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„Die intensivste und nachhaltigste Ausbildung, die ich je gemacht habe“

© AdobeStock | ijeab

Ideale Mischung aus Praxis und Theorie auf dem Weg zum zertifizierten Mediator

Konflikte gibt es in nahezu jedem Unternehmen. Umso besser, wenn es Mitarbeiter gibt, die diese professionell lösen können. Wie Betriebsrätin Marie-France Beuße, die sich beim ifb zur zertifizierten Mediatorin hat ausbilden lassen. Im Gespräch erzählt sie von konstruktiven Verhandlungsmethoden und ganz praktischen Effekten auf ihren Arbeitsalltag. Außerdem berichtet sie über unmittelbare Vorteile der Ausbildung für ihren Arbeitgeber und über eine tolle Ausbildungsgruppe, zu der sie noch immer Kontakt hält.

Stand:  10.1.2023
Lesezeit:  03:45 min
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Marie, Du hast im Jahr 2022 die Ausbildung zur Mediatorin abgeschlossen – wie kamst Du überhaupt dazu? 

Marie-France Beuße: Mein Betriebsratskollege und ich sind regelmäßig als Vermittler zu Konflikten gerufen worden. Ich habe beispielweise bereits eine Ausbildung zum NLP-Coach (Neuro-Linguistisches-Programmieren/Anm. d. Red.). Dadurch kann ich mich in einem Werkzeugkoffer an Tools bedienen, hab sonst vieles intuitiv gemacht. Tatsächlich war unser CFO bereits vor zwei Jahren Austausch mit unserem Betriebsratsvorsitzenden und hat dann den Vorschlag unterbreitet: „Die machen eh so viel, lass sie mal weiterbilden.“ Natürlich auch, weil wir ein paar Konflikte im Unternehmen hatten.

Bei Dir kam der Impuls zwar von Unternehmensseite, dennoch: Wodurch überzeuge ich meinen Arbeitgeber, Geld für eine Ausbildung ausgegeben?

Marie-France Beuße: Bei der Ausbildung zum Mediator geht es explizit darum, Konflikte im Unternehmen zu lösen. Und die gibt es ja ständig – zwischen Mitarbeitern, Mitarbeiter und Führungskraft oder auch zwischen Abteilungen. Will man im unternehmerischen Kontext etwas lösen, wird ganz schnell der Betriebsrat hinzu geholt …

ifb-Ausbildungen

Mit einer ifb-Ausbildung werden Sie zum gefragten Ansprechpartner in einem Themenbereich! Über mehrere Module erwerben Sie ein breites und fundiertes Hintergrundwissen. Eine Übersicht über alle Ausbildungen beim ifb:

  • Mitgestalter in Veränderungsprozessen
  • Mobbing- und Konfliktberater
  • Betrieblicher Suchtberater
  • Mediator
  • Betrieblicher Gesundheitsmanager
  • Berater für betriebliche Stress- und Burn-out-Prävention
  • Fachkraft innerbetriebliche Öffentlichkeitsarbeit
  • HR-Spezialist im Betriebsrat

 

… die Ausbildung hilft Dir also in der unmittelbaren Betriebsratspraxis?

Marie-France Beuße: Ist bei diesen Konflikten ein ausgebildeter Mediator dabei, ist das natürlich Gold wert. Ich löse mich in diesem Moment von meiner Betriebsrats- und Kollegenrolle und nutze die Ausbildung, beide Parteien zu überzeugen, dass ich die Richtige in der Situation bin. Ohne diese würden sicherlich viele sagen, dass sie einen Profi hinzuziehen möchten.

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Der Arbeitgeber investiert zwar in die Ausbildung, spart sich aber in Zukunft die Kosten eines externen Mediators.

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Dein Arbeitgeber hat also einen direkten Mehrwert dank Deiner Ausbildung?

Marie-France Beuße: Ganz genau! Zum einen ist da der Kostenvorteil. Er investiert zwar in die Ausbildung, spart sich aber in Zukunft die Kosten eines externen Mediators, wenn es so jemanden im eigenen Haus gibt. Zum anderen ist es immer sinnvoll, einen Betriebsrat im Gremium zu haben, der diese Ausbildung genossen hat. Man wurde sensibilisiert, wie Konflikte vermieden werden. Und klar, zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat gibt es natürlicherweise immer wieder Konflikte. Mein Kollege und ich können entsprechend eingreifen, wenn sich was zusammenbrodelt. Außerdem empfinde ich mich als eine Art „Good-Feel-Managerin“. (lacht)

Das klingt alles sehr harmonisch. Gibt es auch kritische Stimmen?

