Gründung eines BR bei ca. 900 Beschäftigten

  • Hallo zusammen, ich bin in einem inhabergeführten Familienunternehmen (Gmbh & Co.KG) beschäftig, dass Weltweit 18 Standorte besitzt.

    Am Standort DE gibt es schätzungsweise 900 Beschäftigte und es gab noch nie einen BR. Einen Versuch, vor vielen Jahren wurde vom AG im Keime erstickt und seit dem wagt sich niemand mehr an das Thema ran.

    Hinter vorgehaltener Hand gibt es viele Stimmen die sagen "Wenn wir einen BR hätten kömmte der AG nicht so vorgehen." Von der AG Seite gibt es eine große Ablähnung für einen Betriebsrat, dass sich auf die Belegschaft mit Angst und Schrecken niederschlägt.

    Zum Glück gibt es Kollegen die den Gedanken "Gründung BR" offen gegenüberstehen und eventuell auch für eine Wahl bereit stünden.

    Meine Frage:

    Wie kann man die Gründung soweit voran treiben, dass meine Kollegen und ich nicht im Vorfeld entlassen oder de­nun­zie­rt werden? Das schlimmst was passieren kann man steht zum Schluß alleine da.

    Mit besten Grüßen

  • Hallo Platon,

    es fängt im kleinen an.

    Zuerst stellt sich die Frage, wieviel Beschäftigte seit ihr in eurem Betrieb. 900 am Standort Deutschland kann ja bedeuten es gibt 50 Kleinbetriebe mit jeweil 18 Arbeitnehmer, und damit ggf. 50 kleinbetriebsräte zu je einem BR.

    meine Emfehlung:

    die Hand Voll Mitarbeiter, die es gibt, werden Mitglied in der zuständigen DGB Gewerkschaft, hiervon bekommt der Arbeitgeber auch nichts mit, und werden dort vorstellig.

    ich stelle mir vor, es geht um einen IT-Dienstleister, dann weis ich, dass z.B. in NRW in den Verwatungsstellen der IGMetall genau hierfür Sekrätere abgestellt sind, die eine Erstbetreuung für diese Dienstleister durchführen. Für Gespräche zur Verfügung stehen und auch erläutern können, wie BR Wahl durchführbar ist.

    SAP hat auch einige Zeit gebraucht, bis der Hopp verstanden hat, dass es ohne nicht geht ;).

    Gruß

    Rabauke

  • Hallo Platon,

    Euer AG muß einen BR nicht mögen. Aber er hat ihn zu akzeptieren.

    Du brauchst zunächst mal 2 vertrauenswürdige Kolleg/innen, die die Kunst des Klappe haltens beherrschen. Ihr 3 wendet euch vertrauensvoll an die zuständige Gewerkschaft und ladet zur Wahl des Wahlvorstandes ein. Ab diesem Moment habt ihr besonderen Kündigungsschutz. Taktisch sinnvoll wäre es natürlich, wenn ihr auch als BR kandidiert.

    Ein nützlicher Link vom ifb:

    https://www.brwahl.de/de/betri…gsschutz-betriebsratswahl

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Hallo Platon,

    es fängt im kleinen an.

    Zuerst stellt sich die Frage, wieviel Beschäftigte seit ihr in eurem Betrieb. 900 am Standort Deutschland kann ja bedeuten es gibt 50 Kleinbetriebe mit jeweil 18 Arbeitnehmer, und damit ggf. 50 kleinbetriebsräte zu je einem BR.

    meine Emfehlung:

    die Hand Voll Mitarbeiter, die es gibt, werden Mitglied in der zuständigen DGB Gewerkschaft, hiervon bekommt der Arbeitgeber auch nichts mit, und werden dort vorstellig.

    ich stelle mir vor, es geht um einen IT-Dienstleister, dann weis ich, dass z.B. in NRW in den Verwatungsstellen der IGMetall genau hierfür Sekrätere abgestellt sind, die eine Erstbetreuung für diese Dienstleister durchführen. Für Gespräche zur Verfügung stehen und auch erläutern können, wie BR Wahl durchführbar ist.

    SAP hat auch einige Zeit gebraucht, bis der Hopp verstanden hat, dass es ohne nicht geht ;).

    Gruß

    Rabauke [/QUOTE]

  • Das Zitieren muss ich noch üben:lol:

    • Es handelt sich um einen Standort in Bayern der für die Automobilindustrie liefert.

    Wir haben uns mit der Gewerkschaft in Verbindung gesetzt, das läuft schon mal.

    Meine Bedenken sind folgende: 3 MA rufen zur Betriebsversammung auf. Der AG geht dagengen vorgeht und streut gerüchte, z.B.diejenigen die da hin gehen werden gemerkt und bei der nächsten Gelegenheit entlassen!

    • Was machen wir wenn keiner oder nur sehr wenige zur BR-Gründung vorbeischauen?
    • Ist dann der ganze Versuch wieder einmal hinfällig?
    • Wie ruft man das erste mal eine Betriebratversammung aus?

    Liebe Grüße Platon

  • Zitat von Platon

    Der AG geht dagengen vorgeht und streut gerüchte, z.B.diejenigen die da hin gehen werden gemerkt und bei der nächsten Gelegenheit entlassen!

    Da sollte der AG sich nicht bei kriegen lassen, das wäre ein Fall von strafbarer Behinderung der BR-Arbeit.

    Zitat von Platon

    Was machen wir wenn keiner oder nur sehr wenige zur BR-Gründung vorbeischauen?

    Keiner dürfte nicht passieren, weil ja mindestens mal die drei Organisatoren da sein sollten.

    Und um das zu verhindern (also dass das irgendeinen Einfluss hat), sieht der Gesetzgeber hier keinerlei Quote/Mindestbeteiligung vor. Dann wählen halt die paar "Hansel" die da sind den Wahlvorstand. Punkt!

    Zitat von Platon

    Ist dann der ganze Versuch wieder einmal hinfällig?

    s.o. Nein

    Zitat von Platon

    Wie ruft man das erste mal eine Betriebratversammung aus?

    Hier ist mir gerade nicht klar, was du meinst. Eine Betriebsversammlung zwecks Wahl eines Wahlvorstandes gem. § 17 BetrVG? Siehe Absatz 3 des §. Und im Absatz 4 findest du auch noch den Plan B, falls es zu keiner Betriebsversammlung kommt.

    Solltest du etwas anderes gemeint haben, bitte noch mal schreiben.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Hallo Platon,

    Deine Erfahrungen machen wir aktuell ähnlich durch.

    Alle Formulare und nötigen Informationen bekommst Du hier:

    https://www.brwahl.de/de/betri…iebsrat-gruenden-so-gehts

    Wende Dich vertrauensvoll telefonisch oder per Email an die Ansprechpartner. Das hilft wirklich sehr.

    Meinen Vorschlag an Dich:

    a) finde 2 vertrauenswürdige Kollegen, die zu einer Betriebsversammlung zur Wahl des Wahlvorstandes einladenden (Hast Du schon!). Diese Einladende (Initiatoren) genießen mit dem ersten Aushang in der Zentrale oder an einem Standord sofort Sonderkündigungsschuzt. Diese beiden sollten am besten auch in der Gewerkschaft sein, die Euch unterstützt.

    b) Die Einladung im Intranet oder per Aushang veröffentlichen. Das Formular von ifb enthält alle nötigen Informationen, um die Einladung rechtssicher zu formulieren.

    c) Es ist tatsächlich wie ein Hürdenlauf. Ihr müsst eine Hürde nach der anderen nehmen. Als nächstes steht die Betriebsversammlung selbst zur Wahl des Wahlvorstands. Meine Fragen und Ablauf dazu in meinem Beitrag.

    d) Der Wahlvorstand selbst hat Anspruch auf eine Schulung. Darin lernt Ihr, die wahlen zum Betriebsrat rechtssicher und ordnungsgemäß durchzuführen

    Viel Erfolg! - lass Euch nicht entmutigen!

  • Zitat von Inirimi

    Die Einladung im Intranet oder per Aushang veröffentlichen.

    Vorsicht mit dem Intranet. Abgesehen mal von der technischen Dimension (kann da überhaupt jeder Dinge drin veröffentlichen?) ist die Frage: hat da auch jeder Zugriff drauf?

    (Das BAG hat schon 2003 entschieden, dass es nicht ausreichend ist, wenn von 59 AN nur 52 eine E-Mail-Adresse haben.)

    Deswegen würde ich immer den Aushang empfehlen.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen