BR Arbeit geht vor

  • Liebe Kolleginnen und Kollegen,


    gestern hatten wir während unserer ersten Präsenz-Sitzung eine nette Erfahrung.


    Wir sind ein 5er Gremium und derzeit sind zwei im Urlaub sowie das einzige Ersatzmitglied.

    Demnach haben wir eine Präsenzsitzung (erstmal wieder) zu dritt durchgeführt.


    Unsere Sitzung findet regelmäßig seit 2018 Dienstags um 14 Uhr statt und dauert in der Regel bis 16 Uhr.


    Nun hatten wir gestern zu dritt eine BV Verhaltenskodex zu bearbeiten und zu beschließen, da Abgabe Termin dieser Freitag am 14.08..


    Nun haben wir im BR-Gremium eine Kollegin, welche hauptsächlich Anrufe am Telefon entgegen nimmt.

    Dieser Platz ist also regelmäßig während unserer Sitzungen nicht besetzt.


    Gestern sind in der Telefonabteilung nun erstmal unter Abzug des BR-Mitglieds noch 3 Personen verblieben.

    Normalerweise 4 aber eine weitere Kollegin hatte sich am Montag Abend krank gemeldet.


    Nun kam es gestern so, dass eine studentische Kollegin aus der Telefonabteilung um 15 Uhr gegangen ist wegen einer Uni.-Veranstaltung und die Festangestellte Kollegin um 15:30 Uhr.


    Somit saß nur noch ein Kollege im Büro und nahm die Anrufe entgegen. Dieser Kollege hat einen Behindertenstatus.


    Wir wurden von der festangestellten Kollegin um 15:30 Uhr daraufhin gewiesen (kam in die Sitzung), dass sie nun Feierabend macht.

    Um 16 Uhr kam nun die Fachbereichsleiterin in die Sitzung und sagte, "wir sollen bitte zeitnah die Sitzung beenden". Die betonte sie auch noch ein zweites Mal.


    Daraufhin stand meine Kollegin auf, nach dem wir der BV zugestimmt hatten, und ging an ihren Arbeitsplatz. Es war kurz nach 16 Uhr.

    Auf der Tagesordnung stand nur noch der Punkt "Verschiedenes". Diese Punkt ist im Wirrwarr nun untergegangen.


    Im Nachgang bekam meine Kollegin, welche vermeintlich am Arbeitsplatz fehlte, noch eine Mail geschickt, welche ich Euch nicht vorenthalten möchte:


    "Liebe n.n.,

    da n.n. krank ist und n.n. aufgrund einer universitären Veranstaltung um 15.00 Uhr gehen musste, war das Telefon nach n.n. Dienstende um 15.30 Uhr unbesetzt.

    Mittlerweile haben wir 16 Uhr.

    Das geht so nicht. Bitte passt eure BR-Sitzung dementsprechend an. Entweder hättet ihr früher anfangen oder früher aufhören müssen. Die Tätigkeit muss Vorrang haben.

    Liebe Grüße"

    Nun kann ich die Situation verstehen bin aber der Meinung, dass der Arbeitgeber schon "immer" hätte für Ersatz am Telefon sorgen müssen. Nun kam gestern alles zusammen und zum Worstcase.


    Kurz um: Ich bin der Meinung, der AG hätte bereits Montag Abend reagieren können um Ersatz zu finden.

    Ist hier der §37 der betreffende ?


    Viele Grüße

    Shm

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  • Hallo,


    grundsätzlich hat die BR-Arbeit natürlich Vorrang. Das sollte man anhand der einschlägigen Kommentierungen auch dem AG klarmachen. Die Mail der Führungskraft könnte man nämlich auch als Behinderung der BR-Arbeit verstehen.

    Und ein AG hat auch nicht einfach so in eine Sitzung zu "platzen". Der BRV hat Hausrecht und hätte die Dame ohne jede weitere Diskussion des Raumes verweisen können.


    Und wenn die Sitzungen auch in einem regelmäßigen Turnus stattfinden, hat der AG auch wie von Dir geschrieben mehr als genug Zeit, evtl. Arbeitsausfall zu kompensieren. Wenn absehbar ist, daß eine Kompensation schwierig wird, kann sich der AG ja im Vorfeld einer Sitzung schon melden.

    Allerdings sollte auch ein BR die betrieblichen Abläufe im Auge haben. Wenn alle Beschlüsse und notwendigen inhaltlichen Diskussionen abgearbeitet sind, kann man bei einem kooperativen AG natürlich auch mal auf verschiebbare TOPs verzichten.

    Also klärt erst mal die Grundlagen und zeigt dann auch mal (vertretbares) Entgegenkommen.

  • Kurz um: Ich bin der Meinung, der AG hätte bereits Montag Abend reagieren können um Ersatz zu finden.

    Ist hier der §37 der betreffende ?

    Ja, §37 (2) ist hier schon passend.

    Allerdings auch §30 "Sitzung ist an die betrieblichen Notwendigkeiten anzupassen" würde ich sehen.


    Das Verhalten der Fachbereichsleiterin ist so natürlich nicht in Ordnung. Und ich gehe auch mal davon aus, dass sich alle ordnungsgemäß zur BR-Sitzung beim jeweiligen Vorgesetzten abgemeldet haben.

    Der AG hat dann für Ersatz zu sorgen.

    Allerdings hätte ich hier (als BRV), wenn ich Kenntnis von dem aktuellen "Notstand" in dieser Abteilung gewusst hätte, doch über eine zeitliche Verschiebung der Sitzung nachgedacht. Wäre 3 bei Personen auch nicht zu kompliziert gewesen.


    Nichts desto Trotz würde ich die Fachbereichsleitung deutlich darauf hinweisen, dass BR-Arbeit grundsätzlich vor geht. Punkt.

    Tue es oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen. [YODA] - BRV, 7er Gremium, kein Tarif, GBRM

    Einmal editiert, zuletzt von esci ()

  • Hallo albarracin,


    vielen Dank für Deine Antwort. Sie bestärkt mein Verständnis.


    Man muss gestehen, dass die betroffene BR-Kollegin wohl nichts gesagt hat und ist "einfach" in die Sitzung gegangen. Eventuell hätten wir sie auch vorziehen können aber ich hatte von dem Umstand eben leider keine Ahnung.


    Daher habe ich ja auch Verständnis. Was ich aber nicht leider mag ist "zeitnah". Zu bemerken sei noch am Ende, dass ja ein letzter Kollege im Büro saß und das Telefon ebenfalls bedient hat.


    Gruß Shm

  • dass die betroffene BR-Kollegin wohl nichts gesagt hat und ist "einfach" in die Sitzung gegangen.

    Das ist natürlich ganz dünnes Eis und kann eine Ab-/Ermahnung durchaus rechtfertigen.

    Ihr solltet hier ein klärendes Gespräch führen. Dass es natürlich nicht eure Absicht war, dass es betriebliche Probleme durch die Sitzung gegeben hat, aber ebenso keine Behinderung der BR-Arbeit zu erfolgen hat.

    Im Rahmen der vertrauensvollen Zusammenarbeit.

    Tue es oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen. [YODA] - BRV, 7er Gremium, kein Tarif, GBRM

  • Hallo SHM,


    grundsätzlich bin ich ja schon der Meinung, dass ein BR die betrieblichen Belange zu beachten hat. Dies ist ja im BetrVG auch so vorgeschrieben.


    Allerdings habe ich in so einem Fall, wie bei euch nur wenig Verständnis für das Verhalten der Bereichsleiterin. Nachdem sie wusste, dass ihr immer Dienstag ab 14 Uhr BR-Sitzung habt, hätte sie für entsprechenden Ersatz sorgen müssen. Im Zweifelsfall wäre es ihre Aufgabe gewesen, vor der Sitzung auf den BRV oder auf das BRM zuzugehen und die Sache mit ihm/ihr zu klären.


    Dies würde ich als BRV auch in einem Gespräch mit der Bereichsleiterin so klarstellen.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Das ist natürlich ganz dünnes Eis und kann eine Ab-/Ermahnung durchaus rechtfertigen.

    Ihr solltet hier ein klärendes Gespräch führen. Dass es natürlich nicht eure Absicht war, dass es betriebliche Probleme durch die Sitzung gegeben hat, aber ebenso keine Behinderung der BR-Arbeit zu erfolgen hat.

    Im Rahmen der vertrauensvollen Zusammenarbeit.

    Hier muss ich ein Änderung mitteilen, die Kollegin wußte wohl nicht, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt niemand im Büro sein wird.


    Die BR-Kollegin ist i guten Gewissen in die Sitzung gegangen, dass die Arbeit gewährleistet bleibt.

  • Hallo,


    wenn Ihr einen festen Turnus habt, der dem AG bekannt ist, dann ist das mit dem "einfach gehen" eine eher läßliche Sünde.

    Hallo,


    also die BR-Kollegin ist wohl nicht einfach gegangen sondern im Wissen, dass eine Kollegin weiterhin im Büro ist. Das die Student. Aushilfe früher gegangen ist, wußte sie nicht.


    Das sind die neuen Erkenntnisse.

  • Das sind die neuen Erkenntnisse.

    Das ändert aber nichts daran, dass die bereichsleiterin von der BR-Sitzung wusste und auch wusste, dass die Kollegen frühzeitig gehen. Somit wäre es ihre Augabe gewesen, dass Problem im Vorfeld mit der BR-Kollegin bzw. BRV zu besprechen, falls sie die Arbeit nicht umorganisieren kann.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Also,

    Das ändert aber nichts daran, dass die bereichsleiterin von der BR-Sitzung wusste und auch wusste, dass die Kollegen frühzeitig gehen. Somit wäre es ihre Augabe gewesen, dass Problem im Vorfeld mit der BR-Kollegin bzw. BRV zu besprechen, falls sie die Arbeit nicht umorganisieren kann.


    LG

    Markus


    ich habe mit der Fachabteilungsleiterin gesprochen und sie sagt, es sein ein "Missverständnis" gewesen. Die BR-Kollegin hätte nicht wissen müssen, dass niemand im Büro ist, während sie die BR-Sitzung wahrnimmt. Dies war eine Änderung im Dienstplan, welche nicht kommuniziert wurde


    Auch sie habe versäumt diesen Personalengpass zu klären.

  • Hallo Markus,


    gerade hatte ich ein Telefonat mit der Bereichsleiterin und konnte dort auch nochmals genau dieses Thema platzieren. Ich habe es klar und deutlich gesagt. Die Schuld sieht sie nun in der Mitarbeiterin, welche einfach gegangen ist.

  • Vielen Dank. Den Text habe ich ebenfalls abgespeichert.

    Thema ist nun deutlich mit der Fachabteilungsleiterin besprochen und geklärt.


    Ich hoffe sie hat es verstanden.

  • Die Schuld sieht sie nun in der Mitarbeiterin, welche einfach gegangen ist.

    Hach, ist doch mal wieder schön. Hauptsache man hat jemanden, auf den man mit dem Finger zeigen kann. Wozu Ursachen erforschen und sich Gedanken machen, wie man verhindert, dass sich solche Situationen wiederholen? Alles unnützer Tüddelkram. Fingerpointing ist alles was wir brauchen... X/


    WARNHINWEIS: Obiger Beitrag kann Spuren von Ironie und/oder Sarkasmus enthalten!


    Und wenn ich höre, wie es da zugeht, bin ich nicht davon überzeugt, dass die Kollegin einfach gegangen ist. Und wenn hatte sie vermutlich einfach ihr Tagessoll erfüllt und hatte jedes Recht zu gehen...

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

    Einmal editiert, zuletzt von Moritz ()

  • Hach, ist doch mal wieder schön. Hauptsache man hat jemanden, auf den man mit dem Finger zeigen kann. Wozu Ursachen erforschen und sich Gedanken machen, wie man verhindert, dass sich solche Situationen wiederholen? Alles unnützer Tüddelkram. Fingerpointing ist alles was wir brauchen... X/


    WARNHINWEIS: Obiger Beitrag kann Spuren von Ironie und/oder Sarkasmus enthalten!


    Und wenn ich höre, wie es da zugeht, bin ich nicht davon überzeugt, dass die Kollegin einfach gegangen ist. Und wenn hatte sie vermutlich einfach ihr Tagessoll erfüllt und hatte jedes Recht zu gehen...

    Nun, das hat sie mir im Gespräch so vermitteln wollen aber ich habe ihr klar gemacht, dass sie die Vertretung zu organisieren hat und nicht die anderen Kollegen.


    Ich weiß, es ist einfach die Schuld bei anderen zu suchen. Die Verantwortung bleibt aber immer noch bei der Führungskraft.