Kündigung eines MA

  • Hallo zusammen, ich habe einen Fall im BR, der mir keine Ruhe lässt. Ich beschreibe die Situation:


    Es gibt einen MA bei uns, der 25 Jahre im Unternehmen tätig ist. Das Unternehmen hat knapp 700 MA.

    Der MA ist ganztägig in einer Abteilung mit einem weiteren Kollegen, der in Teilzeit arbeitet.

    Nun soll entweder durch Umstrukturierung die Abteilung ausgeglíedert werden und an ein Fremdunternehmen vergeben werden oder nur der MA in Teilzeit dort weiter beschäftigt werden.

    Dem MA soll aber betriebsbedingt gekündigt werden, der MA in Teilzeit wird weiter beschäftigt.


    Was hat der gekündigte MA für Chancen vor dem Arbeitsgericht (Kündigungsschutzklage)?


    Er ist nicht vh, hat keine unterhaltspflichtigen Kinder und im 60. Lebensjahr und ist ehrenamtlicher Richter (Schöffe) beim Amtsgericht.


    Der Kollege in TZ ist 29 Jahre im Unternehmen, vh, hat ein unterhaltspflichtiges Kind und Mitte 50.


    Fehlen noch weitere Informationen?



    Wäre klasse, wenn mir das jemand erklären könnte … Danke!

  • und es gibt im ganzen weiteren Unternehmen keine anderen vergleichbaren MA?

    Bei einer betriebsbedingten Kündigung und 700MA sollte außerdem immer ein anderer Arbeitsplatz, evtl. mit Umschulungen osä, möglich sein.

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Hallo Jojodat,


    Hat der Betriebsrat der Kündigung zugestimmt oder hat er sie abgelehnt? Ich hoffe letzteres.

    Bei einer Kündigungsschutzklage hat er mindestens eine 50:50 Chance eine Weiterbeschäftigung zu erstreiten, auch wenn unter Berücksichtigung der Sozialauswahl alles korrekt gemacht wurde.

    Allerdings könnte bei einem Unternehmen mit 700 MA sicherlich ein anderer Arbeitsplatz gefunden werden (vgl. hierzu §102 Abs. 3 Punkt 3 BetrVG)

    Von daher könnte die betriebsbedingte Kündigung angreifbar sein.


    Viele Grüße

    Bernd

  • Hallo Jojodat,

    es wäre noch interessant, zu wissen, was im Arbeitsvertrag steht.

    Steht dort das der MA als Sachbearbeiter in der Abteilung X arbeitet oder steht dort dass der MA als Sachbearbeiter am Standort Y arbeitet.

    Dieses hat Auswirkung auf die, in die Auswahl aufzunehmenden MA.

    Wenn er nur für die Abteilung eingestellt wurde, dann wird nur innerhalb der Abteilung eine soziale Auswahl getroffen, wenn er aber im Arbeitsvertrag den Standort oder sogar das Unternehmen stehen hat, ist der Kreis für die soziale Auswahl größer zu fassen.

    Das Leben ist Veränderung

    Starte dort, wo du stehst!

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    Aber versuche jeden Tag etwas neues zu benutzen!
    Tu das, was du kannst!

    Aber versuche jeden Tag etwas mehr zu tun!

  • Hallo Jojodat,


    einen Kündigungsverbot wegen des Schöffenamtes gibt es nicht, es gibt nur das Benachteiligungsverbot, d.h. ihm darf nicht wegen der Ausübung des Amtes gekündigt werden. Eine Ausnahme gibt es wohl im Bundesland Brandenburg hier darf wohl nur außerordentlich gekündigt werden. (vgl. hierzu schoeffen-bw)


    Viele Grüße

    Bernd

  • nun, der Mitarbeiter wird sicher wissen, wie er sich wehren kann.

    Kündigungschutzklage erheben. Da 25 Jahre beschäftigt beträgt die kündigungsfrist 7 monate, in dieser Zeit sollte schon die erste Instanz abgefrühstückt sein.


    Ich würde sicher den Klageweg gehen. Einen guten Anwalt kennt er sicher auch, da er ja regelmäßig Anwälte und ihr Auftreten kenne lernt.


    Gruß

    Rabauke