Sonderurlaub bei Kurzarbeit

  • Hallo zusammen,


    unser Unternehmen befindet sich aktuell in Kurzarbeit.


    Es gibt eine Betriebsvereinbarung nach der bei Umzug einen Tag Sonderurlaub gewährt wird. Nun soll dieser Tag einem Mitarbeiter nicht gewährt werden, da sich das Unternehmen in Kurzarbeit befindet.


    Ist dies so korrekt bzw. ist dies davon abhängig, ob der betroffene Mitarbeiter zum Zeitpunkt des Umzuges tatsächlich komplett oder zu einem Teil in Kurzarbeit ist?

  • Hallo Bernd,


    in der BV Sonderurlaub ist nichts hinsichtlich der Kurzarbeit geregelt und in der BV Kurzarbeit ist nichts hinsichtlich des Sonderurlaubes geregelt, außer vielleicht in einem Satz in den Schlussbestimmungen: Während der Laufzeit dieser Betriebsvereinbarung werden frühere Vereinbarungen, sofern sie dieser Vereinbarung entgegenstehen, außer Kraft gesetzt.


    Ferner steht in der BV Kurzarbeit: Mitarbeiter, deren Urlaub zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Vereinbarung bereits beantragt, genehmigt und zeitlich innerhalb der Kurzarbeitsphase festgelegt wurde, sind von der Kurzarbeit während des Urlaubs ausgenommen.

  • Ich verstehe den Ag nicht.

    Sinn des Sonderurlaubs war es doch (bzw. ist doch) dem Ma einen Tag SU für besondere Anlässe zu gewähren

    (halt Hochzeit, Beerdigung oder auch Umzug)

    Warum ist der Sinn bei Kurzarbeit denn plötzlich ein anderer? Der Ma soll für den besonderen Anlass frei haben.

  • ich glaube der AG ist möglicherweise der irrigen Annahme aufgesessen das Kurzarbeit = arbeitsfrei heißt, was so aber nicht stimmt.

    möglicherweise möchte er über die Nichtgewährung des Sonderurlaubs auch Kosten sparen, da die BVs zur Kurzarbeit die ich kenne Urlaub immer von der Kurzarbeit ausnehmen und das normale Gehalt gezahlt werden muss.

    Weist doch mal den AG daraufhin, dass der Anspruch von Sonderurlaub durchaus auch als Gegenmassnahme zur Vermeidung von Kurzarbeit zählt, und die Bedingungen für Kurzarbeit solche Massnahmen vorsehen.


    Viele Grüße

    Bernd

  • der Sonderurlaub wie ihr es nennt ist eine Freistellung von der Arbeit für einen besonderen Anlass wenn denn eine Freistellung erforderlich ist.

    Wenn nun aber der MA eh von der Arbeit freigestellt ist, dann muss er doch nicht doppelt freigestellt werden.


    Wenn der MA dann von der Arbeitsagetur an dem Tag zum "Spargelstechen" abberufen wird, dann muss der MA schauen, ob er dazu auch von der Arbeitsagentur freigestellt wird weil ein Grund nach §615 BGB vorliegt.


    Bei uns ist der "Umzugstag" im Tv geregelt (und nicht in einer BV) kann nur alle 5 Jahre im Anspruch genommen werden und muss im direkten Zusammenhang mit dem Umzug stehen, als der Tag an dem man Umzieht oder die Behördengänge erledigt.


    Wenn ich am Samstag umziehe und am Samstag die Behördengänge erledige dann brauche ich halt den freien Tage nicht weil ich Samstags eh frei habe.


    daher genau in der BV nachlesen (wenn es nicht im TV steht) was exakt geregelt ist wozu der Freie Tag gewährt wird.



    Ich bin da beim Arbeitgeber, wenn er eh sagt, keiner muss in diesem Monat bei mir arbeiten dann ist das so für den Arbeitgeber und solange keine "Aufträge" rein kommen braucht er die Personen auch nicht für besondere Anlässe Arbeitsfrei zu stellen, denn bei Ihm haben Sie arbeitsfrei.

  • Hallo,


    deshalb wenn ihr eine BV zum Thema Kurzarbeit macht, mit rein nehmen das Sonderurlaub so zu gewähren

    ist als wäre keine Kurzarbeit. Das gleiche gilt für Feiertage.

    Ansonsten kann es euch nach den Ausführungen vom Rabauken folgendermaßen ergehen.

    Am 01.05. und am 21.05 sind Feiertage in NRW und somit frei.

    Der AG macht da aber Kurzarbeit und zahlt die Tage nicht als normalen Lohn.

    So verstehe ich den Rabauken. Ich gehe mal davon aus die Firma nicht tarifgebunden ist.

    Es haben halt nicht alle so einen tollen AG wie der Rabauke.


    Beste Grüße

  • Tatsächlich werden die Mitarbeiter bei uns aktuell nach Bedarf in Kurzarbeit geschickt und nach Bedarf auch der Kurzarbeit geholt.


    Es kann also sein, dass der Mitarbeiter die halbe Woche in Kurzarbeit ist, und die andere halbe Woche arbeitet. Die Zeiten werden wöchentlich festgelegt.


    Für den Tag des Umzuges soll der Mitarbeiter arbeiten, deshalb möchte er Sonderurlaub in Anspruch nehmen. Zwar erscheint es nachvollziehbar, dass er den Umzug ggf. auf die "Kurzarbeitsphase" planen kann, so wie es aussieht, wird der betroffene Mitarbeiter aufgrund des Arbeitsaufkommens aber voraussichtlich nicht mehr in Kurzarbeit geschickt werden.

  • Hallo,


    sieh es mal wie Ohadle.

    Sinn des Sonderurlaubs war es doch (bzw. ist doch) dem Ma einen Tag SU für besondere Anlässe zu gewähren

    (halt Hochzeit, Beerdigung oder auch Umzug)

    Warum ist der Sinn bei Kurzarbeit denn plötzlich ein anderer? Der Ma soll für den besonderen Anlass frei haben.

    Das sehe ich auch so.


    in der BV Sonderurlaub ist nichts hinsichtlich der Kurzarbeit geregelt und in der BV Kurzarbeit ist nichts hinsichtlich des Sonderurlaubes geregelt

    hier würde ich mich an die BV halten und die gilt ja noch. Also steht dem MA der Sonderurlaub zu.

    Wenn jetzt noch erhöhtes Arbeitsaufkommen dazu kommt und der MA eh keine Kurzarbeit macht ist doch alles geklärt.


    Beste grüße