Inhalt Mahnung eines BR

  • Guten Abend zusammen,

    folgende Frage beschäftigt mich seit gestern:

    Wie wertet ihr diesen Satz in der Abmahnung eines BR-Mitglieds:

    "Abgesehen davon, dass Sie sich für das Tätigwerden als BR nicht ordnungsgemäß abgemeldet hatten, steht Ihnen kein Recht zu, Arbeitszeiten für ... oder im Rahmen Ihres Amtes als BR bewegende Themen zu verwenden."

    Für mich geht das so gar nicht und macht somit die gesamte Abmahnung hinfällig, oder wie wertet ihr das?

    Unabhängig davon konnte der Kollege sich überhaupt nicht vorher ordnungsgemäß abmelden, dies ist manchmal, wie ihr selbst wisst, einfach nicht möglich (auf Grund der Situation) und tatsächlich deswegen nicht von Bedeutung, da sich unser Gremium nie bei den Vorgesetzten abmeldet, und dies schon seit Jahren so geht und somit von allen als stillschweigend akzeptiert angenommen wird.

  • Ich kann mir gerade wenig Situationen vorstellen, in denen eine ordnungsgemäße Abmeldung nicht möglich sein sollte - es muss halt geklärt sein, was und in welcher Situation "ordnungsgemäß" bedeuten soll.

    Zum Schutz für Euch und zur Erziehung des AG solltet Ihr das grundsätzlich für alle BRM klären.

    Was den Hauptpunkt angeht: So pauschal liegt der AG sicher falsch, und Abmahnungen mit rechtsfehlerhaften Begründungen müsste man mE. nicht allzu ernst nehmen. Aber für den BR wäre das ein Hinweis, an der Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu arbeiten.

    - eindeutige (Er)Klärung der rechtlichen Situation

    - evtl. (nicht bindende) Absprachen, in welchen Situationen ein BRM weniger dringliche BR-Arbeit zugunsten eines sinnvollen Betriebsablaufs auch mal zurückstellen wird u.s.w.

    - damit verbunden die Rücknahme der Abmahnung als Zeichen, dass der AG verstanden hat und Ihr Euch für die Zukunft einig seid

  • 1. Abmelden ist eine Pflicht und geht immer!

    2. Während der Arbeitszeit BR-Themen (wir werden Müllers Umgruppierung verhindern, wir werden die Mehrarbeit ablehnen) kundzutun ist unzulässig und Abmahnungswürdig. Gewerkschaftspolitisch während der AZ aktiv zu werden ist auch unzulässig, daher auch wenn die Anmahnung etv. da der Konkrete Vorwurf fehlt und die Konsequnz (am 03.02.2019 haben Sie während ihrer Arbeitszeit den Kolleginnen und Kollegen des Bereiches versprochen alles zu tun damit Müller nicht Vorgesetzter wird und die Mehrarbeit abgelehnt wird. Später haben Sie das dann als BR-Arbeit deklariert. Dieses Verhalten mahnen wir ab da Sie sich bevor Sie als BR Aktiv sind ordnungsgemäß von ihrer Arbeit abzumelden haben. Dieses haben Sie jedoch nicht getan. Damit haben Sie Arbeitszeitbetrug begangen. Dieses werden wir nicht mehr dulden um im Widerholungsfall eine Ausserordentliche Kündigung aussprechen.)

    Somit ist die Abmahnung nicht das Papier wert auf dem Sie steht und kann problemlos in der Akte bleiben.

    Ich würde aber zukünftig sehr wohl Wert darauf legen, dass alle BR sich immer ordnungsgemäß bei ihrem Vorgesetzten abmelden, wenn Sie als BR Aktiv sein wollen.

    Also hin zum Vorgesetzten und sagen, hör mal Chef, ich bin jetzt als BR Aktiv das halte ich für erforderlich. Ich denke es dauert so 2 Stunden, dann bin ich wieder an meinem Arbeitsplatz um meinen Job nachgehen zu können.

    Dann würde ich in meinem eigenen Notizblock dokumentieren, was ich zu diesem Zeitpunkt als BR gemacht habe (Mitarbeitergespräche in der Abteilung XY geführt um ein Meinungsbild für die Mehrarbeit zu bekommen), damit sollte der AG meine BR-Tätigkeit anzweifeln ich belegen kann, was ich getan habe. Weiterhin würde ich den BRV regelmäßig den Überblick geben, wann ich als BR Aktiv war, damit dieser mich ggf. auch unterstützen kann.

    Gruß

    rabauke