Können MA Haftbar gemacht werden bei Verlust von Schlüsseln

  • Hallo,

    habe ne frage. Unsere Schlüsselverwaltung wurde überarbeitet. Jetzt sollen alle die einen Schlüssel ( Büro etc. ) bekommen haben mit Ihrer Unterschrift bestätigen das sie damit einverstanden sind im Verlustfalle Schadensersatzpflichtig gemacht werden können.

    Wie seht Ihr das ?

    Ist das Rechtlich ok?

  • Wie sagt der Jurist so gerne? Das kommt drauf an.


    Wenn einen Schlüssel für das Büro zu haben ein "Nice-to-have" ist, also nicht notwendig, dann akzeptiere ich auch, dass ich die Verantwortung für mein "Spielzeug" übernehme.


    Muss ich aber im Rahmen meiner Arbeitspflicht einen Schlüssel haben, dann ist der Schlüssel ein Arbeitsgegenstand. Und für den hafte ich nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Der "normale" Untergang ist unternehmerisches Risiko, das mir der AG nicht auf's Auge drücken kann.


    Ich habe es hier vor kurzem in einem anderen Thread mal angedeutet, dass wir als BR mal eine Regelungsabrede treffen wollten, die wir nicht veröffentlicht haben wollten. Da ging es um genau so etwas. Der AG wollte in der BV drin stehen haben, dass die AN für Verlust ihrer Zugangskarten haften und mit x Euro belastet werden. Aus oben genannter Argumentation haben wir dem AG erklärt, dass das so nicht funktioniere. Der AG hat das zwar verstanden, wollte diese Formulierung aber so stehen lassen, weil er sonst befürchtete, dass allzu sorglos mit den Karten umgegangen wird. Und genau da haben wir uns darauf geeinigt, ok, lassen wir schon stehen (als das Schwert des Damokles), haben aber zeitgleich vereinbart, dass eine tatsächliche Belastung des AN erst im Wiederholungsfall und bei Vorsatz erfolgt. Bis heute hat noch nicht ein AN die "Gebühr" bezahlt (und ich habe auch schon die dritte Karte (in 12 Jahren)). Aber alle gehen sorgsam mit den Karten um und freuen sich, wenn der AG kulant ist. ;)

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Ich denke auch, dass sich die private Haftung nur auf grobe Fahrlässigkeit beschränken sollte.

    Zudem könntet ihr vereinbaren, dass im Ausgabepapier darauf hingewiesen wird, dass viele Privat-Haftpflichtversicherungen Schlüsselverlust mit abdecken und der MA das prüfen sollte - ohne ihn zu zwingen, auch eine abzuschließen.

  • Geht doch viel einfacher. Mir wird angeboten, einen Schlüssel zum Büro bekommen, wenn ich im Gegenzug für Verlust haftbar bin --> ich lehne ab und mache das Gegenangebot, dass ich den Schlüssel nehme, wenn ich nicht für den Verlust haftbar bin.


    Fall A: AG nimmt an --> Ich versuche natürlich auf den Schlüssel aufzupassen, aber wenn ich ihn verdaddel, bin ich nicht in der Haftung (was ich mir natürlich schriftlich geben lassen würde)


    Fall B: AG lehnt ab --> Es kam kein Überlassungsvertrag zustande. Ich bekomme keinen Schlüssel und muß halt klingeln und warten, dass mir jemand aufmacht.

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Ich hänge mich mit etwas ähnlichem hier mal dran.
    Eben kam ein neuer Kollege auf mich zu und hatte gesagt das er für den Stempelchip unterschrieben hat und er für den Verlustfall 300€(kein Schreibfehler) bezahlen muss. Angeblich hängt an jedem Chip eine Lizenz. Bis vor kurzem stand da noch 30€ im Raum. Wir müssen eh eine BV zur Zeiterfassung ausarbeiten, kann man sowas darin klären.
    Ich finde 300€ dann schon sehr willkürlich.

  • Hallo Club-Mate,


    was steht denn das in eurer BV und habt ihr das System überhaupt geregelt.

    Ich bin verwundert. Die heutigen Systeme kommen mit karten aus die im centbereich liegen bzw. lassen es sogar zu, dass der neue Personalausweis hierfür genutzt werden kann.


    Also 300,- ist ca. 295 zu viel, wenn neben den Centpreis für einen neuen das Sperren des alten und einloggen des neuen mit 4,50€ berechnet wird. Handlingsarbeiten von ca. 5 Minuten.

    Gruß

    Rabauke

  • Angeblich hängt an jedem Chip eine Lizenz.

    Also entweder reden wir über etwas ganz anderes als reine Zeiterfassung oder das ist an Blödsinn kaum noch zu überbieten.


    Bei uns sind die Chips Karten, die auch noch mit Bild und Firmenlogo bedruckt werden, d.h. die Kosten sind etwas höher, aber selbst wir kommen nicht über 10,- Euro.


    Als AN würde ich dem AG den Chip wieder auf den Tisch legen und sagen: tut mir leid, aber ich habe jetzt zwei Nächte lang kaum schlafen können, weil ich nicht wüsste, wie ich das Geld dafür aufbringen sollte. Ich kann mir den Chip nicht leisten. Hier hast du ihn wieder... mal schauen, was dann passiert ;)

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  • guter Aufhänger für Gewerkschaftsbeitritt und dann ab in die GUV Fakulta

    Das kann ich nur Unterstreichen.

    Für einen Jahresbeitrag von z.Z. 21 € übernehmen die sehr viel.

    Generelles was AN Haftung angeht.

    Die kommen auch zu einer BV und stellen sich vor.

    Wird demnächst bei uns durchgeführt.


    https://www.guv-fakulta.de/region-west.html

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey