BR-Gründung bei Verwandtschaft zum AG

  • Es ist mal wieder großes Kino angesagt... ;)

    Ein Bekannter ist bei seinem Schwiegervater beschäftigt und möchte trotzdem (oder eher gerade deshalb) einen 3-köpfigen BR gründen bzw. sich zur Wahl aufstellen lassen und hat auch Interesse am Amt des BRV.

    § 5 (2) BetrVG sagt:

    Als Arbeitnehmer im Sinne dieses Gesetzes gelten nicht der Ehegatte, der Lebenspartner, Verwandte und Verschwägerte ersten Grades, die in häuslicher Gemeinschaft mit dem Arbeitgeber leben.

    Er lebt nicht in häuslicher Gemeinschaft mit dem Schwiegervater und könnte m.E. daher zum BR kandidieren. Seinen AG-Schwiegervater hasst er ebenso innig, wie er seine Frau liebt, daher sehe ich einen Interessenkonflikt vorprogrammiert. Hat jemand Erfahrung mit so einer Situation?

    edit: Normalerweise bin ich immer bei BR-Gründungen gerne behilflich, aber diesen einen Fall sehe ich sehr skeptisch. Zum Konflikt auf der persönlichen und beruflichen Ebene käme noch der auf BR-Ebene hinzu und Auslöser für BR-Arbeit sollten Interesse an betrieblicher Mitbestimmung, aber nicht persönliche Antipathie sein. Auf meinen Vorschlag, die Sache zwar anzustoßen, aber andere machen zu lassen, hat er abweisend reagiert. Ich denke, dass dies ein Thread wird, in dem man nicht mit Paragraphen, sondern Psychologie argumentiert...

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Zitat von Der Mann mit der Ledertasche

    Ich denke, dass dies ein Thread wird, in dem man nicht mit Paragraphen, sondern Psychologie argumentiert...

    Hallo DMmdL,

    das BetrVG ist doch wohl eindeutig und der Schwiegersohn hat jedes Recht der Welt, eine BR-Wahl zu initiieren.

    Ob er dann tatsächlich als ordentliches BRM gewählt wird, sollte man seinen KollegInnen überlassen.
    Und falls er als BRM gewählt wird, sollte man wiederum darauf vertrauen, dass die BRM ebenfalls die für sie richtige Entscheidung bzgl. der Wahl des BRV/stellv. BRV treffen.

    Man kann & sollte seine Bedenken äußern, aber damit sollte es auch gut sein.

    Gruß
    Kokomiko

  • Hallo Koko,

    dass er das Recht dazu hat, steht natürlich außer Frage. Deshalb ging die Frage auch nicht in Richtung "darf er", sondern "sollte er"? Ich hätte für eine BR-Gründung jedenfalls nicht den Preis bezahlt, dass meine Frau sich möglicherweise eines Tages zwischen mir und ihrem Vater entscheiden muß...:(

    Aber du hast Recht. Meine Bedenken habe ich geäußert und einen Alternativweg vorgeschlagen. Mehr kann ich nicht tun. Dann hoffe ich mal, dass seine Kolleg/innen den Verstand haben, der ihm m.E. in dieser Angelegenheit fehlt. :cry:

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen