AG fordert Gespräch trotz Absetzer

  • Grüße zusammen,


    ich habe diese Woche (nach zwei Wochen Urlaub) noch eine Woche Absetzer (eingetragen und unterschrieben im Urlaubplan). Ich bin BR-Mitglied und da bei uns gilt, dass man auch im Absetzer zur BR-Sitzung erscheinen sollte, habe ich dies getan.

    Nachdem ich kurz vorher angekommen bin wurde ich von der Personalchefin"aufgegriffen", die mir sagte dass ich nach der Sitzung bei der Chefin ins Büro soll. Ich fragte was los sei, Antwort: "Sie will ein Gespräch mit dir." Meine Antwort: "Mal schauen."

    In der BR-Sitzung wurde (was ich ja auch so sehe) gesagt, dass ich Absetzer habe und es mir überlassen sei ob ich danach zur Chefin gehe.

    Nach der BR-Sitzung habe ich zufälligerweise eine andere MA aus dem Personalbüro getroffen, die mir sagte ich solle zur Chefin. Ich konterte mit: "Nö, ich hab Absetzer." und bin gegangen.


    Vielleicht nicht die feine englische Art, aber allgemein läuft es in diesem Unternehmen so. Man wird eingeladen zu einem Gespräch und wenn man das Thema Wissen will: "Wirste sehen."

    Oder nach einem Termin wird gesagt: "Bleiben Sie kurz noch hier."

    Man kann sich auf sowas nicht vorbereiten und das ist Müll.


    Aber gut meine eigentliche Frage ist: Könnte man mir für mein Verhalten eine (gerechtfertigte, unanfechtbare) Abmahnung geben?


    P. S.: Ich hatte bis zum Erscheinen an diesem Tag keine vorherige Info, dass die Chefin ein Gespräch mit mir an diesem Tag will.

  • Hallo OssiBR0815,


    ich vermute Absetzer ist bei euch der Begriff für Überstundenfrei.

    Zu deinem eigentlichen Anliegen, du warst in Deiner Freizeit im Betrieb um deiner ehrenamtlichen Tätigkeit nachzugehen, dass du diesen kurzfristig anberaumten Termin nicht wahrnehmen konntest, kann meiner Meinung nach Dir nicht angelastet werden, denn es ist Dir überlassen ob du deine Freizeit unterbrichst um an einem betrieblichen Termin teilzunehmen.

    Wenn dieser Termin so wichtig war hätte auch eine entsprechende Einladung erfolgen müssen, da keiner mit Sicherheit annehmen konnte dass du in deiner Freizeit deinem Ehrenamt nachgehst.


    Viele Grüße

    Bernd

  • Ganz schwieriges Thema. Eine Abmahnung ist die eine Sache - sehe ich überhaupt nicht legitimiert. Aber in der Gunst der Chefin steigst du da vermutlich auch nicht weiter auf.

    Manchmal bin ich ganz froh, dass unser Verhältnis zu den Vorgesetzten noch nicht ganz so verkorkst ist.


    Technisch / rechtlich dürftest du aber auf der sicheren Seite sein. Sie darf dich ja auch nicht im Supermarkt zu einem Gespräch "auffordern" bzw. deine Ablehnung negativ auslegen.

  • noch eine Woche Absetzer

    Tut mir leid, aber an der Stelle habe ich persönlich dann einen Aussetzer, da ich mit eurem Firmenchinesisch leider nicht vertraut bin...


    Will sagen, wäre schön, wenn man solche Begriffe mal mit einem (Neben)Satz erläutert, dann haben wir hier eine Chance uns fundiert zu äußern.


    So

    ich vermute Absetzer ist bei euch der Begriff für Überstundenfrei

    geht es natürlich auch, aber die Einschätzung von Bernd (die ich, wenn die Grundlage stimmt, vollumfänglich teile) kann auch völlig daneben liegen... und alle Eventualitäten zu betrachten, was gilt, wenn was gemeint ist... nennen wir es mal unhandlich...


    Im Übrigen:

    Könnte man mir für mein Verhalten eine (gerechtfertigte, unanfechtbare) Abmahnung geben?

    Dir ist schon klar, dass dir als BR auch die am A.... vorbei gehen können? Für eine außerordentliche Kündigung wird es nicht reichen und alles andere... so what...


    Und was das angeht:

    Aber in der Gunst der Chefin steigst du da vermutlich auch nicht weiter auf.

    Da hat Tobias vermutlich Recht, aber wie heißt es so schön: auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil.


    Und wer, wenn nicht ein BR, kann derartige Stillosigkeiten

    allgemein läuft es in diesem Unternehmen so. Man wird eingeladen zu einem Gespräch und wenn man das Thema Wissen will: "Wirste sehen."

    so "elegant parieren" ohne die Konsequenzen fürchten zu müssen.


    Hätte ich an der Stelle vermutlich, rein aus Prinzip, ganz genau so gehandhabt.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Klar kann Sie dich dafür Abmahnen, du warst ja da und da ist es die Pflicht (Ordnung und Gehorsam) zum Leutnant zu gehen.

    Gruß meldung Gruß, dann Absetzen und den Feind angreifen....


    Was für eine Frage

    du mußt doch das neue Ziel kennen, auf dem du dich Absetzen sollst und die Truppe zu verteidigen

  • Hallo,


    auch mir stellt sich die Frage, was "Absetzer" ist, aber auch (wenn es das ist, was ich vermute), wer das hier

    Ich bin BR-Mitglied und da bei uns gilt, dass man auch im Absetzer zur BR-Sitzung erscheinen sollte,

    bestimmt.

    Und darüber hinaus frage ich mich auch noch, ob ossi schon mal was von § 82 BetrVG gehört hat.

  • Und darüber hinaus frage ich mich auch noch, ob ossi schon mal was von § 82 BetrVG gehört hat.

    Den Zusammenhang verstehe ich nun nicht, denn darin geht es ja um Gespräche aus Sicht des AN.
    Hier will/wollte ja der AG ein Gespräch.
    Oder ich stehe aufm Schlauch.

    Tue es oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen. [YODA]

  • Hallo Albarracin, ich verstehe nicht, was das mit dem §82BetrVG zu tun hat.

    Wenn der BR in seiner Gschäftsordnung geregelt hat, wer sich vom dienst absetzt muss trotzdem sein Ehrenamt freiwillig wahrnehmen und dieses weis auch der Arbeitgeber... dann so Gott will hat sich dieser BR dermaßen eingeschränkt.


    Wieso dann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer hier was erördern soll verstehe ich nicht.


    Kannst du mich alten Mann auf die Sprünge helfen?


    BITTE, ich habe auch einen GdB 50 und frage zur Not dich als SBV :D

  • Hallo esci,


    hierzu


    Den Zusammenhang verstehe ich nun nicht, denn darin geht es ja um Gespräche aus Sicht des AN.

    empfehle ich dir einfach mal die Lektüre der einschlägigen Fachkommentierung. Das Recht auf Heranziehung eines BR gilt grundsätzlch für alle arbeitsrechtlich relevanten Gespräche - unabhängig davon, wer sie initiiert.

  • empfehle ich dir einfach mal die Lektüre der einschlägigen Fachkommentierung. Das Recht auf Heranziehung eines BR gilt grundsätzlch für alle arbeitsrechtlich relevanten Gespräche - unabhängig davon, wer sie initiiert.

    Sooo! Dann hab ich jetzt auch die Kurve kommen und weiß nun, was du meinst.
    Ich für meinen Teil hätte mich nicht erdreistet einfach zu gehen, obwohl mich jemand um ein Gespräch bittet. Zumindest nicht, ohne vorher zu sagen, dass ich nicht kann/will/darf.

    Nicht so die feine Englische. Aber wir kennen auch nicht alle Umstände.

    Tue es oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen. [YODA]

  • Hallo albarracin,


    nun lese ich die Fachkommentierung (Eurfurter Kommentar) und bleibe dabei, hier fordert der AN was vom AG und nicht der AG was vom AN, daher, wo stehe ich auf dem Schlauch?


    Grüße zusammen,


    Nachdem ich kurz vorher angekommen bin wurde ich von der Personalchefin"aufgegriffen", die mir sagte dass ich nach der Sitzung bei der Chefin ins Büro soll. Ich fragte was los sei, Antwort: "Sie will ein Gespräch mit dir." Meine Antwort: "Mal schauen."

    P. S.: Ich hatte bis zum Erscheinen an diesem Tag keine vorherige Info, dass die Chefin ein Gespräch mit mir an diesem Tag will.


    oder bin ich blind?

    da steht nicht, dass er jemanden begleiten soll sondern der AG will mit dem Mitarbeiter (BR) sprechen


    waren ja nur 12 randnotizen dazu in erfurter

  • Hallo Rabauke,


    muß ich mir deswegen

    hier fordert der AN was vom AG und nicht der AG was vom AN, daher, wo stehe ich auf dem Schlauch?


    waren ja nur 12 randnotizen dazu in erfurter

    ernste Sorgen machen ?


    ErfK, Kania, § 82 BetrVG Rn 10 zur Hinzuziehung eines BR:

    "Dieses Recht auf Beteiligung besteht nicht nur in den Fällen, in denen die Initiative zur Erörterung vom AN ausging, sondern auch dann, wenn der AG die Erörterung mit dem AN sucht (BAG 24.4.1979, AP BetrVG 1972 § 82 Nr. 1 ...)"

    Damit lassen sich gerade solche überfallartigen "Gesprächswünsche2 relativ elegant abwiegeln.


    Und bei dieser Konstellation

    ins Gespräch gegangen wäre zusammen mit der SBV

    würde sich dann noch die Frage nach vorheriger Information der SBV stellen.

  • da haben wir zwei wohl zwei unterschiedliche erfurter Kommentare :(


    meiner ist auch "nagelneu" (10 wochen, 20ste Auflage von 2020) zum Hinzuziehen eines BR letzten drei Sätze bei mir in der Randnotiz:

    Erstrecht folgt aus §82 II kein Recht des Arbeitgebers gegen den Willen des betroffenen AN Mitglieder des BR zu Personalgesprächen hinzuzuziehen (lag...) Weiterhin muss der AG die Wahl eines vom AN bestimmten BR-Mitglieder hinnehmen. Ebenso muss das BR-Mitglied dem verlangen des AN eintsprechen (fitting......)


    Also ich sehe immer noch nicht, für den Fall dass die Personalchefin mit mir sprechen will ich hingehen muss, selbst wenn Sie dieses für einen AN verlangen sollte.


    Wenn jedoch ein AN will, dass ich an einem Gespräch als BR beteiligt sein soll, dann bitte, aber nur mit Vorbereitung und Terminabsprache...




    JA du muss dir Sorgen machen, denn ich sehe es immer noch nicht :( oder verstehe dich falsch... kann aber auch an den 34°C hier liegen.

  • Hallo,


    denke hier wird mal wieder viel am eigentlichen Thema vorbei diskutiert.


    Ossi erklär bitte was Absetzer ist.

    "Sie will ein Gespräch mit dir."

    hier ist der AN gemeint und nicht der BR.

    Gespräch und wenn man das Thema Wissen will: "Wirste sehen."

    Oder nach einem Termin wird gesagt: "Bleiben Sie kurz noch hier."

    Hier würde ich auch mal einen Balken vorschieben. Einfach das Thema des Gesprächs anfragen und Termin machen.

    Fertig aus. Alle Flurgespräche oder plötzlichen Gespräche ohne Thema nicht mehr annehmen.

    Man kann sich auf sowas nicht vorbereiten und das ist Müll.

    da gebe ich dir vollkommen recht.

    Aber gut meine eigentliche Frage ist: Könnte man mir für mein Verhalten eine (gerechtfertigte, unanfechtbare) Abmahnung geben?

    Nein auf gar keinen Fall.

  • Wikipedia hilft bzgl "Absetzer" nicht viel weiter, aber ich vermute mal, es handelt sich um Dienstplanfrei, Überstundenabbau o.ä.


    Es handelt sich damit also um einen Zeitraum ausserhalb der persönlichen ArbZ und damit um einen Zeitraum, der nicht dem Direktionsrecht des AG unterliegt. Man ist damit als AN zur Teilnahme an dienstlichen Besprechungen nicht verpflichtet.


    (Man ist als AN auch generell nicht verpflichtet, ad hoc zu Dienstgesprächen mit dem AG zu kommen, wenn ein Recht auf Hinzuziehung eines BRM besteht, den für diese müssen die zeitlichen und organisatorischen Voraussetzungen bestehen)


    albarracin : M.W. hat man auch im Frei zu BR-Sitzungen zu erscheinen, weil das BR-Tätigkeit ausserhalb der persönlichen ArbZ und Frei für sich alleine kein Verhinderungsgrund ist.

  • Hallo,


    zurück zur Ausgangsfrage:

    Neben dem Umstand, daß natürlich bei Freizeit (falls Ossi das meint) der AG keinerlei Verfügungsrecht über den AN hat, geht es eben auch darum, daß der AN auch bei vom AG veranlassten "Gesprächen" ein Recht auf Hinzuziehung eines BR hat, sofern es auch nur ansatzweise um arbeitsrechtlich relevante Tatbestände (iSd § 82 Abs. 2 BetrVG) gehen könnte.

    Und alles, was Du, lieber Rabauke, hier noch zusätzlich geschrieben hast

    Erstrecht folgt aus §82 II kein Recht des Arbeitgebers gegen den Willen des betroffenen AN Mitglieder des BR zu Personalgesprächen hinzuzuziehen (lag...) Weiterhin muss der AG die Wahl eines vom AN bestimmten BR-Mitglieder hinnehmen. Ebenso muss das BR-Mitglied dem verlangen des AN eintsprechen (fitting......)

    hat damit nichts zu tun. Das sind lediglich ergänzende Kommentierungen dazu, daß der AN die alleinige Hoheit darüber besitzt, wen er hinzuzieht.


    Und solange sich Ossi nicht mal langsam bequemt, mal höflicherweise auf die Klarstellungsfragen zum Sachverhalt zu antworten, bin ich jetzt 'raus aus dem Thread.

  • Als wir noch einen tollen BR hatten, wurde ich auch mal zu so einem "wichtigen" Gespräch zu drängen versucht. Natürlich auch ohne Thema. Der damalige BRV riet mir, mein Recht auf Hinzuziehung des BR wahrzunehmen und um einen passenden Termin zu bitten. Ich war zwar nicht im Frei, konnte aber dem AG klarmachen, dass es so nicht geht. Das Gespräch hat dann nie stattgefunden.


    Ich gehe auch sehr stark davon aus, dass Du in keinster Weise Konsequenzen haben musst. Du hattest frei und entscheidest selbst, was Du wahrnimmst und was nicht. Ich würde da auch vorschlagen, einen ordentlichen Termin mit Einbeziehung des BR zu vereinbaren. Natürlich während der AZ.