Benachteiligung Beförderung wegen Liebesbeziehung

  • Hallo zusammen, eine Kollegin wird bei einer Beförderung nicht berücksichtigt weil dann ihr Lebenspartner ihr direkter Vorgesetzter wäre. Dies wurde ihr vor Zeugen so auch mitgeteilt. Nun ist ja allgemein bekannt, dass solche Beziehungen schnell zu Turbulenzen in einem Team führen können und es ist ein Stück weit auch nachvollziehbar.

    Trotzdem die Frage: kann sie sich hier auf Diskriminierung/Benachteiligung berufen? Schliesslich geht das Privatleben den AG ja nur bedingt etwas an und so wird man bestraft wenn man aus seinem Privat/Liebesleben kein Geheimnis macht.....



    Danke Gruß


    Ron

  • Nun ist ja allgemein bekannt, dass solche Beziehungen schnell zu Turbulenzen in einem Team führen können und es ist ein Stück weit auch nachvollziehbar.

    Woher auch immer du die "allgemeine Bekanntheit" ableitest, aber aus meinen Erfahrungen sicher nicht. Ich habe in 40 Jahren Berufsleben einige Einstellungen von Partner/innen bereits Beschäftigter erlebt und sowohl Paare, die sich während der Arbeit kennengelernt, als auch getrennt haben. Und auch die Situation, dass ein Partner Vorgesetzter des anderen war, habe ich erlebt (nicht als Beteiligter). Was ich dagegen niemals erlebt habe, war großes Liebeskino im Betrieb. Möglicherweise beziehen einige AG ihre Vorstellungen mangels Realitätskontakt aus Schmonzettenfilmen oder -romanen und unterschätzen die Selbstkontrolle ihrer Mitarbeiter/innen - oder deren Bühnenscheu.


    Selbstverständlich kann sich die Kollegin auf Benachteiligung berufen. Ihr Privatleben ist ausschließlich ihre Sache.

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Nun, wenn sie sich benachteiligt fühlt dann hilft ggf. der Weg vor dem Arbeitsgericht um zu klären, ob diese Benachteiligung rechtens ist.

    Hilft sicher beiden ;) dem Partner und der Frau.


    Für mich ist es eine Benachteiligung, eindeutig, aber wie Caro schon geschrieben hat, stellt sich die Frage, was macht der Betriebsfrieden, wenn der Partner aufsteigt und wie fühlen sich die anderen, die meinen es auch verdient zu haben, und nicht aufsteigen, weil der Partner aufsteigt.


    In dem Dilemma möchte ich nicht stecken.


    Gruß

    Rabauke

  • Naja es stellen sich da natürlich auch ein paar Fragen:
    Gibt es da Compline Probleme wenn die Unterstellung gegeben ist. Z. B. Gehaltsverhandlungen. 4 Augen Prinzip bei Rechnungsfreigaben oder Bestellungen usw.
    So trivial ist das mitunter nicht wenn es da Beziehungen gibt welche offen gelegt werden oder vielleicht besser offengelegt werden von den Beteiligten um Probleme zu vermeiden bzw. sich damit leider auch Probleme zu schaffen.

  • Mumpel, soll der AG sich wirklich in seiner Entscheidung davon beeinflussen lassen, was die anderen tratschen könnten? Für mich ist allein diese Aussage entscheidend:

    eine Kollegin wird bei einer Beförderung nicht berücksichtigt weil dann ihr Lebenspartner ihr direkter Vorgesetzter wäre. Dies wurde ihr vor Zeugen so auch mitgeteilt.

    Dass die Nichtberücksichtigung bei Beförderungen auf private statt betriebliche Gründe zurückzuführen ist und dies vor Zeugen auch exakt so gesagt wurde, ist m.E. sehr wohl eine anfechtbare Diskriminierung.

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)