§ 86a Vorschlagsrecht der Arbeitnehmer

  • Guten Abend zusammen

    Ich bedanke mich vorab schon einmal für die tollen und bisherigen Antworten auf meine Anliegen, man bekommt hier echt fachkundige Hilfe.

    Nun zu meiner neuen, etwas delikaten Frage.

    Der obige Paragraph gibt den Mitarbeitern die Möglichkeit einen Vorschlag zu machen - gibt es hierzu eurer Meinung nach irgendwelche Einschränkungen oder kann es sich hier um Alles handeln?

    Konkret geht es um Folgendes:

    Der Produktionsleiter in unserem Unternehmen nimmt nicht nur seine Aufgaben nicht korrekt wahr, vielmehr behindert er einen reibungslosen Betriebsablauf und stößt somit bei einem Großteil der Belegschaft auf massive Ablehnung. Es geht hier auch nicht um subjektive Dinge sondern ganz konkrete, objektive Fehlhandlungen welche teilweise sogar den Betriebsfrieden stören.

    Ist oben genannter Paragraph eine Möglichkeit, hier von den Mitarbeitern eine Auflistung der Verfehlungen aufzulisten und mit 40, 50 Unterschriften einen Vorschlag zur Neubesetzung der genannten Position zu initiieren?

    Ich denke das es bei der GL "besser" ankommt es so zu machen, da diese schon alleine an der schieren Beteiligung der Mitarbeiter deutlich erkennen müsste, dass diese es Ernst meinen.

    Oder was meint ihr?

  • Guten Morgen Detti,

    das Problem habe ich verstanden, die Lösung würde ich jedoch als BR nicht unterstützen.

    Der BR kann mit allem was er zusammengetragen hat nach Beratung geschlossen auf den Arbeitgeber zugehen und mit ihm die weitere Vorgehensweise aushandeln.

    Für eine gute und zielführende Argumentation ist eine Auflistung der "Verfehlungen" sicherlich hilfreich. Gern kann man dieses Anliegen auch konkret benennen. Der Wunsch, die Stelle möglichst neu zu besetzen um den Betriebsfrieden nicht weiter zu gefährden. Das alles würde ich auf das Beschwerderecht der betroffenen Mitarbeiter*innen abzielen denn die haben sich sicherlich an euch gewendet und genügend Beispiele geliefert.

    Von einer Unterschriftstliste würde ich jedoch abraten denn der Arbeitgeber sollte nicht erfahren "WER KONKRET" hinter der Beschwerde oder dem "Vorschlag" steht.

    Hier würde ich die Mitarbeiter*innen als BR schützen und die Angelegenheit zu einer BR Angelegenheit machen. Ihr seid die gewählten Vertreter für die Angelegenheiten der Belegschaft und habt hiermit eine sehr spannende Aufgabe.

    Möglich wäre ja auch, dass der Arbeitgeber nach Beratung mit dem BR beschließt die Führungskraft zu schulen oder was weiß ich ... alles eine Frage von Pro und Kontra und guter Argumentation. Das ihr es ernst meint, dass sollte also vor allem rüber kommen.

  • Hallo,

    auf Grundlage von § 86a BetrVG kann man sicherlich positiv formulierte Vorschläge zu Arbeitsabläufen machen.

    Nicht gemeint ist damit ein personenbezogenes "Sündenregister" und erst recht nicht als Unterschriftensammlung. Der Pranger ist als Strafvorschrift im BetrVG nicht erwähnt.

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen