AN wollen Rauchverbot, AG sperrt sich

  • Hallo zusammen,

    Hier kommt das Thema Nichtraucherschutz mal aus einer, wie mir die Suchfunktion gezeigt hat, eher unüblichen Richtung. :D

    Wir sind eine soziale Einrichtung in NRW, die einen Kontaktladen für die Zielgruppe vorhält. In diesem Kontaktladen ist seit jeher das Rauchen erlaubt, auch weiterhin trotz des strikten Nichtraucherschutzgesetzes.

    Die Belüftung in dem Laden ist eher dürftig, so dass die Mitarbeiter je nach Frequentierung über mehr oder weniger starke Augen- und Atemwegsbeschwerden klagen, selbst die, die selbst Raucher sind. Hinzu kommt eben die Gesetzeslage. Wir haben daher als BR im Frühling die Forderung gestellt, dass der Innenbereich des Kontaktladens rauchfrei werden muss. Der AG teilte diese Ansicht und gab die Umsetzung in die Hände der zuständigen Führungsperson... wo sie nun liegt. Und liegt. Und liegt. Denn diese nutzt den Laden gern als ihr Raucherzimmer.

    Hin und wieder werden mal Scheinaktivitäten gestartet wie Ideensammlungen zur "Reduktion" der Rauchbelastung, im allgemeinen aber passiert seit Monaten nichts. Wenn wir den AG daran erinnern, ist dieser auch eher entspannt und verspricht, die zuständige Führungsperson noch mal zu erinnern. Joa.

    Jetzt wollen wir mal ein bisschen mehr Druck ausüben und die Frage ist, womit können wir da eigentlich drohen? Ist sowas ein Fall für die Einigungsstelle?

    Danke schon mal und viele Grüße :)

    Eure Bananenbrot

  • Hallo

    Da euer AG scheinbar keine Lösung hat müsst ihr ihm nicht drohen sondern Hilfe anbieten. ;)

    Liber AG scheinbar ist dies ein sehr großes Problem für dich. Wir sollten mal die BG, Gewerbeaufsicht und oder Arbeitsschutzbehörde Fragen wie sie dies Problem lösen würden.

    Einigungsstelle geht auch dauert aber etwas länger.

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey

  • Alle die genannten Institutionen helfen sicher gerne weiter. :lol:

    Ich würde trotzdem raten, zusätzlich als BR den AG anzuschreiben und ihm mitzuteilen, dass die Verhandlungen zur mitbestimmungspflichtigen Angelegenheit "Rauchverbot" zu Scheitern drohen, und das man die (mit Kosten im 5-stelligen Bereich verbundene) E-Stelle anrufen müsse, wenn bis (Datum) nicht ein verhandlungsfähiger Gegenvorschlag des AG auf dem Tisch liege.

    Das dürfte die Motivation deutlich erhöhen...

  • Wenn ihr da mal nicht übers Ziel hinaus geschossen seid, Rabauke. Der Städte- und Gemeindebund NRW gibt folgende Einschätzung ab:

    Für die Städte und Gemeinden gibt es derzeit keine Möglichkeit Verbote auszusprechen und damit ohne gesetzliche Regelung Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger einzuschränken.


    Dass E-Zigaretten vielfach mit Tabakzigaretten gleichgesetzt werden, ist imho eine politische Entscheidung, die von Erziehungsfanatikern angestoßen wurde, die schon bei Kaugummizigaretten einen Schreikrampf bekommen. Nach Forscheransicht haben sie mit Tabakzigaretten so viel zu tun, wie ein Bobby-Car mit einem Straßenpanzer.


    In unserem Betrieb sind E-Zigaretten weder ausdrücklich erlaubt noch verboten. Solange es niemanden stört, wird bei der Arbeit gedampft und falls sich doch jemand gestört fühlt und der Dampfer ohne Gebruddel vor die Tür geht, sehen weder BR noch AG Handlungsbedarf. Anders sähe es aus, wenn jemand aufgrund von Position, Alter oder Betriebszugehörigkeit ein Gewohnheitsrecht auf Belästigung abzuleiten versucht.

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

    Einmal editiert, zuletzt von Der Mann mit der Ledertasche ()

  • Hallo Ledertaschenmann,


    Wenn bei euch im Büro gedampft werden darf das die Heide wackelt, dann ist das so.


    Wir sind der Meinung, nur weil eine Minderheit einen Raum mit Dampf befüllen will und damit andere belästigt werden wir das nicht zulassen.

    Wer rauchen oder Dampfen will kann das gerne drausen im Dampf und Raucherbereich erledigen aber nicht in den geschlossenen Gebäuden.


    Bid heute hat noch keiner dagegen geklagt.

  • Hallo Rabauke,


    und was macht ihr mit anderen belästigenden Personen wie Dauertelefonierern, Possenreißern, Angebern, Preisfurzern, Anekdotenaustauschern, Schreihälsen, Knoblauchfans...


    ... ach so, das sind ja keine Minderheiten. ;)

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)