unbefristeter Arbeitsvertrag - befristete Stelle

  • Hallo,

    wir haben eine Arbeitnehmerin mit einem unbefristeten Arbeitsvertag. Sie hatte sich in eine andere Abteilung beworben und hatte dann für diese eine Befristung bekommen als Probezeit, diese wurde dann auch noch 3x verlängert und ist jetzt zum 31.7.19 ausgelaufen. Ihre alte Stelle bzw. die ursprüngliche Abteilung gibt es so nicht mehr. Wie geht es jetzt weiter? Sie ist heute wieder am Arbeitsplatz der befristeten Stelle erschienen und arbeitet normal weiter - geht das jetzt automatisch unbefristet über wenn sie niemand wieder wegschickt? Sie würde die Stelle gerne weiter ausführen aber der Abteilungsleiter möchte sie nicht haben, hat das aber bislang nicht geäußert.....

    Danke vorab :)

  • Eine Verständnisfrage:
    Hatt sich die Mitarbeiterin auf eine befristete Stelle beworben und ihren vorherigen unbefristeten Arbeitsvertrag behalten?
    Oder hat sie damals einen neuen befristeten Arbeitsvertrag auf einer befristeten Stelle bekommen?

    So ganz verstehe ich auch die dreifache Verlängerung der Probezeit nicht wirklich.

  • Ich verstehe das so, dass hier eine "Probezeit" für die neue Stelle vereinbart worden ist, die mit der legalen Definition von Probezeit nix zu tun hat. (Denn während die legale Definition von Probezeit ja auch eine verkürzte Kündigungsfrist beinhaltet, geht es hier ja wohl um einen unbefristeten Arbeitsvertrag, der nicht einfach gekündigt werden kann.)

    Zitat von Sandra22

    Sie ist heute wieder am Arbeitsplatz der befristeten Stelle erschienen und arbeitet normal weiter - geht das jetzt automatisch unbefristet über wenn sie niemand wieder wegschickt?

    Das Arbeitsverhältnis ist doch längst unbefristet, nicht?

    Zitat von Sandra22

    aber der Abteilungsleiter möchte sie nicht haben

    Ob es unter der Prämisse pfiffig ist, sich an den Job zu klammern... ich weiß ja nicht...

    Will sagen: natürlich macht sie einfach weiter wie bisher (warum auch nicht, wenn der Abteilungsleiter nicht den Arsch in der Hose hat hier Tacheles zu reden...), aber das hindert den AG ja nicht daran, sie auch später noch zu versetzen. (Wäre schließlich das mildere Mittel zur Kündigung, gell?)

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • die Kollegin war viel krank und deshalb wurde die befristung immer wieder verlängert weil man sich "noch kein Bild" machen konnte. Aber ja sie hat generell einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Jetzt hat sich sich an uns gewendet weil sie nicht weiß wie sie sich verhalten soll. in der alten Abteilung gibt es keine Stelle mehr und von der befristeten Stelle hat sie trotz Anfragen keine Rückmeldung erhalten und macht jetzt "normal" weiter. Wir hoffen jetzt dass es auch hier gilt dass es stillschweigend in ein normales Arbeitsverhältnis übergeht wenn man sie nicht quasi des Platzes verweist.

  • Zitat von Sandra22

    Wir hoffen jetzt dass es auch hier gilt dass es stillschweigend in ein normales Arbeitsverhältnis übergeht wenn man sie nicht quasi des Platzes verweist.

    Ein normales Arbeitsverhältnis hat sie längst. Du musst bitte den Arbeitsvertrag (das Arbeitsverhältnis) von der Beschäftigung trennen.

    Sie hat ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, lediglich ihre Art des Einsatzes war befristet. Daraus folgt aber nicht, dass sie automatisch draußen ist, sondern lediglich, dass der AG jetzt das Recht (und/oder die Pflicht) hat, sie woanders einzusetzen.

    Nicht mehr und nicht weniger. Und klar, natürlich macht sie, bis sie eine neue Order bekommt, weiter wie bisher. Und vor einem neuen Einsatz müsste auch noch der BR zur Versetzung gehört werden. ;)

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  • Hallo,

    solange sich der AG nicht konkret äußert, sollte die ANin ihre aktuelle Arbeit weiterführen.

    Und wenn der AG sie dort nicht mehr weiterbeschäftigen, muß sich der AG schnellstmöglichst um eine adäquate Weiterbveschäftigung im Rahmen des geltenden Arbeitsvertrages kümmern, wenn er nicht will, daß die ANin "Annahmeverzug" nach § 615 BGB geltend macht.