FFP2-Maske auf dem Arbeitsweg

  • Hallo zusammen,


    mich treibt gerade eine Frage um:


    Ab Montag ist in Bayern die Benutzung von FFP2-Masken ua im ÖPNV Pflicht. Im Gegensatz zu "normalen" MNS wie Alltags- oder OP-Maske ist damit aber die Luftzufuhr tatsächlich eingeschränkt.


    Im Betrieb müsste vor einer solchen Anordnung zum einen eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung G26 angeboten werden, zum anderen wäre organisatorisch sicher zu stellen, daß die maximalen Tragezeiten gemäß DGUV Regel 112-190 (75min Tragezeit, 30min Erholungszeit) eingehalten werden.


    Der Arbeitsweg fällt zwar nach hM in den Verantwortungsbereich des AN, allerdings stellt sich mir jetzt die Frage, in wie weit der AG zB bei Kollegen mit längeren Anfahrtszeiten oder bei Schwerbehinderten, die keine FFP2-Maske tragen können, ein Erscheinen am Arbeitsplatz anordnen kann? Oder muss hier HO angeboten werden?

  • Es gibt ja den Wunsch der Politik das Home Office wenn immer möglich angeboten werden soll. Aber das ist ja nicht auf einer gesetzlichen Regelung nur ein Wunsch.

    Prinzipiell ist aber der Arbeitsweg in der Verantwortung des Arbeitnehmers. Für mich würde das bedeuten das der Mitarbeiter mit langem Anfahrtsweg oder bei Schwerbehinderten welche keine Maske tragen können dann der ÖPNV nicht mehr in Frage kommt. Damit wäre von diesen Kollegen der Umstieg auf ein anderes Verkehrsmittel durchzuführen. Problematisch wird es dann wenn dieses Verkehrsmittel, z. B. Auto nicht zur Verfügung steht.

  • die keine FFP2-Maske tragen können

    Hier müsste es wieder die Möglichkeit eines Attestes vom Arzt geben und dann brauch die Maske nicht getragen werden. Ein Erscheinen am Arbeitsplatz kann der AG aber immer noch verlangen. Hier gibt es keine anderen Regelungen.


    Ansonsten schon ein starkes Stück, im Betrieb nur max 75 Min und Vorsorgeuntersuchung G26 und die Regierung setzt sich über all das hinweg! Aber ich befürchte zumindest für den Weg zur Arbeit ist sowohl der Arbeitgeber als auch der BR raus. Bleibt nur zu hoffen, dass ein Gericht dem Einhalt gebietet, ansonsten wird das sicher bald in ganz Deutschland gelten ;(


    Für mich würde das bedeuten das der Mitarbeiter mit langem Anfahrtsweg oder bei Schwerbehinderten welche keine Maske tragen können dann der ÖPNV nicht mehr in Frage kommt

    Hallo Suppenkasper, für die Leute mit Attest gibt es aber doch immer noch die Ausnahme, dass gar keine Maske getragen werden muss. Vermutlich steigt die Zahl der "Attest-Leute" nun um einiges. Oder gibt es das in Bayern nicht mehr? Ich dachte das wäre Deutschlandweit so.

    Einmal editiert, zuletzt von Lustiger Vogel () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Schimmelchen mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Hallo Friend,


    wie Suppenkasper schon gesagt hat, liegt der weg von und zur Arbeit im Verantwortungsbereich des Mitarbeiters.


    Dies geht so weit, dass der MA, wenn er auf anderem Wege nicht in die Arbeit kommt, ein Taxi nehmen muss, um in die Arbeit zu gelangen. Eine zweite Alternative, die man von ihm verlangen könnte wäre, dass der MA so zeitig losfährt, dass er seinen Arbeitsweg unterbricht um seine Tragezeit einzuhalten.


    Allerdings frage ich mich, wie jemand aufgrund einer Erkrannkung von der Tragepflicht einer Maske befreit werden kann und dann trotzdem nicht als Risikoperson gilt, für den man schon längst eine Lösung hätte finden sollen/müssen.


    Ein verantwortungsvoller Arbeitgeber sollte aber in diesem Fall versuchen, Homeoffice zu ermöglichen.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Im Gegensatz zu "normalen" MNS wie Alltags- oder OP-Maske ist damit aber die Luftzufuhr tatsächlich eingeschränkt.

    Das ist falsch. Die Luftzufuhr ist nicht eingeschränkt, aber natürlich ist - wie bei jeder Maske - der Atemwiderstand mit Maske höher als ohne.


    Ich trage täglich in der Arbeit stundenlang FFP2 und kann aus subjektiver Sicht sagen, dass diese deutlich angenehmer sind als z.B. die Stoffmasken, die ich bisher beim Einkaufen trug (die würde ich nicht stundenlang aushalten).


    Um auf die Frage zu kommen: Nein, m.E. kann der AG auch in dem Fall der längeren Anfahrt ein Direktionsrecht bzgl des Arbeitsortes uneingeschränkt wahrnehmen. Wenn es um AN geht, die ein - begründetes! - Attest bzgl FFP2 haben, kann das aber sicher anders sein.

  • Hallo Suppenkasper, für die Leute mit Attest gibt es aber doch immer noch die Ausnahme, dass gar keine Maske getragen werden muss. Vermutlich steigt die Zahl der "Attest-Leute" nun um einiges.

    oftmals ist es aber auch so, dass die Betreiber dann von ihrem Hausrecht gebrauch machen und trotzdem niemand ohne Maske in den Bus, oder das Krankenhaus oder was auch immer darf. (Schon persönlich einige male erlebt)

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand


  • Hallo Suppenkasper, für die Leute mit Attest gibt es aber doch immer noch die Ausnahme, dass gar keine Maske getragen werden muss. Vermutlich steigt die Zahl der "Attest-Leute" nun um einiges. Oder gibt es das in Bayern nicht mehr? Ich dachte das wäre Deutschlandweit so.

    Ich habe nichts zu Ausnahmen zur FFP2 Maskenpflicht und Attest zu Bayern gelesen. Das wird sicher spannend wie das in den nächsten Tagen und Wochen wird. Weil ich vermute mal das das Deutschlandweit mit den FFP2 Masken kommen wird. Wahrscheinlich auch schneller als wir uns das vorstellen können.

    Wobei das nach BR Info auch nur im Nahverkehr und nicht im Regional und Fernverkehr gilt mit der FFP2 Maske. Im Einzelhandel nur für Kunden und nicht für Personal. Denn dahinter liegenden Sinn muss man sicher nicht verstehen.

  • Im Einzelhandel nur für Kunden und nicht für Personal. Denn dahinter liegenden Sinn muss man sicher nicht verstehen.

    Das liegt sicher an den Vorschriften zum Tragen der Masken im bei der Arbeit (siehe Eingangspost von A.Fried).



    Wobei das nach BR Info auch nur im Nahverkehr und nicht im Regional und Fernverkehr gilt mit der FFP2 Maske.

    Im Fernverkehr auch wirklich schwierig wenn es (vorerst) nur in einem Bundesland gilt. Müsste der Zugführer dann durchsagen wann die Landesgrenze überfahren wird?


    Und wenn die Masken dann (weil teuer) wochenlang getragen werden bis sie zerfläddern ist niemandem damit geholfen. Ich halte das für keine glückliche und auch nicht zielführende Lösung. Aber das ist ein anderen Thema.

  • @ Schimmelchen: warum bist du darüber traurig, wenn die Betreiber von ihrem Hausrecht gebrauch machen und trotzdem einen Zutritt ohne Maske verweigern.


    Die haben auch eine Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und den Kunden/Patienten. Gerade im Krankenhaus (Notaufnahme) habe ich da großes Verständnis dafür, da durch Personen ohne Maske der Virus eingeschleppt werden kann. Und wer sagt dem Arzt, dass nicht gerade ein anderer Risikopatient sich auch in der Notaufnahme aufhält.


    Nur weil eine/r die Maske nicht tragen kann, ist man ja nicht gegen den Virus immun.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • @ Schimmelchen: warum bist du darüber traurig, wenn die Betreiber von ihrem Hausrecht gebrauch machen und trotzdem einen Zutritt ohne Maske verweigern.

    Der Gesetzgeber schafft eine Möglichkeit, dass diese Menschen "Mensch sein dürfen" und am normalen Leben teilnehmen dürfen. Das zu umgehen und diese Leute auszuschließen halte ich nicht für gut. Wie viel so ne "Selbststrickmaske" von dem Virus tatsächlich abhält und wie lange ist gar nicht echt erforscht und das Abstandhalten bestimmt die sichere Variante. Und das geht eben auch ohne Maske. Versetz dich mal die Lage dieser Leute die aus dem Laden oder Bus geworfen werden. Diese Menschen müssen eben auch zur Arbeit kommen, Einkaufen usw. da wird das Leben zur Zeit zu einem echten Spießrutenlauf zwischen angepöbelt werden und der Notwendigkeit arbeiten zu gehen und Lebensmittel zu kaufen.

  • Das diese Leute dann angefeindet werden, finde ich auch nicht in Ordnung, auch wenn ich dazu neige, erst einmal ein Gefälligkeitsattest zu unterstellen.


    Und das die Betroffenen auch Probleme haben, am täglichen Leben teilzunehmen, finde ich durchaus bedenklich. Aber damit die Betroffenen weiterhin am Leben teilnehmen können, andere zu gefährden geht halt in meinen Augen auch nicht. Hier muss man halt andere Lösungen finden. So wie die Regelung jetzt kommen soll, dass beim Einkaufen alle FFP2 tragen müssen, wäre zum Beispiel eine Möglichkeit. Denn wenn einer keine Maske trägt und alle anderen FFP2, dann ist es egal, da ja alle anderen geschützt sind. Dies war ja bisher nicht so. Und beim Arzt kenne ich es so, dass es dann extra Termine gibt, für Personen, die von der Maskenpflicht befreit sind.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Zu diesem Thema habe ich heute einen interessanten Newsletter der DGUV bekommen. Ich zitiere mal.


    Unfallversicherung zu FFP2-Pflicht in Bayern

    15.01.2021

    Die bayerische Staatsregierung hat beschlossen, ab dem 18. Januar das Tragen von FFP2-Masken für Passagiere im öffentlichen Nahverkehr und Kundinnen und Kunden im Einzelhandel zur Pflicht zu machen. Hierzu erklärt der Spitzenverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV):


    "FFP2-Masken sind für den Arbeitsschutz konzipiert. Sie sind Persönliche Schutzausrüstung, mit der sich Beschäftigte vor partikelförmigen (staubförmigen) Gefahrstoffen und Krankheitserregern schützen. Um die optimale Schutzwirkung der Maske zu gewährleisten, ist eine Unterweisung erforderlich. Denn wenn eine FFP2-Maske nicht richtig dicht sitzt, dann nützt sie nicht mehr als eine Mund-Nase-Bedeckung aus Stoff. Bundesländer, die FFP2-Masken im ÖPNV vorschreiben, könnten zum Beispiel eine Video-Unterweisung an Bahnsteigen und im Fahrgastraum anbieten - ähnlich den Hinweisen, die wir im Flugzeug bekommen.


    Wobei das nach BR Info auch nur im Nahverkehr und nicht im Regional

    Auch Regionalverkehr kann unter Nahverkehr fallen.

    3 Mal editiert, zuletzt von mumpel () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von mumpel mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Ab Montag ist in Bayern die Benutzung von FFP2-Masken ua im ÖPNV Pflicht. Im Gegensatz zu "normalen" MNS wie Alltags- oder OP-Maske ist damit aber die Luftzufuhr tatsächlich eingeschränkt.

    Die Luftzufuhr ist nicht eingeschränkt. Durch die FFP2 Masken zeigt sich aber, dass viele Leute nicht richtig, sondern eher flach und oberflächlich atmen. Meine persönliche Empfehlung wäre, immer wieder aktiv tief und kräftig ein- und ausatmen.


    Grundsätzlich liegt der Arbeitsweg in der Verantwortung des AN. Als BR könntet Ihr natürlich mit dem AG ins Gespräch gehen, welche Möglichkeiten es gibt, den MA entgegen zu kommen oder ihnen die Situation zu erleichtern. Vielleicht gibt es Möglichkeiten.

  • Die Luftzufuhr ist nicht eingeschränkt. Durch die FFP2 Masken zeigt sich aber, dass viele Leute nicht richtig, sondern eher flach und oberflächlich atmen. Meine persönliche Empfehlung wäre, immer wieder aktiv tief und kräftig ein- und ausatmen.


    Grundsätzlich liegt der Arbeitsweg in der Verantwortung des AN. Als BR könntet Ihr natürlich mit dem AG ins Gespräch gehen, welche Möglichkeiten es gibt, den MA entgegen zu kommen oder ihnen die Situation zu erleichtern. Vielleicht gibt es Möglichkeiten.

    Eigentlich ist das Thema an sich schon erledigt, aber hierzu möchte ich noch kurz etwas sagen.


    Es wird keiner an einer FFP2 Maske ersticken, oder wie es gelegentlich heißt, an einer Kohlenmonoxyd/-dioxydvergiftung sterben. Allerdings ist die Luftzufur in dem Maße eingeschränkt, dass der Atemwiderstand erhöht ist. Dies ist beim Einatmen weniger ein Problem. Eher ist es ähnlich wie bei einem COPD-Kranken. Der hat in der Regel weniger Probleme mit dem Einatmen, sondern eher damit, dass er die eingeatmete Luft nicht mehr aus den Lungen herausbekommt.


    Allerdings ist der Atemwiderstand bei FFP2-Masken nicht so hoch, dass sich dadurch die Sauerstoffversorgung im Blut signifikant verändert. Es steigen aber laut einer Studie der Uni Leipzig von 2020 die Laktatwerte und die kardio-pulmonale Leistungsfähigkeit sinkt.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Und ich schwitze unter der Maske. Mal davon abgesehen, dass ich sie nicht richtig dicht bekomme. Es gibt ja überall nur Standardmasken, die nicht auf alle Kopfformen angepasst sind. Aber wenigstens kann mir keiner was anhaben solange ich die Maske trage, ob sie richtig dicht ist ist nicht mein Problem.

  • Naja, das Problem der Undichtigkeit tritt meist beim Ausatmen auf, beim Einatmen ist sie meistens dicht.


    Soweit ich weis, ist auch eine Undichtigkeit von 22%? bei den FFP2 Masken erlaubt, wenn ausgeatmet wird.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Mumpel, wenn die Maske nicht dicht ist, liegt das nicht an der Kopfform, sondern am Rauschebart. :P


    (Owei, ich glaube ich weiß schon was Herrn Söder als nächste Verschärfung einfällt...) :(

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)