Suchtkrankheiten

  • Hallo Kolleginnen und Kollegen,
    habt Ihr schon Erfahrungen, mit Mitarbeitergesprächen die auf Grund von Suchtverdacht zB. Alkohol stattfinden sollten, gemacht?
    Bei uns ist es in letzter Zeit vermehrt zu Verdachtsmomenten gekommen.
    Ich wurde heute wieder von einem Vorgesetzten angesprochen, weiß aber nicht wirklich wie man (AG,BR) da vorgehen sollte.
    Ist ja auch eine sehr kritische und sensible Thematik.
    Hab ein wenig Angst das mehr kaputt gemacht wird, als das geholfen wird!
    Bin für jede Anregung dankbar. :oops:

  • Hallo,

    akute Erfahrungen haben wir nicht.

    Ich würde aber vorschlagen, darüber eine BV abzuschließen.
    :arrow: Erst einmal solltet Ihr den prinzipiellen betrieblichen Umgang mit berauschenden Mitteln regeln (z.B. Alkoholverbot? Oder Erlaubinis geringfügiger Mengen?)
    :arrow: Dort sollte als 1. Stufe bei dringendem Suchtverdacht mit Auswirkungen auf das Arbeitsverhältnis ein Suchtberatungsgespräch festgelegt sein, z.B. über den Betriebsarzt, ohne arbeitsrechtliche Konsequenzen.
    :arrow: Therapiemöglichkeiten und Unterstützung sollten festgehalten werden.
    :arrow: Danach die "Eskalationsstufen" bis hin zur Kündigung, dabei die Beteiligung des BR genau festlegen. Ggf. Wiedereinstellunganspruch bei erfolgreicher Therapie festlegen.

    Klar muß sein: Sucht ist eine Erkrankung, die die Steuerungsfähigkeit der Betroffenen einschränkt. Es muß Ihnen Gelegenheit gegeben werden, ihr Verhalten zu ändern. Man muß auch prüfen, ob der Alkoholkonsum Auswirkungen auf die Arbeit hat, und wenn ja welche.

    Grüsse Winfried

  • Hallo Werner,

    wir hatten vor einiger Zeit einen ähnlichen Fall. Der entsprechende MA wurde dann vom Vorgesetzten daraufhin angesprochen. Der MA war sehr froh, dass er angesprochen wurde.
    Anschließend wurde mit unserer Suchtberaterin ein Gespräch geführt. Zwischenzeitlich hat er eine Entwöhnung durchgeführt, die offensichtlich positiv war.

    Ich denke, man muss mal sehen, wie der Kollege darauf reagiert und entsprechend selbst reagieren.
    Bei positiver Aufnahme des Gesprächs die Möglichkeiten aufzeigen, die die Firma hat.
    Bei negativer Aufnahme des Gesprächs: ihn auf mögliche Gefahren hinweisen (Selbst- und Fremdgefährdung); vielleicht ihn an die SBV und/oder Betriebsarzt verweisen, wenn er mit dem Vorgesetzen nicht sprechen möchte ....

    Gruß/Günther

  • Hallo Heelium,

    das ist wirklich ein sehr heikles Thema, da bei Suchterkrankungen idR der Kranke zwar eine faire Chance bekommen muß, aber auch gefordert werden muß, vor allem bezüglich der Einsicht, daß er/sie überhaupt ein Problem hat.
    Bei uns als ÖPNV-Betrieb ist das Thema natürlich besonders heikel und kompliziert. Wir haben dazu eine BV abgeschlossen mit einem mehrstufigen Verfahren, daß dem Kranken bei entsprechender Kooperation seinen Arbeitsplatz sichert, aber auch die Vorgesetzten am Weggucken hindert.
    Wenn Du willst, schicke ich sie Dir gerne persönlich zu.

    &Tschüß

    Wolfgang

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen