Zeitlicher Rahmen für Abfindungssummen für AN

  • Gibt es einen Sozialplan oder Interessenausgleich?

    Wenn nein, dann bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. 0,5 Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr bei betriebsbedingter Kündigung, wenn der gekündigte auf Klage verzichtet. §1a KSchG

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Hallo Logi 44,

    was bewegt dich zu dieser Frage?

    Eine Abfindung ist das Ergebnis einer Verhandlung zwischen AG und AN bzw. in einem Sozialplan, zwischen AG und BR.

    Es gibt keinen generellen Anspruch auf eine Abfindung.

    Schau dir mal den §1a KSchG an. das ist die einzige Stelle, die mir bekannt ist, wo ein Abfindungsanspruch entstehen kann.

    Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.

  • Hallo Markus,


    Zitat

    dann bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. 0,5 Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr bei betriebsbedingter Kündigung,

    das könnte das Mindestergebnis sein aber nicht der Startpunkt der Verhandlung.

    Abfindungen werden in der Regeln von AG nur angeboten, wenn er sich nicht sicher ist, ob da nicht nicht in folge des Arbeitsplatzverlustes eine Kündigungsschutzklage folgt.

    Je größer die Unsicherheit beim AG, je größer kann die Forderung sein.

    Also nichts verlangen ist Dummheit, ablassen kann man immer noch. Soll heißen starten mit 1 Gehalt je Betriebszugehörigkeit und dann verhandeln.

    Kommt natürlich auch darauf an, wie die Chancen für den Einzelnen auf dem Arbeitsmarkt sind.

    Ein zu kündigender MA mit Ende 50 oder älter, kann mehr Abfindung erhalten als ein deutlich jüngerer MA.

    Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.

  • Hallo Nordfriese,

    klar hast du Recht mit deiner Aussage, dass die Abfindung auch höher ausfallen kann.

    Die Frage war ja, wann ein Arbeitgeber die Abfindungshöhe bekannt geben muss. Und das muss er eben garnicht. Wenn er schlau ist, bietet er eine Abfindung an, wenn er Kündigt.

    Dann muss der AN im Rahmen einer Kündigungsschutzklage versuchen, eine höhere Abfindung rauszuschlagen, oder er verhandelt so mit dem Arbeitgeber, wobei er da nicht die 3-Wochen-Frist aus den Augen verlieren darf, um gegen seine Kündigung Klage einzureichen.

    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Hallo Erco,

    in den von dir benannten §§ geht es um die Abfindung durch Urteil des Gerichtes und soweit sind wir doch noch gar nicht.

    Hier geht es um die Auflösung einer Abteilung (betriebsbedingt)

    Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.

  • Hallo Zusammen,


    ich kenne keine Rechtsanspruch auf Abfindung bei Schließung einer Abteilung.


    Damit irgendwie eine Abfindung zustande kommt muss entweder

    ein Aufhebungsvertrag des Beschäftigten mit dem Arbeitgeber geschlossen werden der die Summe der Abfindung beinhaltet

    eine Kündigung des AN erfolgen und dieser verzichtet dann auf die Klage gegen diese unter erhalt einer Abfindung

    eine Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht erfolgen und dort wird ein vergleich abgeschlossen.


    GGF gibt es einen Intressenausgleich und Sozialplan mit einer Berechnugnsgröße und Namensliste, dann führt auch dieses zu einem Abfindungsanspruch (der jedoch durch einreichen einer Kündigungsschutzklage und vergleich dort auch höher ausfallen kann)

  • Erstmal Danke für die rege Diskussion!

    Darum ging es mir aber nicht, da wir einen Interessensausgleich/Sozialplan haben ist dies alles sehr genau geregelt.

    Die betroffenen Kollegen kommen zu uns und wollen die Höhe der Abfindung vom AG mitgeteilt bekommen,

    um auch Rechtssicherheit zu haben. Unser AG macht dieses aber nicht mit der Begründung das noch nicht

    alle Umsetzungen in Sack und Tüten sind.

    Das kann ich persönlich nicht nachvollziehen, da das eine mit dem Anderen nix zu tun hat.

    Was soll ich den Kollegen jetzt mitteilen, außer die Antwort vom AG?

  • Wenn doch alles so genau und transparent geregelt ist -müsste doch ein BR der an den Verhandlungen beteiligt war - errechnen können (aufgrund der Kritierien Betriebszugehörigkeit, Alter etc. wieviel ein Kollege bekommen SOLLTE , wenn er von dieser Maßnahme betroffen ist (auch wenn das unverbindlich ist)


    Wenn der AG noch gar nicht weiß wer alles von dieser Maßnahme (aufgrund von Umsetzungen, Sozialauswahl) betroffen kann er doch Müller nicht rechtssicher mitteilen du bekommt XXX €. Um ihm dann nach 2 Monaten zu sagen - ach nee du behälst deinen Arbeitsplatz weil Schultze hat gekündigt. Und Müller hat in seiner Freude bereits das neue Auto bestellt.

  • Hallo logi,


    wenn ihr einen Interessenausgleich habt und auch die Formeln festgelegt habt dann kann dieser Intressenausgleich von jedem eingesehen werden.

    Wir haben als BR ein Rechenprogramm zu unserer Regelung die wir mit dem Arbeitgeber getroffen haben und rechnen jedem Mitarbeiter an Hand der bestehenden Daten aus, wie hoch seine Abfindung sein wird, wenn der Interessenausgleich zur Anwendung kommt, also der Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz verlieren sollte auf grund der Situation die geben ist.


    Wenn der Arbeitgeber aber alle Mitarbeiter halten will und noch nicht feststeht wer und ob überhaupt einer gehen muss, dann kann ja es ja sein, das überhaupt keine Aufhebungen durchgeführt werdne und somit keine Abfindungen zur Zahlung kommen. Ausnahme, ihr habt eine Namensliste und damit festgelegt, wer gehen muss. Dann steht fest wer eine Abfindung bekommt.


    gruß

    Rabauke

  • Hallo Rabauke,

    die Nachteilsausgleiche für die MA, die ihren Arbeitsplatz verlieren oder versetzt werden, werden nicht in einem Interessenausgleich sondern im Sozialplan festgelegt.

    Im Interessenausgleich wird lediglich beschrieben, warum, was passiert.

    Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.

  • Hallo Rabauke,

    die Nachteilsausgleiche für die MA, die ihren Arbeitsplatz verlieren oder versetzt werden, werden nicht in einem Interessenausgleich sondern im Sozialplan festgelegt.

    Im Interessenausgleich wird lediglich beschrieben, warum, was passiert.

    stimmt, sorry, ich verdrehe diese Tatsache immer, da das ganze bei uns nur 1 Regelung ist in dem beides geregelt wird. Warum und was es dafür gibt.