Keine Beförderung aufgrund des jungen Alters eines Mitarbeiters (Diskriminierung ?)

  • Hallo zusammen,


    Ich habe da mal eine Frage.

    Ein Mitarbeiter ist auf mich als Betriebsrat zugekommen und hat mir gesagt, dass sein Chef eine Beförderung (führende Projekt-Leiter Position) ablehnt weil er noch zu jung (39 Jahre) ist.

    Seine Leistung beurteilt sein Chef als gut und er würde sich auch weiterentwickeln.


    Für mich ist das eine Diskriminierung aufgrund seines Alters.

    Was denkt ihr?

    Kann man die Beförderung irgendwie durchdrücken?


    Danke und Grüße

    EBar

  • spontan würde ich mal sagen als BR nein, als AN vor Gericht vielleicht.


    Ihr könnt natürlich als BR bei der Anhörung zur Beförderung eines anderen MA eure Bedenken aussprechen. Aber die Beförderung des jungen MA zu Erzwingen könnt ihr glaube ich nicht.

  • Hallo EBAR1,


    was habt ihr denn geregelt zur Gehaltssystematik?

    Wir haben beschriebene Funktionen und dazu auch die Eingruppierung hinterlegt.


    Wenn sich dann der führende Projektleiter an den BR wendet, dann bekommt der von mir die zuständige Funktionsbeschreibung. Wenn er wünscht, dass ich mich kümmere, dann kümmere ich mich wohl wissend und das sage ich ihm auch vorher, dass von führenden Projektleiter der AG erwartet, dass sie sich selbst vertreten können und er nun in den Augen des AG sein Limit erreicht wenn nicht sogar überschritten hat.

    Bei uns sind die Funktionen aber auch bei 80k€ und mehr eingruppiert.


    Daher, wir als BR können da zumindest den AG darauf hinweisen, dass die Richtlinien zur Eingruppierung einzuhalten sind. Hier ein guter Job gemacht wird und nach unserem Richtlinien das Gehalt nun mal 10k€ höher liegen müßte.

    Der AG die BV einzuhalten hat und wenn er anderer Meinung ist die zugehörige paritätische Kommission und wenn da keine Einigkeit erzielt werden kann die Einigungsstelle anzurufen hat.


    Aber wie gesagt, wir haben einen TV und eine BV dazu die den Prozess der Überprüfung auch durch den BR zulässt.


    Wenn ihr da nichts habt, dann geht es nur über den arbeitsrechtlichen Weg vergleichbarer Personen und vergleichbares Gehalt, was aber sehr schwer wird. Zu beweisen, dass der AG gesagt hat du bist mit 39 zu jung... das wird sicher schwer, wo man mit 40 schon zum alten Eisen gehört.


    Gruß

    rabauke

  • Danke für deine Antwort :-)

    Gehaltssystematik und Eingruppierung ist soweit richtig.

    Um sein Gehalt zu steigern müsste er auf die nächst höhere Stufe gehoben werden, deswegen ist er mit dem Wusch einer Beförderung auf seinen Chef zu gegangen!

    Am Ende geht es ihm um das Geld.

  • nun wenn er nicht den höher dotierten Job erledigt, dann gibt es auch nicht mehr Geld!


    Wenn da keine Stelle frei ist, dann bleibt er zur not bis 67 in seiner jetzigen Eingruppierung.


    Sollte aber die nächst höher Funktion frei werden und er sich darauf bewerben und er dann nachweisbar erfahren, dass er diese Stelle nicht bekommt weil er zu jung ist, dann AGG, ansonsten sehe ich keine Grund einer Höhergruppierung.


    mehr Geld wollen wir alle ;), dazu gehört aber auch dann die dazu passende Funktion mit mehr Verantwortung/Kompetenz/Erfahrung


    gruß

    Rabauke