AG zahlt den Lohn nicht aus

  • Hallo zusammen,


    Ein Freundin von mir arbeitet über eine Agentur in Aachen in einer Fabrik. Ihr Gehalt vom August ist bis heute nicht ausgezahlt worden. Die AG sagte, dass der Lohn am 15.09. dort sein wird, ist aber nie angekommen. Am 15.10. rief sie bei der AG an, um sich danach zu erkundigen, und die sagten, sie hätten das Geld nicht überwiesen, weil sie vergessen habe, sich einzustempeln. In Wirklichkeit hat sie es immer getan. Was ist also als nächstes zu tun? Wird die Abmahnungschreibung genug oder was ist eure Vorschlag?


    LG

  • Hallo zengo,

    Wichtig ist, dass die Freundin schnellstmöglich alle ausstehende löhne geltend macht. Bei den meisten Tarifverträgen die ich kenne gilt hier eine Ausschlussfrist von drei Monaten.


    Sollte der Arbeitgeber dann trotzdem nicht innerhalb einer angemessenen Zeit zahlen, muss der Lohn gerichtlich geltend gemacht werden. Hier könnte es auch sein, dass eine Ausschlussfrist gilt.


    Wenn Sie den Arbeitgeber ärgern möchte, kann sie auch mal bei der Krankenkasse fragen, ob denn zumindest die Sozialabgaben für sie bezahlt wurden. Wenn nicht , droht hier ziemliches Ungemach, bis hin zur Eröffnung eines insolvenzverfahrens durch die Krankenkasse.

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Abmahnungschreibung

    Ich vermute mal, du meinst ein Mahnschreiben? Mit so etwas würde ich mich an der Stelle gar nicht erst abmühen.


    Hin zum Arbeitsgericht, dort den Rechtspfleger aufsuchen und mit dem die Klage aufsetzen. Das ist für die Kollegin erst einmal kostenfrei und der AG kapiert direkt, dass sie es ernst meint.


    Sie muss im Ernstfall nur belegen können, dass sie da auch gearbeitet hat. Ob sie gestempelt hat oder nicht spielt dafür erst einmal keine Rolle. (Denn selbst wenn sie es tatsächlich nicht hätte, dann ist vielleicht nachvollziehbar, dass der AG ein Abrechnungsproblem hat, aber deswegen hat sie die Arbeitsleistung ja doch erbracht. Und die ist zu vergüten. Punkt!)


    Sollte es allerdings tatsächlich zum Güte- oder gar Kammertermin kommen, wäre die Kollegin jedoch gut beraten, sich doch einen (Fach-)Anwalt zu nehmen.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!


  • Vielen Dank!! Wir werden versuchen, das zu tun, und ich werde mich bei dir melden, sobald wir ein Update haben!

  • Hallo zengoreokau,


    ich weis ja nicht welcher Arbeitnehmerüberlasser das ist, aber die drei großen haben auch alle einen Betriebsrat an dem man sich wenden kann. Weiterhin wenn deine Freundin Mitglied der DGB-Gewerkschaft ist kann Sie sich auch an diese wenden. Da ich nicht weiß in welcher Fabrik Sie arbeitet (wir haben hier in Aachen einige) kann sie sich auch mal an dem Betriebsrat in der Fabrik wenden. Jenachdem wo und wer das ist hilft der auch bei der Lösungsfindung.


    Wenn ich das richtig im Kopf habe sieht der Tarifvertrag bei den Leiharbeitnehmer eine sehr kurze Ausschlussfrist vor. Somit schnell handeln.


    Leider ist auch die ein oder andere Firma hier in der Region von einem Insolvenzverfahren betroffen, so dass es auch sein kann, dass die Firma in der deine Freundin nun eingesetzt ist den Verleiher noch nicht bezahlt hat und dieser dadurch noch nicht deine Freundin.



    Gruß

    Rabauke

  • Leider ist auch die ein oder andere Firma hier in der Region von einem Insolvenzverfahren betroffen, so dass es auch sein kann, dass die Firma in der deine Freundin nun eingesetzt ist den Verleiher noch nicht bezahlt hat und dieser dadurch noch nicht deine Freundin.

    sorry, ab das kann nicht zum Problem des Arbeitnehmers werden. Solang der Verleiher nicht selbst insolvent ist, hat er die Löhne zu bezahlen.

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Vielen Dank nochmal. Ich habe das Gefühl, dass ich der Agentur hier aus ethischen Gründen nicht schreiben kann. Aber ja, sie würde sich auch an die Fabrik wenden, in der sie arbeitet, und ich glaube nicht, dass diese Agentur ein Insolvenzproblem hat.

  • sorry, ab das kann nicht zum Problem des Arbeitnehmers werden. Solang der Verleiher nicht selbst insolvent ist, hat er die Löhne zu bezahlen.

    Markus du hast völlig Recht, ich habe nur Hinweise zur Ausschlussfrist gegeben nach Tarifvertrag, zu Anlaufstellen (DGB, BR-Verleiher, BR-Entleiher) informiert.

    Ja, die Kohle geltend machen bin ich ganz bei dir und direkt die für diesen Monat mit.

    die Frage ist nur wie kommt man schnell weiter und wie stellt man den Antrag so genau wie möglich, weil wenn ich zu wenig beantrage wird auch nur zu wenig bezahlt. Gerade bei der Anwendung des TV und in einem Metallbetrieb evt. auch noch anwendung des TV leiharbeit mit dem Aufstockungen jenachdem wie lange im Einsatzgebiet beschäftigt macht man das nicht mal eben so aus der Hüfte.


    Das war nur mein Hinweis


    Wäre es ein ANÜ von uns (wir haben nur keine mehr) würde ich mit ihr zusammen die Forderung an den Arbeitgeber formulieren, damit Sie damit sowohl den AG anschreiben wie auch dann 7 Tage später zu gericht gehen kann für den Fall das keine DGB-mitgliedschaft oder rechtschutz vorliegt und Sie alleine da durch muss.