Probezeitkündigungen Anhörung

  • Hey zusammen,


    unser Gremium ist am überlegen wie man Probezeitkündigungen am einfachsten und rechtssicher bearbeiten kann.

    Da wir ein großes Unternehmen mit relativ hoher Fluktuation sind in unserer Branche, gehen leider öfter Probezeitkündigungen raus. Da ja immer das ganze Gremium angehört werden muss, haben wir überlegt einen Personalauschuss zu gründen (11er Gremium).

    Wie handhabt Ihr das in euren Gremiem?

    Lasst mal hören :)

  • Wir sind ein 9´er Gremium und haben gleich nach dem Betriebsausschuss auch gleich einen Personalausschuss gewählt und beauftragt. So lange die Ergebnisse einstimmig sind, dürfen sie auch Kündigungen behandeln.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • wie oft tagt euer Personalauschuss? Und wer unterschreibt dann den Anhörungsbogen bei euch?

    Bei uns fordert die Peronslabteilungen immer sofort an das jemand schnell unterschreiben soll, was gar nicht geht, und da die meisten im Homeoffice sind aktuell..

  • Ihr habt eine Anhörungsfrist von einer Woche, wenn die Personalabteilung es nicht hinbekommt, euch rechtzeitig anzuhören, dann ist dass deren Problem.


    Der Personalausschuss tagt im Regelfall einmal wöchentlich. Kann aber seine Arbeit selbst organisieren und Sondersitzungen abhalten, wenn Bedarf besteht (außerordentliche Kündigung)

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Ich würde so wichtige Themen wie Kündigungen nie einem Ausschuss überlassen. Ich denke solche Dinge gehören ins ganze Gremium. Ich lade bei Kündigungen das ganze Gremium ein (9er Gremium) und ich denke das ist nicht zu viel verlangt. Die Zeit sollte man sich nehmen.

    Bei uns fordert die Peronslabteilungen immer sofort an das jemand schnell unterschreiben soll

    Das solltet Ihr denen mal schnell abgewöhnen. Die Einladung macht der/die Vorsitzende und erst nach Beschlussfassung gibt es eine Unterschrift (natürlich die Fristen beachten, sonst ist ohne Unterschrift zugestimmt).

  • Bei uns bin ich als BRV immer als Vorsitzender der Ausschüsse tätig. Mal von Gesetz her oder per Wahl.

    Weiterhin müsst ihr in einer Geschäftsordnung rechtssicher einen Auftrag an den Personalausschuss zu Personalangelegenheiten festlegen.

  • Ich denke solche Dinge gehören ins ganze Gremium.

    Da möchte ich dir garnicht so unbedingt widersprechen. Bei größeren Gremien kann es aber dann einmal schon unübersichtlich werden und am Ende übersieht man vielleicht was. Deshalb finde ich persönlich, dass es besser ist, wenn sich hier ein eingespieltes und erfahrenes Team trifft um solche Fälle zu behandeln.

    Weiterhin müsst ihr in einer Geschäftsordnung rechtssicher einen Auftrag an den Personalausschuss zu Personalangelegenheiten festlegen.

    Man kann das zwar schon in einer Geschäftsordnung machen, aber es reicht auch eine schriftliche Beauftragung aufgrund eines Beschlusses des Betriebsrates.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • wie man Probezeitkündigungen am einfachsten und rechtssicher bearbeiten kann (Hervorhebung durch den Zitierenden)

    Auch wenn ich das hier

    Ich würde so wichtige Themen wie Kündigungen nie einem Ausschuss überlassen.

    grundsätzlich verständlich finde, sollte man hier schon unterscheiden, welche Möglichkeiten der BR hier hat. Ja, auch in der Probezeit ist eine Kündigung ohne Anhörung des BRs unwirksam. Aber faktisch ist das eine reine Formalie. Es ist doch völlig egal, wieviel Hirnschmalz der BR hier investiert, während der Probezeit kommt es da überhaupt nicht drauf an. (Kommt es streng genommen nie, weil der AG immer kündigen kann, aber während der Probezeit (wenn wir mal von max. 6 Monaten ausgehen) hat ein Widerspruch keine juristische Wirkung.)


    Muss man also dafür das ganze Gremium zusammenrufen, nur damit alle "zugucken"?


    Als ich noch in einem Gremium mit Personalausschuss war, war unsere Regelung folgendermaßen: Standardmäßig hat der Ausschuss allen Kündigungen widersprochen. Während der Probezeit hat er lediglich nach den Gründen gefragt, in seltenen Fällen auch hier einen Widerspruch formuliert. (Was, so weit ich das in Erinnerung habe, nie genutzt hat.) Lediglich Zustimmungen zu Kündigungen bedurften eines Beschlusses des ganzen Gremiums. Bei außerordentlichen Kündigungen wurde von Fall zu Fall entschieden.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • So lange die Ergebnisse einstimmig sind, dürfen sie auch Kündigungen behandeln.

    Das halte ich für eine sehr gute Lösung. Idealerweise den Personalausschuss mit gegensätzlichen Charakteren besetzen, um sicherzustellen, dass alle Facetten diskutiert wurden.


    Wenn der Personalausschuss wöchentlich tagt und regelmäßig viele Mitarbeitende kommen und gehen, dann dürfte es doch kein Problem sein, mit der Personalabteilung abzusprechen, dass z. B. am Freitag die ordentlichen Kündigungen vorliegen müssen, damit sie am Mittwoch bearbeitet werden können. Das kann doch auch bei hoher Fluktuation nicht das Problem sein.


    Die Alternative wäre, dass ihr für jede Kündigung die Frist komplett ausreizt, euch ordentlich Gedanken macht und gemeinschaftlich mit dem ganzen Gremium außerordentlich tagt. Kann ja auch nicht im Sinne des AG sein, wäre aber im Sinne des Gesetzes das richtigste Vorgehen.

  • Die Alternative wäre, dass ihr für jede Kündigung die Frist komplett ausreizt, euch ordentlich Gedanken macht und gemeinschaftlich mit dem ganzen Gremium außerordentlich tagt. Kann ja auch nicht im Sinne des AG sein, wäre aber im Sinne des Gesetzes das richtigste Vorgehen

    Wir spielen das Spielchen sogar noch ein wenig weiter. Wir lassen zum Teil fristen fast verstreichen und am letzten Tag melden wir uns und fordern irgendwelche Informationen nach, die wir noch benötigen und lassen damit die Frist wiede von neuem beginnen. Damit haben wir den ein oder anderen über die Monats bzw. Quartalsgrenze retten können.


    Und unsere Infos in den Anhörungen werden auch immer besser ;)

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand