Außerordentliche Kündigung eines Betriebsratsmitgliedes

  • Hallo,
    ich bin seit Mai diesen Jahres neu gewähltes Betriebsratsmitglied. Bereits im Wahlvorstand als auch jetzt im Betriebsrat gibt es Unstimmigkeiten mit dem damaligen und auch jetzigen Betriebsratsvorsitzenden. Das fängt damit an, dass ich keinen Zutritt zu Unterlagen des Betriebsrates bekomme usw., keine Einwendungen zum Protokoll zugelassen werden, weil nur das aufgenommen wird im Protokoll, was der BRV will usw. Da ich mir das nicht gefallen ließ und mich dagegen wehrte, griff der BRV zum nächsten Mittel, dem Mobbing gegen mich, in dem er verbreitete, ich würde ständig Internas des Betriebsrates nach außen tragen, mithin meine Verschwiegenheitspflicht ständig verletzen usw. Seine Verleumdungen und üblen nachreden gehen sogar so weit, dass er diese auch gegen meine Familie (meinen Mann) richtet. Wir haben uns dagegen gewehrt, mein Mann hat Strafanzeige erstattet gegen den BRV der Firma, wo ich beschäftigt bin und ich selbst habe drei Unterlassungsverfahren gegen den BRV vor dem Arbeitsgericht zu laufen mit anwaltlicher Unterstützung.
    Nunmehr, am 02.10.2018 kam die Krönung. Ich erhielt vom Arbeitgeber die fristlose Kündigung. Der Betriebsrat hat dieser zustimmt. Eingeladen hat man mich nicht zu der Sitzung betreffend meiner Kündigung, auch hat keiner etwas mir gegenüber vom BR verlauten lassen. Auf meine nachfrage hin bei Übergabe der Kündigung, warum diese erfolgte, sagte der Geschäftsführer, es sei nichts fachliches, sondern die Streitigkeiten im BR. Dem Arbeitgeber hatte ich bereits vor ca. 2 Monaten auf das Mobbing durch den BRV hingewiesen und dieses mehrfach. Alle verleumderischen Aussagen können auch belegt werden (ansonsten hätte ich auch nicht auf Unterlassung geklagt), da der BRV so intelligent war und alles in Schriftform an Dritte versandt hat. Von seinen mündlichen Anzüglichkeiten ganz zu schweigen. Das restliche Gremium sind alles ehemalige BR-Mitglieder, die dem BRV sehr "linientreu" sind und es wird das gemacht, was der BRV sagt. Genau das habe ich nicht gemacht, weil ich es anders kenne und so auch gelernt habe. Zudem ist der BRV sehr arbeitgebernah eingestellt, mehr muss ich dazu nicht sagen. Das ist doch ein nettes Gremiums oder was meint Ihr?

  • Zitat yvonnes75 : Das fängt damit an, dass ich keinen Zutritt zu Unterlagen des Betriebsrates bekomme usw.,

    Nach § 34 BetrVG haben die Mitglieder des Betriebsrats das Recht, die Unterlagen des Betriebsrats und seiner Ausschüsse JEDERZEIT einzusehen. Da Dir die Einsichtnahme verwehrt wurde, hat der BR-Vors. und/oder der BR den Tatbestand der Behinderung der Betriebsratstätigkeit erfüllt

    Im übrigen kannst Du meiner Auffassung nach dem Kündigungsschutzverfahren gelassen entgegensehen. Schon die Aussage des Geschäftsführers, es sei nichts fachliches, sondern die Streitigkeiten im BR, ist mehr als ist verblüffend. Streitigkeiten im BR sind never ever ein Kündigungsgrund. AG und/oder der BR hätten allenfalls die Möglichkeit gehabt, gegen Dich gemäß § 23 BetrVG Abs .1, ein Ausschlussverfahren wegen grober Verletzung gesetzlicher Pflichten beim Arbeitsgericht einzuleiten. Selbst hier hängen die Hürden sehr hoch.

    Der AG wird nach dem Kündigungsschutzverfahren den Platz als 2ter Sieger verlassen.

  • Also, Kündigungsschutzklage eingereicht und los geht "der Spaß". Das ist ja wohl die absolute Frechheit. Iwan hat das ja schon gut erklärt. Zumal Du - mal ganz vom Sachverhalt abgesehen - am 02.10. nicht zum 02.10. gekündigt werden kannst.

    Ob Du langfristig in dem Betrieb glücklich wirst, kann ich dir nicht sagen. Aber kämpfen würde ich. Ich finde das Verhalten des BRV und des Gremiums einfach widerlich. Kritik gehört zur BR-Arbeit nun mal dazu. Wir sind ja schließlich nicht dazu da, auf dem Schoß des GV ne gute Handpuppe abzugeben,

  • Team-ifb

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