arbeitsvertragliche Weisungsrechtstrennung auf zwei unterschiedliche Beschäftigte zweier Unternehmen

  • Liebe Interessensvertreter,


    kurze Frage, weil die Konzernorganisationen immer komplexer und undurchschauberer werden: Ist es legitim aus zwei unterschiedlichen Tochterfirmen, die dazu noch in jeweils anderen Bundesländern lokalisiert sind, ein Bereich organisatorisch zu konzipieren, welches aus ca. 30% der MItarbeiter der einen Firma und 70% der anderen besteht und durch eine arbeitsvertragliche Weisungsrechtstrennnung charakterisiert wird. D.h. Bereichsleiter hat zum AG die eine Firma, weist aber fachlich und disziplnarisch Mitarbeiter der anderen Firma mit an. Und anders herum, dass die fachliche Weisung von eigentlich Mitarbeitern der anderen Fima erfolgt.

    Diese Organisationsform sicht nicht nur komisch auf einem Papier aus, sondern erweist sich für ineffektiv und effizient.

    Frage: ist die arbeitsvertragliche Trennung des Weisungsrechts erlaubt? Fachliche Weisung an den einen Mitarbeiter der anderen Firma und disziplinarische Weisung an den anderen Mitarbeiter der anderen Firma?

  • sondern erweist sich für ineffektiv und effizient.

    Das muss ich mir erst noch sortieren...


    Ansonsten gilt, was Ohadle schon geschrieben hat: es steht dem AG absolut frei zu bestimmen, wen er mit welchen Aufgaben betraut. Er muss nur klar anweisen, wer das sagen hat. Aber da hat er bei euch ja, so meine ich das verstanden zu haben, getan.


    Denk einfach mal an den umgekehrten Fall. Wenn ein Leiharbeitnehmer im Betrieb beschäftigt ist, erhält er seine Anweisungen auch nicht von seinem Arbeitgeber, bzw. nur die Anweisung: du arbeitest jetzt hier und tust was der.../die.../das... dir sagt. Geht doch auch. ;)

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Ich glaube, dass ich es etwas schwammig formuliert habe: Verstanden habe ich die Konstellation nicht so richtig.

    Grundsätzlich kann der AG sein Weisungsrecht aber an andere Personen übertragen. Es sollte halt nur klar und transparent geregelt sein.

    Dieser Fall ist klar und zulässig!

    Es geht aber um einen Spezialfall, wo der Ffachliche Vorgesetzte nicht die gleiche Person ist, sondern zwei unterschiedliche MItarbeiter, die dazu noch in verschiedenen Firmen arbeiten und räumlich/geografisch getrennt sind.

  • Und, wo ist das Problem?


    Theoretisch kann der Arbeitgeber her gehen und sagen: "Der Abteilungsleiter in Weisungsstatt ist berechtigt euch Weisungen zu erteilen, was ihr zu tun habt. Der Mitarbeiter im HR in Urlaubsdorf ist derjenige, der euch den Urlaub genehmigen kann. Und der Mitarbeiter XY vor Ort bestimmt, ob euer Auftreten den Firmenerwartungen und den allgemeinen Anweisungen der Geschäftsleitung entspricht. Und die Bezirksleitung in Markt Frei entscheidet darüber, ob ihr kurzfristig Guthaben aus eurem Gleitzeitkonto entnehmen dürft."

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Und, wo ist das Problem?


    Theoretisch kann ...

    ...und das Ergebnis wird sein a) systematisches Mobbing, b) Verschleierung von Arbeit, c) Vetternwirtschaft, d) Selbstbereicherung, e) andereitige Betrügereien, etc.


    Nicht umsonst gibt das Arbeitsrecht für den Fall einer Weisungsrechtstrennung eine Beweislastumkehr und Ablehnungsrecht dem Arbeitnehmer bei einer kritischen Weiseung.

  • ..., dass Arbeitgeber selten von solchen Konzepten weg gehen obwohl sie nichts taugen. ...

    Das Problem ist, dass sich Arbeitsrechtskleinkinder mit Organisationsbabies sehr kreative Organisationskonzepte bei Großkonzernen (global mit etlichen Tochterunternehmen) überlegen, um künstlich Stabsstellen zu generieren, um Versandte im Konztern zu etablieren. Ich glaube, das nennt man Großcousinwirtschaft.

  • schon mal darüber nachgedacht, dass das bei "fast" jedem Leiharbeitnehmer so ist?

    Bingo! Mit einem entscheidendem Punkt: de Weistungsrechtstrennung ist Subjekt eines spezifisch-speziellen Arbeitsvertrages mit definierter Stundenmiete für den "Geliehnen".

    Sprich' der Geliehnene bemüht sich nicht a) eine Karriere vom Tellerwäscher zum CEO beim Kunden zu machen, b) eine Gehaltsanpassung von 25% über dem höhsten Tarif anzusprechen oder c) einen Dienstwagen eines Zuffenhausener Automobilherstellers (Quersumme 11) zu verhandeln.8):/:/:):)


    ....Sehe du bist intellektuell nicht im Thema8o

  • Meines Wissens muss der disziplinarische Vorgesetzte im selben Unternehmen angestellt sein wie der Angestellte. Das funktioniert auch bei Leiharbeitnehmern so: Das entleihende Unternehmen sagt, was der MA tun soll, kann ihn aber nicht feuern, wenn er das nicht tut. Sie können nur auf den AN verzichten und einen anderen anfordern. Disziplinarisch fliegt er dann erst bei der Zeitarbeitsfirma raus.

  • Meines Wissens muss der disziplinarische Vorgesetzte im selben Unternehmen angestellt sein wie der Angestellte.

    Hi, auch schnell geschnallt:thumbup: Genau das ist dass Problem, dass viele Konzerne aus a) Unwissenheit der Aarbeitsrechtlicher Regel und einer kritischen Passivität der Betriebsräte genau die unzulässigen Konzernstrukturen mit einer unzulässigen Weisugsrechtstrennung ral werden.;(

  • [hier stand im Eifer des Gefechts noch deutlich mehr Text]


    Lieber Wirtschaftsingenieur, wenn du alles besser weißt und auf alles eine Antwort hast, warum stellst du dann noch Fragen? Und wenn du so viel studiert hast und so verdammt schlau bist, warum lernst du dann die Belegung deiner Tastatur nicht mal auswendig und nimmst dir von deiner großzügig vorhandenen Zeit nicht einen kleinen Moment, um deine Beiträge noch einmal durchzulesen und auf Verständlichkeit zu prüfen?