permanente Telearbeitsplätze / welche Pauschalen muss AG tragen ??

  • Hallo,

    wir wollen eine Betriebsvereinbarung machen bezüglich permanenter Telearbeitsplätze machen / BR ist in Mitbestimmung ganz klar.

    Unter § 2 Abs. 7 ArbStättV sind die Bedingungnen für den Arbeitgeber klar für permanente Telearbeitsplätze beschrieben...


    Zitat" die benötigte Ausstattung des Telearbeitsplatzes mit Mobiliar, Arbeitsmitteln einschließlich der Kommunikationseinrichtungen durch den Arbeitgeber oder eine von ihm beauftragte Person im Privatbereich des Beschäftigten bereitgestellt und installiert ist" also alles zu zahlen. Klar auf dem Niveau der im schon Betrieb bestehenden Arbeitsplätze.


    Nun geht es darum welche Pauschalen (Abmiete) von Arbeitsgeber zu tragen sind?

    (ich denke da an: Telefonkosten, Internetkosten, Energiekosten , Arbeitsmaterial, anteilige Raummiete, Reinigung des Raum usw.)

    Gibt es da Vorschriften/ Urteile, was alles vom AG zu tragen ist, gibt es Richtwerte für Pauschalen?

    Welche Regelungen der Erstattung: steuerfrei oder steuerpflichtig sind für den Arbeitnehmer günstiger bzw. einfacher zu handhaben?


    Die MA sitzen an ihrem permanenten Arbeitsplatz an seinem Wohnort (bei sich zu Hause) und verrichten Kundenservice-Dienste.

  • Hallo Kleinauge,


    die Pauschalen könnt ihr nur zusammen mit dem AG festlegen und hier die Ortsüblichen Preise zugrunde legen. Zahlt ihr eine Pauschale, so ist das in der Regel lohnsteuerpflichtig, werden die Istkosten ermittelt und erstattet ist es in der Regel lohnsteuerfrei. Das sollte und wird der AG sicher über seinen Steuerberater/Wirtschaftsprüfer oder ggf. Finanzamt prüfen lassen und ist erst mal denke ich nicht Aufgabe des Betriebsrats. Ihr solltet ggf. Pauschalen oder Richtlinien ermitteln, falls es überhaupt Sinn macht (unterschiedliche Wohnorte der AN-unterschiedliche z.B. Mietkosten?), am Ende scheint mir das aber eher das Individualrecht des AN zu sein zu entscheiden, ob er Pauschalen oder Echtwerte erstattet haben möchte.

  • Man sollte den Mitarbeitern auch die Möglichkeit geben entscheiden zu dürfen ob sie die Kosten vom Arbeitgeber nehmen oder sie über die Lohnsteuererklärung vom Finanzamt holen. Vom FA gibt es ja auch so einiges, nur die Reinigung m.W. nicht wenn man in der Wohnung arbeitet, da man die Wohnung ja so oder so reinigen muss und durch Home-Office nicht unbedingt mehr Schmutz entsteht (zumal man den Arbeitsbereich auch während der Arbeitszeit selber reinigen kann, dagegen kann der AG m.E. nichts machen).

  • Man sollte den Mitarbeitern auch die Möglichkeit geben entscheiden zu dürfen ob sie die Kosten vom Arbeitgeber nehmen oder sie über die Lohnsteuererklärung vom Finanzamt holen. Vom FA gibt es ja auch so einiges

    Najaaaa - beim FA kann nur die Kosten ansetzen und die wirken sich dann auf das zu versteuernde Einkommen aus, aber eine direkte Erstattung gibt es nicht.

    Beispielsweise könnte ich mir einen Bürostuhl für 250 Euro für dieses HomeOffice bzw. den Telearbeitsplatz kaufen.

    Beim FA kann ich diese Ausgabe absetzen, sie wird vom zu versteuernden Einkommen abgezogen und mir dann je nach Steuersatz anteilige Kosten direkt wiederbringen: Bei exemplarischen 40% würde ich 100 Euro weniger Steuern zahlen, oder salopp gesagt würde mir das FA dann anteilige 100 Euro für den 250 Euro-Stuhl "zurückgeben" bzw. erlassen.

    Erstattet der AG die Kosten, würde ich aber 250 Euro zurückbekommen.


    Anders mag es aussehen, wenn der AG einen maximalen Erstattungsbetrag festlegt und/oder der Stuhl deutlich teurer war, dann könnte die Steuerersparnis oder -erstattung u.U. höher ausfallen als die Erstattung des AG.

    Und bei hochwertigen Gütern mag es evtl. ohnehin nochmal anders aussehen, weil der Eine oder Andere bei Absetzung über mehrere Jahre vielleicht noch andere Effekte nutzen kann.


    Es kommt also drauf an - wieder einmal :)

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.