Prozessanalyse vs. personenbezogene Daten

  • Liebe Kollegen,

    in unserer Firma soll eine Prozessanalyse stattfinden. Das ist mit Sicherheit sinnvoll, kann jedoch auch Gefahren für die AN mit sich bringen.

    Es sollen personenbezogene Daten erhoben werden, bei denen Täigkeiten und die dafür aufgewendete Zeit bei den Mitarbeitern abgefragt werden.

    Die Auswertung dieser Daten soll nicht zu Verhaltens- und Leistungskontrollen führen, sondern lediglich Prozesse überhaupt sichtbar machen.

    Nun stellt sich für uns als BR generell die Frage, da eine Prozessanalyse meist immer für eine Arbeitsverdichtung und evtl. auch Stellenabbau führt (führen kann), wie wir unsere Mitarbeiter davor schützen können.

    Reicht es, wenn in einer BV festgelegt wird, dass die erhobenen personenebezogenen Daten nicht zur Verhaltens- und Leistungskontrolle und im Endeffekt zu jeweils persönlichen Konsequenzen führen können, oder sollten wir schon darauf hinwirken, dass überhaupt keine personenbezogenen Daten erhoben werden.

    Andererseits soll eine Prozessanalyse ja auch das Fortbestehen der Firma sichern, wovon die MA ja auch langfristig profitieren.

    Was denkt Ihr? Wie würdet oder seid Ihr vorgegangen?

  • Hallo 8kktd1k6,

    das ist kein Einfaches Thema.

    Zitat von 8kktd1k6

    in unserer Firma soll eine Prozessanalyse stattfinden. Das ist mit Sicherheit sinnvoll, kann jedoch auch Gefahren für die AN mit sich bringen. Es sollen personenbezogene Daten erhoben werden, bei denen Täigkeiten und die dafür aufgewendete Zeit bei den Mitarbeitern abgefragt werden.

    Prozessanalyse darf der AG ohne eure Zustimmung durchführen. Personenbezogene Daten erheben nicht.

    Zitat von 8kktd1k6

    Die Auswertung dieser Daten soll nicht zu Verhaltens- und Leistungskontrollen führen, sondern lediglich Prozesse überhaupt sichtbar machen.

    Um festzustellen wie lange eine Tätigkeit dauert muss ich keine Personenbezogenen Daten erfassen. Wenn dieses doch erfolgt ist davon auszugehen das diese Daten auch zur Leistungskontrolle genutzt werden. Hierbei spielt es keine Rolle ob der AG das beabsichtigt oder nicht. Es geht um die Möglichkeit anhand dieser Daten eine Leistungskontrolle durchzuführen.

    Zitat von 8kktd1k6

    Nun stellt sich für uns als BR generell die Frage, da eine Prozessanalyse meist immer für eine Arbeitsverdichtung und evtl. auch Stellenabbau führt (führen kann), wie wir unsere Mitarbeiter davor schützen können.

    Mein nächstes Ziel in deiner Situation währe das Hinzuziehen eines Sachverständigen. Wenn personenbezogene Daten erfasst werden (wie auch immer) muss die DSGVO und die nationalen Gesetze zum Datenschutz beachtet werden. Seit Ihr da fit?

    Es gibt eine Instituition die sich nur mit diesen Themen beschäftigt und BRs berät.

    https://www.tbs-nrw.de/startseite.html

    Dort könnt Ihr erfahren auf was Ihr euch da gerade einlast.

  • Ich sehe das wie ergo. Prozessanalyse? Klar, macht ja (zumindest im Normalfall) durchaus Sinn. Aber dazu braucht es definitiv keine personenbezogenen Daten. Bei der Prozessanalyse geht es um Funktionen und vielleicht noch um Positionen, ganz sicher aber nicht um Personen.

    Natürlich muss dem Umstand Rechnung getragen werden, dass nicht jeder gleich schnell arbeitet/arbeiten kann. Und daraus müssen vernünftige Werte abgeleitet werden. Aber ganz sicher brauche ich dafür nicht zu wissen ober Müller oder Meier schneller oder langsamer ist.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!