​Kapsel-Kopfhörer

  • Hallo Onion,


    von welchen Kapsel-Kopfhörern redest du? Einfach nur geschlossene Kopfhörer mit Noise-Canceling oder von echten Gehörschutz mit integrierten Lautsprechern mit entsprechender Zertifizierung?


    Erstere werden eher nicht in der Logistik erlaubt sein. Bei den zweiten kommt es wie immer darauf an. Wenn es in dem Bereich, wo sie getragen werden sollen darauf ankommt, dass man auch umherfahrende Stapler oder Anweisungen hören soll, so ist das Tragen von Gehörschutz mit Musik auch eher problematisch.


    Da kommt es darauf an, was in eurer Gefährdungsbeurteilung steht.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Welche PSA, hier Gehörschutz, benutzt werden kann ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung.

    Diese wiederum ist durch den BR Mitbestimmungspflichtig.

    Also eine Pauschale Aussage wie diese:

    Kapsel-Kopfhörer sind als Gehörschutz in der Logistik nicht zugelassen ?

    Kann so einfach nicht bestätigt werden.

    In der Hauptsache wird bei der Auswahl des Gehörschutzes darauf geschaut mit welcher Belastung ist zu rechnen, in wie weit es der Gehörschutz Schaft die Belastung zu minimieren und dann noch der Persönliche Tragekomfort/Passgenauigkeit.

    Im Vorfeld gilt dann noch der Grundsatz Gefährdungen sind an ihrer Ursache abzustellen, wenn möglich.

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey

  • Mir ist immer noch nicht ganz klar, ob es um Kapselgehörschutz oder wirklich Kapselkopfhörer geht, also wirklich nur Lärm außen vorgehalten werden soll oder doch auch ein, wie auch immer geartetes, Schallsignal an den Träger übermittelt werden soll/kann/muss.


    Das zu definieren sollte ebenfalls teil der Gefährdungsbeurteilung sein. Insofern denke ich auch, hier lässt sich kaum eine pauschale Aussage treffen.


    Allenfalls eines: bei den aktuellen Temperaturen bin ich immer froh, wenn ich irgendwas "in ear" tragen kann und es mir nicht noch die Ohren/den Schädel wärmt. (Aber da sind wir dann bei dem von erco erwähnten Tragekomfort/Passgenauigkeit.)

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Egal ob Kapselkopfhörer, anderen Kopfhörer oder die Radiobox direkt am Ohr,

    sobald der Grenzwert (80dB) erreicht wird sind Abhilfemaßnahmen durchzuführen, das ist eine Forderung des Arbeitsschutz.

    Wenn also jemand Musik während der Arbeit über Kopfhörer hören will, dann muss vorher sicher gestellt werden, dass dieser Lärm nicht die Grenzen überschreiten kann. Ich kenne leider keinen Kopfhörer, der prinzipiell sicher stellt, dass die Lärmschwelle nicht überschritten wird.

    Somit haben auch wir für alle Beschäftigte die Nutzung von externen Medienwiedergabegeräte verboten.

    Hinzu kommt, dass durch zu lautes "musikhören" die Gefahr besteht, Warnungen (hupen des Stablers) nicht mitzubekommen.


    Der Arbeitgeber ist halt bei allem was gemacht wird im Betrieb für die Einhaltung der Sicherheit zuständig. Nicht ohne Grund darf ja der Kaffee auch nur mit Maschinen gekocht werden die die zuständige Elektroüberprüfung hat, die regelmäßig wiederholt wird.



    Darum, ja das kann sein, und das überall, das Kopfhörer verboten sind.


    Gruß

    Rabauke

  • Hallo Rabauke,


    Ich kenne leider keinen Kopfhörer, der prinzipiell sicher stellt, dass die Lärmschwelle nicht überschritten wird.

    rein technisch wäre das bei Noise-Cancelling (Gegenläufigen Schallwellen durch das Lautsprechersystem) durchaus möglich. Jedes einigermaßen moderne Smartphone beschränkt auch die Leistung des Ausgangs so, dass ein überschreiten der Lautstärke vermieden wird. Das Problem dürfte hier nur sein, dass die Kopfhörer, die das können nicht als Arbeitsschutzmittel zugelassen sind.


    Außerdem gibt es ja immer noch das Problem, dass Orthesen (angepasster Gehörschutz) die sehr effektiv Lärm dämmen extra Filter haben, die Sprache und akustische Signale durchlassen. Dies können Kopfhörer nicht bieten.

    Wenn es also darum geht, dass Signale oder Sprache noch verstanden werden muss, fallen Kopfhörer sowieso aus.


    Wiedergabegeräte prinzipiell zu verbieten finde ich selbst gar keine gute Idee, damit werden m.M.n. die Grundrechte des Mitarbeiters verletzt, ohne das es notwendig ist. Klar ist der Radio immer das lauteste in der Werkstatt, dass ist ja auch das, was man hören möchte und nicht den Schlagschrauber. Das funktioniert aber nur, wenn der Radio etwa 6dB (?) lauter ist als die Umgebung. Dies kann man aber in die Wahl des Gehörschutzes mit einbeziehen.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Hallo Markus,


    nun das Radio zu verbieten ist sogar sehr einfach.

    Der Arbeitgeber muss für jeden Mitarbeiter der das Radio hören könnte die GEZ-Gebühren bezahlen, oder aber jeder Mitarbeiter muss das zweitradio anmelden und der Arbeitgeber, der es zuläßt sicher stellen, das auch gezahlt wird, denn er steht in der Haftung, somit simpel.

    Musik hören über Lautsprecher, kommen wir zur GEMA-Gebühren, auch dafür haftet dann der AG, dass diese auch gezahlt werden, muss er nicht, kann er somit verbieten, ohne das der BR hier was gegen Unternehmen kann, oder aber er zahlt (GEZ für jeden MA und GEMA).

    Kommen wir nun zum Walkman, Diskman, MP3Player, Handy usw. hier geht es in erster Linie beim Musikhören über Kopfhöhrer um die Arbeitssicherheit. Grenzwerte sind einzuhalten, alles was die grenzwerte nicht einhält oder aber zu einer erhöhten Gefährdung führen kann ist zu prüfen.

    Bei uns wegen dem möglichen überhören von Warnsignalen (Produktionsbetrieb mit eingener Logistik) verboten. Mit BR vereinbart.

    Wir liegen im Umgebnungslärm mitlerweile durch viele Maßnahmen die wir getroffen haben bei weniger als 80 dB(a) und brauchen deshalb kein Gehörschutz mehr ;).


    Gruß

    Rabauke


    achja, mein Smartphone macht einen riesenlärm am Ohr..... wenn ich den Kopfhörer einstöpsel. da ist nichts gedämt.

  • Der Arbeitgeber muss für jeden Mitarbeiter der das Radio hören könnte die GEZ-Gebühren bezahlen, oder aber jeder Mitarbeiter muss das zweitradio anmelden und der Arbeitgeber, der es zuläßt sicher stellen, das auch gezahlt wird, denn er steht in der Haftung, somit simpel.

    Das war in deiner Jugend so, aber mittlerweile muss der AG eine Pauschale entrichten, mit der sämtliche Radios abgedeckt sind unabhängig davon, ob Radios vorhanden sind oder nicht.

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Off Topic

    Klar ist der Radio immer das lauteste in der Werkstatt, dass ist ja auch das, was man hören möchte und nicht den Schlagschrauber.

    Meinst du das komische Programm der Rundfunkanstalten, die immer die gleichen 20 Songs spielen, nur unterbrochen von idiotischer Werbung? Die mir zwangsweise das Geld aus der Tasche leiern, aber sich damit nicht einmal eine zweite CD anschaffen wollen? :evil: Will das wirklich jemand hören?

    Da höre ich lieber den Schlagschrauber und singe Rammstein dazu... 8)

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Naja Schlagschrauber passt dann eher zu Children of Bodom ;)


    Es gibt aber mittlerweile diese DAB-Dinger, da kann man dann auch einigermaßen vernünftige Sender höhren und braucht den Kollegen nicht seinen eigenen Gesang antun. Bei mir würde sich da jeglicher Sozialplan erledigen.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Sorry, ich habe mich falsch ausgedrückt:rolleyes:

    Nochmal...

    Sind Kapselgehörschutz in der Logistik nicht zugelassen? Können Kapselgehörschutz anstelle von Ohrstöpsel verwenden werden?

    Danke!

  • Wenn die Aufgabe aus der Gefährdungsbeurteilung (dämpfen der Umgebungsgeräusche um X Db) erfüllt wird und das Tragen nicht von anderen Schutzausrüstungen (Helm oder Badekappe) behindert wird, dann sollte das möglich sein. Sprich doch mit deiner Fachkraft für Arbeitssicherheit, ob du einen Kapselgehörschutz statt Ohrstöpseln tragen darfst. Der / die kann dir da bestimmt weiterhelfen.