Rufbereitschaft

  • Hallo ! Ich bin in einer Klinik im OP tätig. Ich habe eine Frage bezüglich meiner "Rufbereitschaft".
    Mein Arbeitgeber verlangt das ich am Wochenende, an dem ich Rufbereitschaft (eigentlich)für meinen Funktionsdienst OP habe, in einem fremden Bereich arbeiten gehen soll. Falls aber eine OP laufen müsste soll ich natürlich in meinen Bereich, ansonsten soll ich aber von morgens bis nachmittags/abends arbeiten gehen in dem anderen Bereich.
    Wie verhält sich das zum Thema Rufbereitschaft??
    Bin ich weil ich Rufbereitschaft habe dazu verpflichtet in jeder Abteilung im Haus Löcher zu stopfen?
    Ich hoffe jemand kann mir weiterhelfen!
    Mfg Joy

  • Hallo Joy0001, wir tasten uns mal langsam heran. Zunächst braucht es noch ein paar Infos, welchen TV unterliegt ihr? ( TVÖD ? ) Ist ein BR vorhanden ? Gibt es Betriebsvereinbarungen zu diesem Thema bei euch? Ist dir der Unterschied zwischen Rufbereitschaft ( du bist ausserhalb deiner Arbeitsstätte und nimmst nach Aufforderung deine Arbeit innerhalb einer festgesetzten Zeit auf)und Bereitschaftsdienst ( du bist bereits an deiner Arbeitsstätte)bekannt?

    Für mich klingt es im Moment so als wenn du das gerade verwechselst.

  • Hallo Joy0001

    was du hier beschreibst, klinkt mir sehr verdächtig nach einer Springerfunktion für den Wochenenddienst.

    Das sollte gesondert geregelt werden, denn man kann bekanntlich nur einem Herren dienen um sich nicht den Zorn beider Bereiche auszusetzen.

    Wie Gethse schon beschreibt sind Bereitschaft und Rufbereitschaft deutlich unterschiedlich nicht nur in deinem persönlichen Aufenthaltsort bis dein Einsatz kommt, sondern auch in der Vergütung.

    Das Leben ist Veränderung

    Starte dort, wo du stehst!

    Aber versuche jeden Tag einen neuen Startpunkt zu finden!
    Benutze das, was du hast!

    Aber versuche jeden Tag etwas neues zu benutzen!
    Tu das, was du kannst!

    Aber versuche jeden Tag etwas mehr zu tun!

  • Hallo!
    Also wir unterliegen dem TV-L. Den Betriebsrat werde ich morgen kontaktieren, an Infos wie z.B. Betriebsvereinbarungen usw. bezüglich der Rufbereitschaft zu kommen ist relativ schwierig weil niemand wirklich Bescheid weiß. Ich habe leider nichts verwechselt, wir haben am Wochenende eigentlich nur Rufbereitschaft! Deswegen hinterfrage ich die ganze Situation. Es kommt seit ca 3 Wochen regelhaft vor das jemand aus dem Rufdienst auf Stationen aushelfen gehen muss... bereits geplant, schon eigentlich nicht mehr als Notsituation zu bewerten oder? Wie wird es denn vergütet wenn ich auf Station arbeite, währenddessen Aber bereit sein soll falls eine Op wäre und nach der Schicht auf Station dann weiter von Zuhause meine normale Rufbereitschaft mache?

    Vielen Dank

  • Hallo,

    Rufbereitschaften und geplantes Erbringen von Arbeitsleistung schließen sich m.E. gegenseitig aus. Insofern meine ich, diese Weisung des AG kann so nicht rechtmäßig sein. Hier sollte der BR einschreiten, und als AN müsste man ggf. der Weisung unter Vorbehalt der rechtlichen Überprüfung Folge leisten.

    Grüsse Winfried

  • Ojee Ojee, typisches Bsp für unser Gesundheitssystem und das aussnutzen von harmlosen und scheinbar uninteressierten Betriebsräten.Ich gehe mal davon aus das es bei euch so zur Gewohnheit wird? Denn wenn es lediglich darum geht Krankheitswellen im Pflegepersonal abzufangen lohnt sich die Aufregung nicht, dann müsst ihr die 3-4 Wochen durch. Die Kröte musst du erst mal schlucken, du kannst nur auf die Zukunft wirken. Auf keinen Fall auf die Idee kommen und Dienste bzw das Stationarbeiten ablehnen. Für Kliniken gelten andere Regeln als in der Industrie. Hier ist es sehr wohl möglich bei personellen Engpässen bedeutend länger zu arbeiten als es das Arbeitszeitgesetz oder Arbeitsschutzgesetz vorsieht.(Thema Patientenversorgung in Notlagen)

    Hallo erst mal, ich hoffe der Link funktioniert

    http://www.tarifvertragoed.de/…enst/tv_l/tv_l_paragraf_8

    hier findest du schon mal Antworten zur Frage der Vergütung, geh umgehend zu euren BR und gebe den Auftrag der Prüfung eurer Dienstpläne. Informiere parralel eure Pflegedienstleitung.Schau genau auf deine Stundenabrechnung, denn wie du im Link siehst,muss der AG dich trotz "geplanten" Einsatz so vergüten,als ob du von zuhause gerufen worden wärest. Nur so hast du die Möglichkeit der Sache einhalt zu bieten. Winfried sieht das schon richtig, und wenn du dir die Mühe machst euren TV mal zu leen, siehst du wo und wie Grenzen sind.

    PS: Also tret den BRs mal auf die Füße und verlange Rückmeldung binnen 1 Woche, habt ihr kein Intranet wo alle Betriebsvereinbarungen usw für jeden einsehbar sind?

    PS die zweite: ihr seid nicht die einzigste Klinik wo so etwas passiert, leider

  • Hallo.

    Sorry, dass ich so deutlich werde, aber diese Einlassung hier...

    Zitat von Gethse:

    Für Kliniken gelten andere Regeln als in der Industrie. Hier ist es sehr wohl möglich bei personellen Engpässen bedeutend länger zu arbeiten als es das Arbeitszeitgesetz oder Arbeitsschutzgesetz vorsieht.(Thema Patientenversorgung in Notlagen)

    ...ist schlichterdings Quatsch. Das ArbZG gilt uneingeschränkt auch im Gesundheitswesen bzw. in Kliniken. Eine Verlängerung der ArbZ über die Höchstgrenzen hinaus bzw. eine Verkürzung der Ruhezeit unter die Mindestgrenzen ist auch in der Klinik nicht statthaft, auch nicht bei personellen Engpässen.

    Die üblichen Personalengpässe sind kein Notfall gemäß § 14 ArbZG, sondern ein Organisationsversagen des AG. Ein Notfall ist ein für ein Betrieb nachteiliges, ungewöhnliches, unvorhergesehenes und plötzlich eintretendes Ereignis, das die Gefahr eines unverhältnismäßigen Schadens mit sich bringt. Außergewöhnliche Fälle sind besondere Situationen, die weder regelmäßig eintreten noch rechtzeitig vorhersehbar sind und die Gefahr von Schäden mit sich bringen. Das wäre z.B. eine unvorhersehbare Grippewelle, die die Zahl der PatientInnen erhöht, aber auch zu deutlicdh erhöhten AU-Zahlen in der Belegschaft führt. Oder z.B. ein Terroranschlag mit vielen Opfern, die einen deutlich erhöhten Aufwand in den umliegenden Krankenhäusern mit sich bringen.

    Und somit stimmt auch dier hier...

    Zitat von Gethse:

    Denn wenn es lediglich darum geht Krankheitswellen im Pflegepersonal abzufangen lohnt sich die Aufregung nicht, dann müsst ihr die 3-4 Wochen durch.

    ...so nicht.

    Grüsse Winfried

  • Hallo,

    hier mein Senf dazu:

    Ich arbeite zwar nicht in einer Klinik, aber in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung, also auch im sozialen Bereich.

    Meiner Erfahrung nach ist das "soziale Gewissen" in solchen Berufen ausgeprägter als z. B. in der Industrie (dort habe ich vorher gearbeitet).

    Soll heißen, die KollegInnen lassen sich bei uns viel leichter dazu hinreißen, geltendes Arbeitszeit-Recht zu ignorieren, weil es um Menschen geht.

    Selbstverständlich ist es irgendwo Versagen der AG, dass die Personaldecke dauerhaft dünn ist.

    Andererseits kann mein AG nicht nach Lust und Laune Personal einstellen, weil es nicht von den Kostenträgern refinanziert wird; ich wage hier von Versagen der Politik zu sprechen...

    Bei uns im Pflegebereich ist der Anteil an Teilzeit-MAn sehr hoch, d.h. wenn eine Kollegin krank ist/Urlaub hat/Stunden abfeiert, übernimmt jemand anders (auch in TZ) den Dienst und baut somit wieder haufenweise Stunden auf, die wieder abgefeiert werden. Ein Teufelskreis.

    Der AG reibt sich die Hände, weil er sieht: es läuft, sogar ohne ausdrückliche Anordnung von Mehrarbeit.

    Der große Privatisierungs-Trend gerade bei Kliniken in den letzten Jahren verstärkt das Problem noch.

    Da wird getrickst mit Leiharbeit, externen Dienstleistern usw., Tarifverträge werden so umgangen, BR-Mitbestimmung oft ausgehebelt, die AN haben Angst um ihren Job, weil sie selbstverständlich nur befristet eingestellt werden.

    Da neigt man schon mal dazu, die Klappe zu halten und das Spielchen mit zu machen.

    Ich könnte mich noch ewig auslassen...

    Schönes Wochenende!

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen