Beteiligung des BR beim BEM Gespräch

  • Guten Morgen.


    Wir gelten mit unseren knapp 15 Personen als Kleinbetrieb und ich bin 1-köpfiger BR.


    Eine Kollegin soll in Kürze ein BEM Gespräch führen.

    Mir ist soweit bekannt, dass ich bei den Vorbereitungen einbezogen werden muss.

    Nun stellt sich mir jedoch die Frage, ob ich auch während des eigentlichen BEM-Gespräches dabei bin... oder sein muss?


    Und ebenso die Frage, was ich ansonsten noch beachten muss für ein solches Gespräch.


    Gruß,

    imebro

  • Müssen tust du nicht, auch wenn es absolut Sinn macht.


    Allerdings ist das einzig und alleine die Entscheidung des betroffenen Arbeitnehmers. Zu dem würde ich Kontakt aufnehmen und ihn dementsprechend impfen, dass er dann auch sagt, dass er dich dabei haben möchte.


    Das wichtigste beim BEM-Gespräch ist, dass du gut vorbereitet hin gehst. Das heißt, du solltest vorher schon wissen um was es geht. Sollte sich herausstellen, dass der/die ArbeitnehmerIN den Job nicht mehr so machen kann, wie bisher, solltest du schon einen gewissen Plan haben, ob es Hilfsmittel gibt, damit er/sie den Job so weitermachen kann. Ansonsten, ob und wo man den betroffenen Menschen sonst einsetzen könnte.


    Wichtig ist, dass allen beim BEM-Gespräch klar sein sollte, dass es nicht darum geht, eine Kündigung vorzubereiten, sondern den/die KollegeIN nach Möglichkeit weiterhin an seinem alten Arbeitsplatz einzusetzen. Solltest du merken, dass es in eine andere Richtung geht, musst du auch dementsprechend eingreifen.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Bei uns im BEM gilt immer folgendes:

    1. Gleiche Arbeit am gleichen Arbeitsort wie bisher mit Änderung der Arbeitsbedingungen, alle Hilfen der begleitenden Hilfe im Arbeitsleben ausschöpfen und prüfen was kann der MA zusätzlich tun um seine Situation zu verbessern.

    2. Wenn das nicht funktioniert, dann andere Tätigkeit am alten Arbeitsort und dann weiter wie in 1.

    3. Wenn das auch nicht funktioniert dann anderer Arbeitsort mit anderer Tätigkeit und dann weiter wie in 1..


    Meistens bleiben wir bei 1.


    Wenn man den Integrationsfachdienst mit ins Boot nimmt, wird man immer eine gute Lösung finden.

    Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.

  • Hallo,


    auch im Kleinbetrieb ist der Ablauf des BEM von A-Z in der erzwingbaren Mitbestimmung. Hier kannst Du für die Zukunft ansetzen.

    Bis Du eine Regelung hast, kannst Du aber immer die AN beim BEM bzw. Krankenrückkehr- oder "Fürsorgegespräch" auf Ihr Recht auf Begleitung durch ein BRM gem. § 82 Abs. 2 BetrVG hinweisen.