Frage zum Entgelttransparenzgesetz

  • Moin,

    ich habe die erste Frage aus der Belegschaft zum EntgTranspG.

    Bei uns sind aus historischen Gründen seit Jahren Leihmitarbeiter beschäftigt.

    Diese verdienen mehr (!) als vergleichbare direkt angestellte Mitarbeiter.

    Deshalb die Frage. Dürfen nach dem EntgTransG auch Leihmitarbeiter zu Vergleichszwecken herangeführt werden?

    Danke!

  • Ich würde sagen nein.

    Die Stammbelegschaft erhält ihr verinebartes Entgelt. (Aufgrunbd Tarifvertrag, AV, Mindestlohngestz etc.)

    Ziel des Gesetzes ist es, das Gebot des gleichen Entgelts für Frauen und Männer bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit durchzusetzen § 1 EntgTranspG

    und § 7 EntgTranspG

    Bei Beschäftigungsverhältnissen darf für gleiche oder für gleichwertige Arbeit nicht wegen des Geschlechts der oder des Beschäftigten ein geringeres Entgelt vereinbart oder gezahlt werden als bei einer oder einem Beschäftigten des anderen Geschlechts.

    Für eine Besserbezahlung eines Leiharbeitnehmers kann man ja folgende Gründe anführen - nur kurzfristige Beschäftigung, Abdeckung von Spitzen, geringerer Kündigungsschutz, flexible Einsetzbar - damit sind Sachgründe vorhanden die eine höhere Bezahlung rechtfertigen.

  • Zitat von Ohadle

    Für eine Besserbezahlung eines Leiharbeitnehmers kann man ja folgende Gründe anführen - nur kurzfristige Beschäftigung, Abdeckung von Spitzen, geringerer Kündigungsschutz, flexible Einsetzbar - damit sind Sachgründe vorhanden die eine höhere Bezahlung rechtfertigen.

    Geringerer Kündigungschutz im Verleihbetrieb sehe ich persönlich jetzt nicht so gegeben. Dort gelten ja erst mal die gesetzlichen Regelungen. Das der Verleihbetrieb auch noch etwas Geld benötigt ist auch unstrittig.

    Was mich dazu aber interessiert ist wie das mit dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) als Randbedingung gehandhabt wird.Das ist ja vereinbart "Leiharbeitern steht derselbe Lohn zu wie der restlichen Stammbelegschaft (§ 8 Abs. 1 AÜG) außer im Tarifvertrag ist eine abweichende Regelung getroffen". Natürlich um zu verhindern das da weniger Geld gezahlt wird. Das man durch die Auskunftspflicht auch nicht den Gewinnauschlag des Verleihbetriebes offenlegen muss/darf ist für mich auch klar.

  • Zitat von suppenkasper:

    Was mich dazu aber interessiert ist wie das mit dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) als Randbedingung gehandhabt wird.Das ist ja vereinbart "Leiharbeitern steht derselbe Lohn zu wie der restlichen Stammbelegschaft (§ 8 Abs. 1 AÜG) außer im Tarifvertrag ist eine abweichende Regelung getroffen".

    hallo Suppenkasper,

    scheinbar hast du ein anderes AÜG als ich. Wohnst du nicht in Deutschland?

    Also in Deutschland gilt das Gesetz, in dem im § 9 Abs. 1 satz 2 eindeutig steht, dass ein Leiharbeitnehmer keine schlechteren Arbeitsbedingungen haben darf als ein Vergleichbarer AN des Betriebs in dem Sie verliehen sind.


    Damit steht eindeutig fest. bessere Bedigungen dürfen Sie haben! Und das hat auch seinen guten grund und ist z.B. in den NL normal. Dort bekommt der Leiharbeitnehmer eine Zuschlag, weil er so flexibel ist und damit ein paar euros mehr, als der "Stammmitarbeiter".

    Wenn nun der BR des Betriebes von Jaap5 schlechtere bedingungen bei der bezahlung geregelt haben, als bei den Leiharbeitnehmer gelten, dann wird das seinen Grund haben. Evt. haben die im Ausgleich dafür 60 tage Urlaub oder 2 bezahlte freie Tage im Monat für Hausarbeit oder oder oder

    Gruß

    Rabauke

  • Hallo Rabauke,

    Ich wohne in Deutschland und habe das gleiche AÜG.
    in §9 Abs 1 Satz 2 ist der Verweis auf den §8 welchen ich aufgeführt habe.

    Aber mann sehen das das das Gehalt ist, welches der Leiharbeitnehmer von seinem Verleiherbetrieb bekommen muss. Dieser Betrieb hat ja noch ein paar weiter Kosten (Arbeitgeberanteil, sein Gewinn, Betriebsaufwand) welchern er ja sicher auch von dem Kunden haben will.

    Und man darf deshalb die gezahlten Kosten des Entleihers, welcher höher sind als das Arbeitsentgeld beim Verleiher vergleichen.

    Gruß

    Suppenkasper

  • Hallo Suppenkasper,

    diesen Satz von jaap5

    Zitat von jaap5:

    Diese verdienen mehr (!) als vergleichbare direkt angestellte Mitarbeiter.

    habe ich jetzt schon so verstanden dass der Leiharbeitnehmer persönlich


    mehr Stundenlohn bekommt, als ein Stammmitarbeiter.

    Das der Entleiherbetrieb weitere Aufschläge tragen muss ist klar.

  • Zitat von suppenkasper:

    Hallo Rabauke,

    Ich wohne in Deutschland und habe das gleiche AÜG.
    in §9 Abs 1 Satz 2 ist der Verweis auf den §8 welchen ich aufgeführt habe.

    Aber mann sehen das das das Gehalt ist, welches der Leiharbeitnehmer von seinem Verleiherbetrieb bekommen muss. Dieser Betrieb hat ja noch ein paar weiter Kosten (Arbeitgeberanteil, sein Gewinn, Betriebsaufwand) welchern er ja sicher auch von dem Kunden haben will.

    Gruß

    Suppenkasper

    Sorry suppenkasper, aber hier redest du dich rein und raus.

    Deine Aussage war :Das ist ja vereinbart "Leiharbeitern steht derselbe Lohn zu wie der restlichen Stammbelegschaft (§ 8 Abs. 1 AÜG) außer im Tarifvertrag ist eine abweichende Regelung getroffen". Natürlich um zu verhindern das da weniger Geld gezahlt wird.

    Diese Aussage ist so falsch!

    zum einen steht nicht im § 8 das "mindestens die gleichen Bedingungen bestehen müssen" sondern im § 9 und weiterhin steht dort nicht "der selbe Lohn" sondern keine schlechteren Bedingungen (es kann somit auch deutlich mehr sein und damit besser).

    Weiterhin gibt es im § 9 AÜG keinen Verweis auf den § 8 AÜG sondern nur auf die §§ 1, 3a, 13b und 18. Also bitte, das Gesetz lesen, bevor du hier falsche Behauptungen aufstellst, DANKE.

    Hättest du auf den § 3a verwiesen, so hätte man da ggf. als nahe am Thema dran diskutieren können. Dieser § bezieht nun mal eindeutig auf die Bezahlung der Leiharbeitnehmer.

    Der §8 ist nur da um Statistische Zahlen an eine Behörde zu versenden und damit eindeutig Thema verfehlt.

    Gruß

    Rabauke

    PS: mal nen Fehler zugeben ist auch nicht schlim und tut nicht weh.

  • Hallo Rabauke,

    du solltest dir vielleicht einmal das seit dem 01.04.2017 gültige AÜG zur Hand nehmen.

    Unter §8 findest du dort "Grundsatz der Gleichstellung".

    Nichtsdestotrotz darf ein Leiharbeitnehmer nur nicht schlechter gestellt werden als ein Stammarbeitnehmer. Somit gibt es hier nichts zu beanstanden.

    Gruß Marc

  • Hallo Marc,

    danke für den Hinweis

    hiermit stelle ich fest, dass ich was den § anging vollkommen daneben lag. Sorry, Suppenkasper, mein Fehler, es steht nun tatsächlich im § 8, der neu hinzugekommen ist, wenn ic hdas so richtig Überblicke.

    Hiermit entschuldige ich mich.

    Werde mir das neue Gesetz (war halt mal eben 4 Monate Au) umgehend komplett zu gemühte führen damit mir dieser Fehler nicht nochmals passiert.

    mein Text war noch von 2016.

    gruß

    Rabauke

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen