Ab wann ist eine Bildschirmarbeitsplatz gegeben?

  • Hallo zusammen,

    die BildscharbV gibt im Anhang klare Regeln vor, wie ein Schreibtisch, Bürostuhl und was auch immer, beschaffen sein muss. Nur vermisse ich in dieser Verordnung:

    1) Gilt diese auch für Heimarbeitsplätze (=Home Office)
    2) Erst recht, wenn diese nur 2-3 Std/Tag genutzt werden (VertriebsMA)?

    Bitte um entsprecheden Quellverweis/Urteil...

    Danke Euch!

    Oliver

  • Oli,

    schau mal in § 1 (1)
    "Diese Verordnung gilt für die Arbeit an Bildschirmgeräten."
    und § 1 (2) und (3):
    "Diese Verordnung gilt nicht für ..."

    Home-Offices (falls der Gesetzgeber überhaupt weiß, was damit gemeint ist :shock: ) werden da nicht ausgenommen...

    Das Problem ist, dass sich Arbeitsplätze in Privatwohnungen weitgehend einer möglichen Überprüfung entziehen. (Grundgesetzlicher Schutz der Wohnung, aber das wird der Herr Schäuble sicherlich auch noch abschaffen).

    Auch enthält die Verordnung keinerlei zeitliche Einschränkung.

  • Hallo oli,

    zu dem vom Timo genannten Problem der "Kontrolle" kommt noch ein weiteres hinzu!

    Ich kenne keinen einzigen MA im Vertrieb, der die Arbeitsmittel -Schreibtisch und Stuhl- von seinem AG gestellt bekommt! Die technischen Arbeitsmittel -Laptop/PC/Bildschirm/Drucker/Telefon- stellen allgemein nicht das eigentliche Problem dar! Oder ist das bei Euch anders?

    Problematisch ist die Einrichtung eines Arbeitsplatzes, der auch in der häuslichen Umgebung den Arbeitsschutzbestimmungen stand hält. Aber abgesehen davon, würde ich mir von meinem AG auch nicht mein Arbeitszimmer/meinen Arbeitsplatz einrichten lassen wollen!

    Diese Seite beschäftigt sich zwar mit Telearbeitsplätzen, aber hilft Dir vielleicht trotzdem etwas weiter: http://www.aus-innovativ.de/themen/6844_6867.htm

    Gruß
    Kokomiko

  • Hi

    die technischen Arbeitsmittel sind nicht das Problem, die Büroeinrichtung als solches jedoch um so mehr. Da zwei unserer damaligen Vertriebsstandorte dicht gemacht wurden, sind diese MA nun auf ein ergonomisches Homeoffice angewiesen, die der AG zu stellen hat.

    Es geht auch nciht darum, dass der AG hier nun die immer einrichtet, sondern eben genau wie Dienstwagen und Schlepptop auch Schreibtisch und Stuhl zur Verfügung stellt - es sei denn, der MA wünscht es ausdrücklich nicht.

    Bin aber zwischenzeitlich auf ein Urteil gestossen, dass von 25% der Tagesarbeitsleistung am Bildschirm ausgeht (sprich: 1-2 Std.) das ArbG Neumünster hat das sogar bei einem sieben Stunden Tag auf mind. 30min. runter geschraubt, damit die BildschArV greift - womit der ArbGeb zur bereitsellung dieser Mittel verpflichtet wird.

    Danke Euch beiden für Eure antworten

    Gruss,

    Oli

  • Es geht also eigentlich um die Frage "(Wann) hat der Arbeitgeber die Arbeitsplatzausstattung zur Verfügung zu stellen?"

    Meines Erachtens hat der AG grundsätzlich einen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Ist auch eine wunderschöne Spielwiese für Betriebsräte, wobei mir nicht klar ist, warum solch eine Regelung nicht bereits zu dem Zeitpunkt getroffen wurde, als die Standorte geschlossen wurden.

    Wir haben dazu eine Regelung, dass für Neuanschaffungen der AG einen bestimmten Maximalpreis dazu gibt. Die davon erworbenen Möbel sind Eigentum des AG. Eine Kollegin die ausschied fragte mich mal, was sie wegen ihres Sxchreibtisches nun zu unternehmen hätte. Ich antwortete ihr: "Willst Du Deinen bald ehemaligen Arbeitgeber ärgern? Dann sag ihm er solle sein Eigentum bitte am letzten Tag des Arbeitsverhältnisses abholen!"

  • oli,

    wenn es Euch nicht um die Telekommunikationsmittel sondern um "Tisch & Stuhl" geht, würde ich mich als BR definitiv nicht oder ausschließlich auf einen "Bildschirmarbeitsplatz" einschiessen! Oder sind mit der Arbeit am PC sämtliche Tätigkeiten am Schreibtisch erledigt?

    Ich hoffe, Ihr vergesst nicht, dass für Eure betroffenen KollegInnen ein "Aufwendungsersatz gem. § 670 BGB" in Frage kommt! Das Thema dürfte um einiges interessanter sein!

    Dieses BAG Urteil greift Eure Situation auf: http://juris.bundesarbeitsgeri…10-14&nr=9724&pos=4&anz=6

  • Hi

    Timo: Vetraglich besteht nur das Home Office. Es wurden aber darüber hinaus Vertriebsstandorte eingerichtet, um z.b. Teammeetings abhalten zu können. Um Kosten zu sparen, werden / wurden die Standorte dicht gemacht, Arbeitsvertraglich war von diesen ja auch nie die Rede.

    Diese Standorte sind vollmöbliert. Dem Home Office wird nur die Elektronik nebst DSL Anschluss zur Verfügung gestellt, die MA müssten also am Küchentisch ihren Tätigkeiten nachkommen.

    Dass die Möbel Eigentun des ArbGeb sind, ist klar. Der Witz bei der ganzen Sache ist allerdings, dass wir mit Büromöbeln handeln (!), hier unsere MA also zum Einkaufspreis ausstatten könnten - wo man sich beharrlich weigert.

    @Komiko: Nein, EIn Aussließlicher Bildschirmarbeitsplatz ist es ja auch nicht. Aber dass muss er ja auch nicht sein, damit die BildschArbV eingreift, wie ich in dem letzten Beitrag ja schon geschrieben hatte.

    Geht auch nicht um den Aufwendungsersatz oder ein häusliches Arbeitszimmer - nur um ein Tisch & Stuhl :-)

    Viele Grüße

    Oliver

  • Bei uns werden Außendienstler - wenn sie wollen - mit den Basismöbeln ausgestattet: Schreibtisch, Stuhl, Rollcontainer. Auf das Eis "wann reden wir über einen Bildschirmarbeitsplatz" mussten wir nicht gehen. Die Möbel haben den üblichen Standard und gehören dem AG - im Zweifel bleiben sie aber beim Mitarbeiter, weil der Transport woanders hin viel zu aufwändig wäre. Wir sind mit dieser Regelung sehr zufrieden.:)

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen