Bezahlung freigestelltes BR Mitglied

  • Hallo Zusammen, ich als Stellv. BRV bin seit 9 Monaten freigestellter BRV Aufgrund der Erkrankung der BRV. Nun geht es um mein Gehalt. Wie wird das berechnet?

    Aufgrund meiner zum Teil sehr aufwendigen BR Arbeit ist mein zurückliegendes Jahr nicht als Referenz zu nehmen(durchschnitt und so..). kann mir jemand helfen, da mein Arbeitgeber das nicht so sieht.

    Danke im voraus.:thumbup:

  • Nun geht es um mein Gehalt. Wie wird das berechnet?

    Sorry, aber die Frage ist zu pauschal gestellt, als das wir sie hier beantworten können.


    Grundsätzlich wird bei freigestellten BRM eine Vergleichsgruppe von AN gebildet (d.h. Kollegen, die vorher mit dir in der gleichen Abteilung waren oder den gleichen Job in einer anderen Abteilung hatten (kommt ja immer auf den Job an)).


    D.h. dein Gehalt berechnet sich nicht danach, was du früher verdient hast (das würde keine zeitlichen Abhängigkeiten berücksichtigen), sondern danach, was du, wenn du weiterhin deinen Job gemacht hättest verdient hättest. Deswegen die Vergleichsgruppe mit anderen AN, die früher auch mit dir vergleichbar waren. Dann kann man (grob gesagt) davon ausgehen, dass auch heute noch eine Vergleichbarkeit gegeben wäre.


    Du wärest aber nicht der erste, der sich das erst über das Gericht erstreiten müsste.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Ebene der Bezahlung

    1. --------------------------------

    Hier wird so bezahlt als wenn du weitergearbeitet hättest. Mit allen Lohnbestandteilen.

    Um diese auch für die Zukunft bestimmen zu können ist es ratsam eine Vergleichsgruppe zu bilden.


    Ebene der BR Tätigkeit

    2. -----------------------------

    Hierfür bekommst du keine Vergütung da es sich um ein Ehrenamt handelt.

    Du musst allerdings nur die vereinbarte AZ einbringen. Die Mehrzeit kannst du ausgleichen. Das heist du organisierst dich selbst, weisungsfrei.


    Aufgrund meiner zum Teil sehr aufwendigen BR Arbeit ist mein zurückliegendes Jahr nicht als Referenz zu nehmen(durchschnitt und so..).

    Daher ist das hier Irrelevant.

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey

  • Danke vorab,

    Ich versuche es mal genauer zufassen. Ich bin Stellv. BRV, seit dem 13.12.2019 bin ich freigestellt mit allen Rechten und Pflichten aufgrund der Erkrankung der BRV. ( Ich bin an einem Theater beschäftigt)

    Der Personalleiter stellt sich auf den Standpunkt meinen Verdienst vor dem 13.12.19 ein Jahr rückwirkend als Berechnungsgrundlage zu nehmen.

    Da ich in dem Jahr davor auch schon erheblich mehr BR Arbeit gemacht habe, war es meinem direkten Vorgesetzten nicht möglich mich so einzusetzen wie ich es normalerweise könnte. Um es klar zu machen, ich darf ja nicht benachteiligt werden nur weil ich BR Tätigkeiten mache. Ich hätte natürlich ein Fass aufmachen können , aber es kam mir ganz gelegen, da ich als Bühnentechniker schwer körperlich arbeite und ich froh war mich ein wenig körperlich zu schonen.

    Ich bin ich der Aufassung das die Zeit vor meiner Freistellung(365 Tage rückwirkend) nicht als Referenz genommen werden kann. Ich bin der gleichen Auffassung die Vergleichsgruppe mit anderen AN heranzuziehen.

    Kann ich dies rechtlich untermauern, z.B. durch ein Urteil?


    Mal davon abgesehen das ich diese Diskussion darüber Respektlos finde.

  • Daher ist das hier Irrelevant.

    Wenn ich fortunatotti da richtig verstehe, musst Du ihm das nicht erklären...

    kann mir jemand helfen, da mein Arbeitgeber das nicht so sieht.


    Ich vermute mal, dass der Kollege aufgrund seiner Zeit als BR schlicht weniger an der Maschine gestanden hat und/oder weniger Schichtarbeit gemacht hat und deswegen (vermutlich(!!!) deutliche) Einkommenseinbußen hat. Der AG will ihm aber nur den Grundlohn zahlen.


    Und die Frage ist: wie bekommt er seinen AG überzeugt?

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  • Wenn ich fortunatotti da richtig verstehe, musst Du ihm das nicht erklären...


    Ich vermute mal, dass der Kollege aufgrund seiner Zeit als BR schlicht weniger an der Maschine gestanden hat und/oder weniger Schichtarbeit gemacht hat und deswegen (vermutlich(!!!) deutliche) Einkommenseinbußen hat. Der AG will ihm aber nur den Grundlohn zahlen.


    Und die Frage ist: wie bekommt er seinen AG überzeugt?

    Genau so siehts aus

  • Mal davon abgesehen das ich diese Diskussion darüber Respektlos finde.

    Das sieht der AG vermutlich genauso. Es ist schließlich sein Geld, das du (ohne entsprechende Gegenleistung) haben willst... ;)


    Was ich damit sagen will: nimm es nicht persönlich (respektlos), sondern sportlich. (Lieber AG, du kennst die gültigen Gesetze nicht? Kein Problem, erkläre ich dir. Und wenn du es mir nicht glaubst, lasse ich es dir gerne von einem Arbeitsrichter erklären...)


    Da ich in dem Jahr davor auch schon erheblich mehr BR Arbeit gemacht habe, war es meinem direkten Vorgesetzten nicht möglich mich so einzusetzen wie ich es normalerweise könnte.

    Streng genommen ist das Problem ja hier schon entstanden. Du hast, bedingt durch BR-Arbeit, weniger Zuschläge erhalten und das hingenommen. Das war zumindest schon mal ein taktischer Fehler. (Hat aber, wie der Jurist so gerne sagt, keinerlei präjudizierende Wirkung - meint, das lässt sich noch ändern.)


    Darf ich mal fragen, über welche Beträge wir hier reden?


    Die Frage musst du nicht mir beantworten (und schon gar nicht öffentlich), aber du solltest dir einmal Gedanken machen, ob Aufwand und Nutzen in einem Verhältnis stehen.

    Mein Gedankengang dazu: eine Erstberatung bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht kostet ca 100 - 150,- Euro. (Hier gibt es sehr große Unterschiede. Einige RA bieten eine kostenlose Erstberatung (Erstberatung meint: Schilderung des Falles durch den Mandanten, erste Einschätzung der Rechtslage und der vermutlichen Erfolgsaussichten bei einer Klage), lassen sich aber später jeden Handschlag bezahlen (irgendwovon müssen sie ja auch leben), andere nehmen die og. 150,- Euro, setzten dafür aber auch schon ein Schreiben an den AG auf, in dem sie dem AG klar machen: dein AN war bei mir und ist bereit, sein Recht juristisch durchzusetzen. Willst du das? (Manchmal reicht das ja schon.))

    Kommt es zu einer Verhandlung, zahlt im Arbeitsrecht jede Partei die Kosten in der ersten Instanz selber. Und spätestens da, geht es dann schon um Geld. Und du solltest dir im Klaren sein: lohnt sich das? Hast du eine Rechtsschutzversicherung, die auch Arbeitsrecht abdeckt (oder bist Mitglied einer Gewerkschaft, die bieten das meistens als Teil ihrer Dienstleistung mit an), kann es sich natürlich auch lohnen, ein solches Verfahren "aus Prinzip" zu führen, obwohl es sich wirtschaftlich nicht wirklich rentiert. Das ist am Ende deine Entscheidung.


    Ich bin der gleichen Auffassung die Vergleichsgruppe mit anderen AN heranzuziehen.

    Kann ich dies rechtlich untermauern, z.B. durch ein Urteil?

    Dazu gibt es selbstverständlich Urteile, klar. Aber wenn der AG sich hinstellt und sagt: interessiert mich nicht, bei mir hier ist der Fall ja ganz anders gelagert - sie helfen nur sehr bedingt!


    Gibt es denn Kollegen, die du spontan als Vergleichsgruppe ansehen/anerkennen würdest? Und hast du deren Gehaltszahlen? (Wenn du sagst Theater - vielleicht haben die durch Corona ja dieses Jahr noch weniger verdient und das letzte Jahr wäre günstiger?)


    Ich kenne deinen Arbeitgeber nicht, aber alle Fälle, von denen ich weiß, wo es darum ging, wie Freigestellte am Ende bezahlt werden, wurden letztlich vor Gericht entschieden (oder dort verglichen). Insofern kann ich dir nur raten: nimm dir einen Anwalt! Ja, der kostet, aber mit dem versteht der AG am ehesten, dass du gewillt bist dein Recht durchzusetzen.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

    Einmal editiert, zuletzt von Moritz () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Moritz mit diesem Beitrag zusammengefügt.