Arbeitsfähigkeitbescheinigung für die Arbeitgeberin?

  • Hallo,

    darf der/die AG von einzelnen AN, bspw nach einer Chemotherapie, eine Bescheinigung darüber verlangen, dass diese arbeitsfähig sind?

    Und darf sie diese überhaupt selbst als arbeitsunfähig bezeichnen?

    AN hat keine AU abgegeben, sondern während der Chemotherapie weitergearbeitet, wenn auch nicht in allen Arbeitsbereichen (Bedingung der AG), nun soll AN die Rückkehr in bestimmte Arbeitsbereiche des Arbeitsplatzes (nicht viel gefährlicher oder problematischer als andere) nur gegen eine Bescheinigung vom Arzt erlaubt werden.

    mMn geht das nicht, wer AU ist und wer nicht entscheidet ein eine medizinisch fachkundige Person, aber gibt es Umstände unter denen der AG soetwas verlangen darf?

    vg und danke

  • Hallo ablot,

    natürlich gibt es Arbeitsplätze, bei der ein AG die Feststellung der Arbeitsfähigkeit verlangen kann.

    In den meisten Fällen wäre nach meiner Kenntnis eher der Betriebsarzt zuständig, aber da kann ich mich irren.

    Im Zweifel kann der BR ja den AG fragen, aufgrund welcher Überlegungen oder Rechtsvorschriften er eine solche Bescheinigung verlangt (und wer sie bezahlt).

    Immerhin kann eine solche Bescheinigung bzw. die damit einhergehende Prüfung die ANin vor dem Fehler bewahren, sich fälschlich fit genug für eine Tätigkeit zu fühlen und dann gravierende Fehler zu machen.

  • Hallo alot,

    so einen Bescheinigung wird er kaum verlangen können. Da gehen die Persönlichkeitsrechte vor denen des AG.

    Nur in einigen Berufen ist es erlaubt über den Gesundheitszustand des Mitarbeiters eine Auskunft zu bekommen. Piloten, LKW Fahrer, da sie per Gesetz alle 5 Jahre zum Gesundheitscheck müssen. Und auch da weiß der Unternehmer nur das der Mitarbeiter arbeiten darf. Nicht was er an Krankheiten hat.

    Das Problem haben die Unternehmer auch bei Gabelstaplerfahrer die schon im Unternehmen sind. Der Unternehmer muss sich versichern das der Mitarbeiter immer noch dafür geeignet ist (z.B.G25), darf ihn auch zum Betriebsartzt schicken, bekommt aber keinen Nachweis vom Betriebsarzt das der Mitarbeiter geeignet ist. Da muss er auf den Mitarbeiter vertrauen. Hinzu kommt das der Mitarbeiter zum Betiebsarzt gehen muss, er sich aber nicht von ihm untersuchen lassen braucht. Wir haben freie Arztwahl.

    Und wie BMG schon schrieb: Aufgrund welcher Rechtsvorschriften verlangt er eine solche Bescheinigung.

    Gruß

  • Hallo,

    hat ein AG begründete Zweifel an der Arbeitsfähigkeit eines AN, muß der AG den AN zum Betriebsarzt schicken.

    Nur der Betriebsarzt kann eine entsprechende begründete medizinische Einschätzung treffen.

    Verweigert der AG ohne entsprechende fachmedizinische Begründung die Arbeitsleistung des AN, liegt potenziell Annahmeverzug nach § 615 BGB vor. Der AN hätte auch ohne Arbeitsleistung Anspruch auf volle Vergütung.

  • Team-ifb

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