Schriftliche Ermahnung vs. Abmahnung

  • Hallo zusammen,

    ein Arbeitnehmer (BR-Mitglied) wurde wegen eines Arbeitsfehlers schriftlich ermahnt.

    Der Titel der schriftlichen Ermahnung lautet "Ermahnung wegen mangelnder Sogfaltspflicht".

    Gleichzeitig wird im letzten Absatz des Schreibens bei einer Wiederholung des in der Ermahnung gerügten Verhaltens darauf hingewiesen, dass man sich zu weiteren arbeitsrechtlichen Maßnahmen gezwungen sähe sofern sich der Mitarbeiter nicht bessere; weiteres Fehlverhalten führe zur sofortigen Kündigung.

    M.W. enthält eine Ermahnung eine solche Drohung nicht. Wird aus der Ermahnung nun automatisch eine Abmahnung aufgrund der Kündigungsandrohung?

  • Hallo,

    ständige Rechtsprechung (nicht nur) zu Abmahnung:

    Es kommt nicht auf die Überschrift oder Benennung an, sondern wie etwas konkret ausgestaltet ist.

    Und deswegen kann auch in dem von Dir geschilderten Fall durchaus das "Ermahnung" betitelte Schreiben die rechtliche Wirkung einer "Abmahnung" entfalten.

  • Abmahnung beinhaltet:

    - Konkrete Bennenung des Fehlverhaltens
    - Aufforderung Fehlverhalten abzustellen
    - Androhung arbeitsrechtlicher Schritte im Wiederholungsfall

    Da alle Kriterien erfüllt sind, sehe ich das auch so. Völlig egal, was auf dem Papier steht - das ist eine Abmahnung!

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Zitat von Hubertus

    Hallo SweBR,

    nur du weisst, ob das Absicht ist, um den Mitarbeiter zu beruhigen und einzulullen, oder Unwissenheit.

    Gruß

    Huertus

    Ich glaube Ersteres ist der Fall. Dann interpretiere ich das auch definitiv mal als Abmahnung.