Marie-France Beuße: Ich verändere ja dadurch nicht meine Haltung. Es geht auch gar nicht darum, seine Position aufzugeben. In der Ausbildung haben wir Werkzeuge an die Hand bekommen, den Gegenüber zu verstehen. Warum ist der einen Partei ein bestimmter Punkt in der Betriebsvereinbarung so wichtig? Wie kommen wir zusammen? Unsere Verhandlungsmethoden sind viel konstruktiver, weniger destruktiv. Heißt aber nicht, dass wir irgendwie weichgewaschen wären.

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Entscheide ich mich für eine Ausbildung, ist das fast schon ein Bekenntnis.

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Eine mehrwöchige Ausbildung bedeuten Aufwand: Welche Vorteile sieht Du gegenüber Seminaren, die zumeist eine Woche oder kürzer dauern?

Marie-France Beuße: Entscheide ich mich für eine Ausbildung, ist das fast schon ein Bekenntnis. Dann möchte ich das Thema auch im Detail beherrschen. Ich will es lernen und mich in regelmäßigen Abständen darin „challengen“. Bei einem Seminar, etwa zum Datenschutz oder Wirtschaftswissen, geht es hingegen zunächst darum, eine Wissenslücke zu füllen. Und daher hierfür das sinnvollere Format.

Ist es neben Job und Betriebsratstätigkeit nicht eine zusätzliche Belastung?

Marie-France Beuße: Eigentlich gar nicht, weil ich mich immer darauf gefreut habe. Ich war hinterher auch nicht erschöpft. Das ist immer ein Indiz für mich, auf dem richtigen Weg zu sein. Bezüglich meiner Arbeit war es gut händelbar, mit den Arbeitskollegen hat die Abstimmung super funktioniert. Und von meiner Familie hatte ich die Rückendeckung, da habe ich generell Glück.

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Was wir für intensive Gespräche geführt haben – Wahnsinn! Deswegen ist es so wertvoll, sich immer wieder zu treffen.

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Praktische Übungen gehören bei ifb-Ausbildungen dazu.

© ifb

Hast Du noch Kontakt zu den anderen Teilnehmern, die ja über die gesamte Ausbildung immer die gleichen sind?

Marie-France Beuße: Nach einer Mediationsausbildung wird für die Zertifizierung eine sogenannte Supervision benötigt; hierfür haben wir uns direkt aus der Ausbildung gemeinsam angemeldet. Wir sind noch in engem Kontakt, schreiben uns regelmäßig, weil wir uns so gut kennengelernt haben. Was wir für intensive Gespräche geführt haben – Wahnsinn! Deswegen ist es so wertvoll, sich immer wieder zu treffen.

Was sind die Gründe, warum Ihr Euch so gut verstanden habt?

Marie-France Beuße: Wir waren eine sehr heterogene Gruppe mit einem Potpourri an Erfahrung. Wir konnten sehr gut arbeiten, wollten alle das Gleiche. Hatten einfach wahnsinniges Glück, auch die Abende waren eine so schöne Zeit. Sind nach einem Tag voller Lernen gemeinsam Fahrrad gefahren oder saßen am Fluss – etwas ganz Besonderes. Es lag sicherlich auch an der Referentenauswahl und der tollen Seminarleitung, mit der ich noch immer in Kontakt bin.

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Mediation spielt eigentlich in jeder Berufssparte eine Rolle, so dass das Thema im Grunde für jeden geeignet ist.

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Für wen ist denn eine solche Ausbildung, in Deinem Fall die zur Mediatorin, geeignet?

Marie-France Beuße: Man sollte sich schon für Menschen interessieren, für die Geheimnisse hinter den Personen und deren Positionen. Und Interesse daran haben, Dinge im zwischenmenschlichen Austausch zu verstehen. Ansonsten spielt Mediation eigentlich in jeder Berufssparte eine Rolle, so dass das Thema im Grunde für jeden geeignet ist.

Klingt fast so, als wäre es nicht Deine letzte Ausbildung gewesen.

Marie-France Beuße: Es war tatsächlich die intensivste und nachhaltigste Ausbildung, die ich je gemacht habe. Und ich bin immer offen, bin eher der Typ, der sich zu viel aufhalst. Allerdings stehen durch die neuen Aufsichtsratstätigkeit erstmal schwerpunktbezogene Seminare in Sachen Wirtschaftswissen an. (tis)

Marie-France Beuße | © Ottobock SE & Co. KGaA

Marie-France Beuße

Marie-France Beuße ist seit rund zehn Jahren in der Personalabteilung bei der Ottobock SE & Co. KGaA in Duderstadt tätig, einem führenden Unternehmen in der Orthopädietechnik – allen voran in der Exoprothetik. Sie ist seit fünf Jahren im Betriebsrat und wurde 2022 als Arbeitnehmervertreterin in den Aufsichtsrat gewählt. Am Standort Duderstadt arbeiten derzeit rund 1.600 Menschen, weltweit sind knapp 9.000 Mitarbeiter bei Ottobock beschäftigt.

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