Verhalten des AG bei Betriebsratsgründung

  • Hallo,
    wir sind ein kleine Druckerei mit 45 MA. Da sich die Auftragslage zunehmend verschlechtert, möchten wir unsere Zukunft mitgestalten. Wir vermuten jedoch große Widerstände unseres AGs, da er sich noch nie wirklich für die Meinung seiner MA interessiert hat. Unsere Frage nun ist, was sind typische 'Massnahmen', die ein AG einleitet , um die Gründung eines BR zu verhindern. Bei welchen dieser Maßnahmen müssen wir uns besonders vorsehen, da sie sehr effektiv sind und uns in unserem Vorhaben besonders stark hindern können?

    Viele Dank vorab, viele Fragen haben wir schon durch das Forum klären können.

  • Hallo Jan Georg,

    es gibt durchaus fiese Aktionen, die ein AG aus dem Hut zaubern könnte; eine beispielhafte Auflistung findest Du hier.

    Extrem wichtig wäre für mich, dass sich drei gründungswillige KollegInnen zu 100% aufeinander verlassen können. Bevor nicht offiziell zur Wahlversammlung zwecks Wahl des Wahlvorstands eingeladen wurde, sollte der AG von diesen Bestrebungen möglichst nichts mitbekommen!!!
    Erst mit Aushang der Einladung fallen die drei Initiatoren (Unterschreiber der Einladung) unter den Sonderkündigungsschutz des § 15 Abs.3a KSchG!

    Falls Ihr gewerkschaftlich organisiert seid, solltet ihr vorab erstmal die zuständige Gewerkschaft ansprechen, ob die eine BR-Wahl unterstützen und z.B. zur Wahlversammlung einladen würde.

    Prinzipiell sollte bereits mit Einladung zur Wahl des Wahlvorstands darauf geachtet werden, dass die gesetzlichen Bestimmungen strikt eingehalten werden!
    Ein AG, dem die Wahl eines BR missfällt, wird vermutlich peinlich genau auf mögliche Fehler achten, die ihn zur Anfechtung der Wahl berechtigen würden!

    Was es zu beachten gibt, ist diesem Handlungsleitfaden zu entnehmen (bei Euch greift das zweistufige vereinfachte Wahlverfahren).

    Gruß
    Kokomiko

  • Zitat von Kokomiko

    Prinzipiell sollte bereits mit Einladung zur Wahl des Wahlvorstands darauf geachtet werden, dass die gesetzlichen Bestimmungen strikt eingehalten werden! Ein AG, dem die Wahl eines BR missfällt, wird vermutlich peinlich genau auf mögliche Fehler achten, die ihn zur Anfechtung der Wahl berechtigen würden!

    Hallo,

    ergänzend : Selbst wenn der AG, oder mindestens 3 wahlberechtigte Arbeitnehmer die Wahl nach §19 BetrVG anfechten würden, bleibt der BR während des laufenden Wahlanfechtungsverfahren mit all seinen Rechten und Pflichten im Amt. Grundsätzlich solltet Ihr aber so vorgehen, wie Kokomiko es empfohlen hat.

  • Und sollte die Wahlanfechtung tatsächlich erfolgreich sein, hindert Euch niemand daran bei der erneuten Wahl erneut zu kandidieren (und durch einen Fehler bei der Durchführung der Wahl, ändert sich der Wählerwille meistens nicht...).

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen