwartete Bevölkerungsentwicklung nahe. Weil die Deutschen weniger und älter werden, werden auch die Arbeitskräfte weniger und älter. Sind heute knapp 50 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter, werden es im Jahr 2030 noch 42 Millionen und 2060 nur noch 33 Millionen sein, heißt es im jüngsten Demographie-Bericht der Bundesregierung.
Da liegt es nahe, sich besonders um die Arbeitnehmer zu kümmern, ihre Motivation zu steigern und ihre Gesundheit. Zwar sinkt der Krankenstand seit Jahren, doch ändert sich die Art der Krankheiten zunehmend. Sie dauern länger an und werfen die Betroffenen damit länger aus dem Erwerbsleben. Schon bevor der Begriff „Burn-out“ Schule machte, zeigten die Statistiken der Krankenkassen eines deutlich: Der Anteil der psychischen Erkrankungen steigt beständig. Wurden 2004 bei 27,6 Prozent der Erkrankten eine entsprechende Diagnose gestellt, waren es 2009 schon über 31 Prozent.
Nach Darstellung des Robert-Koch-Instituts sind vor allem Frauen und Männer zwischen 50 und 60 Jahren betroffen. Wer einen niedrigeren Sozialstatus hat, leidet häufiger unter depressiven Erkrankungen und Ängsten als Personen mit einem höheren Status, die ein interessantes und erfülltes Arbeitsleben haben. Wer gesünder lebt, bekommt auch seltener Probleme mit der Seele.
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