Leasingkräfte Zustimmung BR

  • Hallo.

    Wir haben als BR vor einiger Zeit der Einstellung von 10 Leasingkräften/Leiharbeitern zugestimmt um Produktionsspitzen abzufangen.

    Uns wurden die Profile vorgelegt. Alles ist reibungslos abgelaufen wir haben als BR zugestimmt.

    Nun haben 2 Leasingkräfte den Betrieb auf eigenen Wunsch verlassen.

    Wir sind uns als BR jetzt nicht einig ob es ausreichend ist, wenn wir als BR über die Ersatzpersonen informiert werden, da wir die Anzahl der Leasingkräfte ja mit der GL festgelegt haben. Oder benötigen wir für die neue Person (keine zusätzliche) erneut eine Anhörung oder reicht die Information incl Profil darüber?

  • Es geht immer um die Person, nicht um die Stelle. Also ist hier für jeden Wechsel eine neue Anhörung notwendig.

    So habe ich das mal in einem Seminar gelernt und so praktizieren wir das auch.

    Tue es oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen. [YODA] - BRV, 7er Gremium, kein Tarif, GBRM

  • Hallo Ralf,


    nach §14 Abs. 3 AÜG ist vor Einstellung eines Leiharbeitnehmers der BR nach §99 BetrVG anzuhören.

    Von daher ja es ist eine erneute Anhörung notwendig. letztendlich ist das wie eine Neueinstellung auf einen bestehenden Arbeitsplatz (Nachbesetzung) zu sehen.


    Viele Grüße

    Bernd

  • von 10 Leasingkräften/Leiharbeitern

    Lieber Kollege Ralf,


    da der Menschenhandel in Deutschland schon seit längerem unter Strafe gestellt ist, solltest du bitte nur den korrekten Terminus technicus "Leiharbeitnehmer" verwenden.


    Ich weiß, dass Leiharbeitnehmer gelegentlich auch mal als "Mietsklaven" verballhornt werden (um die Arbeitsumstände anzuprangern), aber ge-/verleast werden definitiv nur Gegenstände. Sprich die Bezeichnung ist schlicht falsch und abzulehnen. (Wohl wissend, dass der Begriff immer wieder verwendet wird. Bei mir aber jedes Mal Magengrimmen verursacht...)


    Inhaltlich zu deiner Anfrage hast du ja schon zutreffende Antworten erhalten, die muss ich hier nicht wiederholen.


    Vielleicht noch zum Verständnis: wenn du dir die möglichen Ablehnungsgründe im § 99 (2) BetrVG anschaust, wirst du feststellen, dass die Hälfte davon auf den konkreten Einzelfall/die Person abzielt. Und deswegen ist klar, dass der BR immer angehört werden muss, wenn die Person sich ändert.


    (Wenn ihr als BR das anders handhaben wollt, wird sich zwar vermutlich niemand beschweren, aber de jure ist die Lage klar und eindeutig.)


    Im Übrigen, willkommen im Forum!


    Gruß vom Niederrhein


    Moritz

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

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  • Danke für die Antworten.

    Bei uns wird natürlich auch der Begriff Leiharbeitnehmer verwendet. Ich dachte das Leasingkräfte der richtige Begriff wäre, da so unsere Anhörungen immer lauten. Ich werde es beim nächsten mal anmerken. Wir sind natürlich auch keine Freunde der Leiharbeit, aber sehen teilweise die Notwendigkeit ein, da immer wieder Spitzen auftreten, zumal wir bisher immer einige nach dem Ablauf in eine Festanstellung retten konnten.

  • die Notwendigkeit ein, da immer wieder Spitzen auftreten

    Genau dafür sind Leiharbeitnehmer ursprünglich gedacht und das finde ich auch OK so. Wenn ich aber erlebe, dass eine Firma eine eigene Service-Gesellschaft gründet, um dann AN dort anzustellen um sie anschließend an die Schwesterfirma zu verleihen, nur um so einen Tarif zu umgehen, oder teilweise 40% der Belegschaft auf Dauer nur aus LAN bestehen, dann denke ich auch: nö, das ist so nicht in Ordnung! (Aber das ist jetzt ein ganz anderes (eher politisches) Thema.)

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  • Danke für die Antworten.

    Bei uns wird natürlich auch der Begriff Leiharbeitnehmer verwendet. Ich dachte das Leasingkräfte der richtige Begriff wäre, da so unsere Anhörungen immer lauten. Ich werde es beim nächsten mal anmerken. Wir sind natürlich auch keine Freunde der Leiharbeit, aber sehen teilweise die Notwendigkeit ein, da immer wieder Spitzen auftreten, zumal wir bisher immer einige nach dem Ablauf in eine Festanstellung retten konnten.

    Umgangssprachlich ist auch von Personalleasing die Rede für Leiharbeitnehmer. Weil man Personal auf Zeit least.
    Normalerweise ist Leasing ja ein zeitlich beschränkter Vertrag (z. B. beim Auto wenn man den Vergleich mal ziehen darf :-)

  • Es ist schon verwunderlich das es immer wieder heist Leiharbeit wird für Spitzen in den Auftragslagen benötigt.

    Aber wenn sich diese Arbeiter, die im übrigen nicht im HR Bereich sondern zum Materialeinkauf angeheftet sind, dann durch z.B. Konzernumlagen verteuern werden Sie plötzlich nicht mehr benötigt.

    Dann genügen die so bewerten Zeit Konten oder Befristungen völlig den Anforderungen.

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey