Gründung Betriebsrat

  • Hallo,

    prima, daß ich auf diese Seite gefunden habe :D

    Mein / Unser Problem. In unserer Firma geht es nach unserem Geschmack nicht mehr normal zu.

    Beispiel:

    jeder Arbeitnehmer hat im neuen Vertrag stehen, daß er 10 Überstunden bei Bedarf zu machen hat ( der Bedarf bestand vom ersten Tag an :(

    er werden in der Regel bis zu 30 im Monat !!!

    ab 18.30 Uhr werden interene Schulungn abgehalten - bis 19.30 keine Seltenheit, alles unbezahlt....


    Uns reicht es - wir haben mehr als 10 Mann im Betrieb und einige schreien nach einem BR , keiner will es aber machen. ich überlege , es zu tun.

    Wie geht man nun vor ? und was sagen Sie zu den o.a. Zuständen .

    Auf eine Antwort freut sich TROLLO

  • Hallo Trollo,

    ganz kurz zum Vorgehen bzgl. Wahl des BR:

    Ihr wählt nach § 14a BetrVG:
    a) Einberufung einer Wahlversammlung, auf der der Wahlvorstand gewählt wird
    b) 2. Wahlversammlung, auf der der Betriebsrat gewählt wird.

    Ihr solltet nach Möglichkeit mindestens 2 Kandidaten haben (damit ein Ersatz gestellt werden kann), besser wären natürlich 3 oder mehr.

    Weiterhin ist § 17 BetrVG wichtig: Nach Abs. 3 können 3 wahlberechtigte AN oder die Gewerkschaft zu einer Betr.versammlung einladen, um den WV zu bestellen. (Wenn es keinen GBR oder KBR gibt - wovon ich mal ausgehe).

    Zu Deinen "Zuständen":
    Jede Leistung erhält eine Gegenleistung - es sei denn, es ist etwas anderes vereinbart. Aber: jeder einzelne AN müsste gegen den AG vorgehen.
    Mit dem BR hättet Ihr dann die Möglichkeit, BV's (z.B. über Vergütung und Leistung von Mehrarbeiten) abzuschließen und dann könnte der BR auf Einhaltung der BV klagen, wenn der AG sich nicht daran hält.

  • trollo,

    Ihr solltet die Gewekschaft "mit ins Boot holen".

    Bereits bei der Vorbereitung der Wahl kann man viele Fehler machen die einen dann möglicherweise den Job kosten.
    Versucht das nicht ohne professionelle Hilfe!

  • Hallo,

    die beschrieben Zustände sind natürlich nicht rechtens. Wenn der AG z.B. zu Schulungen verpflichtet, muß er diese auch als Arbeitszeit vergüten. Überstunden darf er nur im Rahmen des Arbeitsvertrages und der gesetzlichen Regeln anordnen - steht im Arbeitsvertrag 10, dann dürfen es keine 30 sein. Er hat die Überstunden zu bezahlen.

    Usw. usf. Aber: "Wo kein Kläger, da kein Richter." D.h. wenn man dagegen nicht vorgeht, wird der AG das weiter machen.

    BR-Gründung wäre also wichtig, ich würde zur Unterstützung die Gewerkschaft ins Boot holen. Entsprechende §§ wurden hier schon gepostet. Mindestens 2 KandidatInnen wäre gut, es geht natürlich auch mit nur 1.

    Grüsse Winfried

  • Bei uns hat sich vieles unmittelbar mit der Betriebsratswahl verbessert. Die Betriebsratsgründung ganz sicher auch für Euch das richtige Mittel.

    Zur Wahl:

    1. Das mit der Gewerkschaft ist richtig. Ohne Profis kann die Sache schnell heikel werden. Da gibt es einfach zu viele Fallen in die man laufen kann. Die Gewerkschaften haben für sowas Fachleute die sich auskennen und dann auch ständig für Euch erreichbar sind.

    2. Die Namen der Berfürworter und Initiatoren sollten dem Arbeitgeber nicht vor der Wahl bekannt werden! Es ist so, dass viele Arbeitgeber sich mit dem Thema nicht auskennen und das schlimmste befürchten. Die neigen dann dazu schon vor der Wahl Fronten aufzubauen, die sich nach der Wahl nur schwer überwinden lassen.

    3. Über die Mehrheiten im klaren sein. Da es sich um einen sehr kleinen Betrieb handelt wird Euer Chef, wenn er redegewandt ist und Zugeständnisse macht, einige Mitarbeiter dazu bewegen können eine Betriebsratsgründung abzulehnen. Ihr braucht keine Mehrheit um einen Betriebsrat zu errichen, allerdings ist es dennoch wichtig, dass die Kollegen auch hinter Ihnrem Vertreter stehen. Das musst Du in ständigen Gesprächen sicherstellen.

    Ansonsten ist das bereits beschriebene Prozedere soweit richtig.

    http://www.betriebsrat-ist-besser.dgb.de/

  • Hallo,

    Danke für die Antworten. Klingt ja doch ziemlich nach Kraftaufwand. Nun ist bei uns nur einer in der IGM, der Rest allerdings nicht . Ich habe auch so meine Zweifel, dass sich überhaupt 2-3 ( von 5 wirklich interessierten Kollegen ) aufstellen lassen werden.

    Einer war in der alten Firma im BR und wurde mehr oder weniger kaltgestellt. Arbeit bis zur Oberlippe, man(n) solle halt die Zeit nicht mit so einem Unsinn ( BR ) vergeuden.

    Wir waren alle bei einem IGM Unternehmen, sind aber jetzt in den Bereich Großhandel gerutscht, wäre dann also auch die HBV für uns zuständig ?

    Und wie bekommt man dann die Gewerkschaft in das Boot ?

    Der Rest wird eher kein Interesse daran haben, da sie als „ Häuptlinge „ bestimmt ein paar Euronen mehr verdienen und Überstunden etc. in dem Fall als „ normal „ einzustufen sind.

    Aber auch diese Leute dürften kein Interesse daran haben 4-5 Wochen ! am Stück durchzuarbeiten !!!

    Zeiterfassung ist bei uns auch ein Fremdwort – man muss halt seine Arbeit im Griff haben und gemacht werden muss es eben , so oder so, sonst gibt es Stress mit dem Chef …

    Hat man eigentlich Anspruch auf eine ordnungsgemäße Zeiterfassung , um zum Beispiel seine geleisteten Überstunden dokumentieren zu können ?

    Es ist wirklich kompliziert….sollte man ( notfalls ) doch lieber als Einzelkämpfer einen Anwalt aufsuchen und seine Forderungen durchsetzen ?

    Werde mir jetzt erst einmal den gesendeten Link öffnen .

    Herzlichen Dank

    Trollo

  • Hallo Trollo,

    ich kann Dir so aus dem Stehgreif nicht sagen, ob HBV oder ver.di zuständig ist. Aber: ins Boot holen könnt Ihr sie allemal. Mach einen Termin dort aus und sprich Dein Anliegen an. Die zuständige Gewerkschaft (wenn Du mit einer von denen redest, werden die Dir schon sagen, wer zuständig ist) wird schon ein Interesse haben, in Eurem Betrieb vertreten zu sein. Auch sie will ihre Basis gerne vergrößern. Also nichts wie hin, und wenn Du Dich gut aufgehoben fühlst, kannst Du ja den Anfang machen bzgl. Beitritt. Und damit wäre die Gewerkschaft in Eurem Betrieb vertreten und hätte sämtliche Möglichkeiten, die ihr das BetrVG einräumt.

    Gruß/Günther

  • hallo,

    da die HBV in ver.di aufgegangen ist, ist auch ver.di zuständig. dein IG-Metall-Kollege sollte einfach seine Mitgliedschaft auf ver.di umschreiben lassen, geht ja bei DGB-Gewerkschaften problemlos. Dann hat zumindest er alle Rechte als Mitglied.
    Eine BR-Gründung wird aber auf alle Fälle kein Zuckerlecken.
    Aber abgesehen davon, ob Ihr den BR gestemmt bekommt, solltet Ihr alle über eine Gewerkschaftsmitgliedschaft nachdenken. Bei Euch scheint ja ziemlich viel zu stinken

    &Tschüß

    Wolfgang

  • hallo,

    da die HBV in ver.di aufgegangen ist, ist auch ver.di zuständig. dein IG-Metall-Kollege sollte einfach seine Mitgliedschaft auf ver.di umschreiben lassen, geht ja bei DGB-Gewerkschaften problemlos. Dann hat zumindest er alle Rechte als Mitglied.
    Eine BR-Gründung wird aber auf alle Fälle kein Zuckerlecken.
    Aber abgesehen davon, ob Ihr den BR gestemmt bekommt, solltet Ihr alle über eine Gewerkschaftsmitgliedschaft nachdenken. Bei Euch scheint ja ziemlich viel zu stinken

    &Tschüß

    Wolfgang

  • ... habe gleiches Problem... und kann leider nicht helfen... denke bei Veröffentlichung wirst Du gekündigt.Wie wär es mit einem Offenen Brief an die Geschäftsleitung und zeitlichgleiche Weitergabe an Deine Kollegen? L.G.

  • Hallo Macchiavella,

    [SIZE="9"](wie kommst Du denn eigentlich auf den Nick?)[/SIZE]

    bitte nicht so superpessimistisch! Natürlich ist eine BR-Gründung kein Zuckerschlecken, aber es gibt in diesem Lande Gesetze und Regeln, die die Kündigung von Menschen, die eine BR-Wahl einleiten, verhindern. Das und wie man richtig vorgeht, muß man halt vorher wissen, deswegen sollte hier verdi ins Boot genommen werden.

    Ich will jetzt nicht böse sein, aber irgendwann steht man vor der Alternative, aufzustehen oder Sklave zu bleiben. Und dann muß man sich entscheiden.

    Grüsse Winfried

  • :D Hallo,

    wir sind gerade dabei einen BR zu gründen und haben die Gewerkschaft dabei. Ich kann dir nur empfehlen dich an die Gewerkschaft zu wenden. Ihr müßt euch einig sein dann geht es mit der Hilfe der Gewerkschaft ganz leicht und schnell. Im Vorfeld mußt Du dir nur über die Rollenverteilung im klaren sein wer macht den 1. wer den 2. etc. das dann der Gewerkschaft zukommen lassen und die kümmert sich um alles andere. So ist es zumindest bei uns.

    mfg

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen