"Nachteil" durch Impfung

  • Hallo,

    Ich beschreibe zuerst mal die Situation:

    Aktuell ist es so, dass man bei uns in der Klinik nach einer Abwesenheit von mehr als 5 Kalendertagen erst nach negativem PCR-Test Patientenkontakt haben darf. Das führt dazu, dass Mitarbeiter, bei denen kein Kontakt notwendig ist (Verwaltung, Psychologen können Berichte schreiben usw.) normal an ihrem Arbeitsplatz im Büro bleiben. In Abteilungen, die ohne Kontakt keinen Sinn ergeben (Sport, Ergo, Physio...) ist man morgens zur Testung gekommen und wurde dann freigestellt. Momentan stehen bei uns die Zweitimpfungen an und die Überlegung ist, dass dieser zusätzliche freie Tag nicht mehr nötig ist nach 15 Tagen ab Zweitimpfung... Den Sinn dahinter verstehe ich aus Gesundheitsaspekten schon ABER ich empfinde es schon als Nachteil gegenüber denen, die sich nicht impfen lassen wollten und nun weiterhin diese Freistellung bekommen... Reagiere ich da über, wenn ich das als ungerecht empfinde?

  • Du reagierst nicht über, das würde ich auch so empfinden (also deine Gefühlswelt scheint ok zu sein)


    Aber das ist nicht entscheident, denn wenn man geimpft ist, ist man laut RKI sehr wahrscheinlich nicht mehr ansteckend, daher auch die Diskussion, ob man geimpfte Personen von Einschränkungen befreien kann. (die bekommen ja nicht mehr rechte, man nimmt nur Einschränkungen zurück)

    btw: das ist für mich gefühlt auch ungerecht, aber von sachlichen Aspekt her:

    warum soll jemand Einschränkungen unterliegen, wenn er offensichtlich keine Gefahr mehr für andere darstellt.


    Den AG kann ich auch verstehen, der MA kann arbeiten und stellt offentsichtlich kein Risiko mehr dar, warum dann freistellen? Wo er wahrscheinlich sowieso schon Probleme hat die Arbeit korrekt zu verteilen, durch die Freigestellten nicht-geimpften.


    ist irgendwie verkehrte Welt, muss man aber wohl akzeptieren.


    Man könnte da evt. einen Versuch machen, die Freistellungen der nicht geimpften in Arbeitstage ohne "Kontakte" umzuwandeln, evt. ist ja Ersatzarbeit für die Tage da.

  • Nunja, eine Bezahlte Freistellung empfinde ich jetzt nicht unbedingt als Einschränkung, weiß aber natürlich, was du meinst... Die "Verteilung" der Arbeit ist in dem Fall dem Arbeitgeber relativ egal. Die Arbeit muss gemacht werden. Wie, bleibt an den Abteilungen hängen. Daher wird es dann so sein, dass der geimpfte statt seinen 40 Patienten an dem Tag noch die 40 des nicht geimpften mitmachen "darf" plus evtl noch Patienten, die wegen Urlaubsüberschneidung durch den Tag anfallen

  • Mal ganz sachlich: (und zum nachdenken)


    Warum ist es ein Nachteil, wenn man (der/die AN) seine im AV geschuldete Leistung erfüllt?


    oder anders


    Nicht jeder Vorteil den andere haben ist automatisch ein Nachteil für sich selber.

  • Hallo,


    ich sehe da überhaupt keinen Nachteil für Geimpfte. Warum das "ungerecht" sein soll, erschließt sich mir nicht, wenn es um die konkrete Behandlung von völlig unterschiedlichen Sachverhalten geht.

    Bevor Du zwischen geimpften und nicht geimpften AN etwas konstruiert, könntest Du Dir auch mit demselben Argument die Frage stellen, ob nicht die Unterscheidung zwischen AN mit und ohne "Kundenkontakt" so ohne weiteres "gerecht" ist. Denn auch Euer Verwaltungspersonal wird nicht in hermetisch abgeschotteten Arbeitsboxen mit separater Luftzufuhr sitzen, sondern während eines Arbeitstages Kontakte mit Kolleg+innen haben.


    Als mensch mit einer Erstimpfung kann ich Dir sagen, daß bereits die erste Impfung ein gutes Gefühl beschert, das trotz aller weiter zu beachtenden Einschränkungen sehr wertvoll ist. Dafür würde ich gerne diesen pseudofreien Tag hergeben


    Und da das Vorgehen bei einer verpflichtenden Testung von A-Z der erzwingbaren Mitbestimmung unterliegt, liegt es an Euch, evtl. "Ungerechtigkeiten" anzusprechen und ggfs. abzustellen.

  • Ohadle

    Ganz einfach: In dem Fall ist das eine Ungleichbehandlung direkter Kollegen...

    Kann der Arbeitgeber mir aufgrund meines Impfstatus eine Gehaltserhöhung geben und dem Ungeimpften nicht? Vorteil für mich - kein Nachteil für den Ungeimpften ...

  • Ich schließe mich meinen Vorschreiben ohne wenn und aber an. Sollen die Impfgegner sich doch ins Fäustchen lachen, wenn sie frei haben und ich arbeiten muss. Dafür lache ich, wenn ich im Flugzeug sitze :saint:

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Ich glaube ich muss einfach meine Einstellung dazu ändern... Ich denke wohl zu oft noch persönlich und vlt nicht aus BR Sicht... (und ich bin der Meinung Impfverweigerung sollte nicht noch belohnt werden) ...

  • Leg den Fokus auf dich.

    Dir ganz persönlich entsteht zunächst einmal kein Nachteil

    Erst durch die Betrachtung und dem Vergleich mit anderen - erscheint es dir als Nachteil, weil die weniger Arbeitsstunden leisten müssen als du.


    Du hast dich aber doch ganz bewusst selbst entschieden dich impfen zu lassen. Wäre deine Entscheidung anderes ausgefallen, wenn du gewusst hättest das du durch nicht impfen ein paar Arbeitsstunden sparst?

  • und ich bin der Meinung Impfverweigerung sollte nicht noch belohnt werden

    klingt als wenn Du ein Befürworter der Impfpflicht bist? (das ist kein Vorwurf, nur mein Eindruck)


    Ich halte es allerdings für "gefährlich" wenn man anfängt so zu argumentieren, weil es gibt Grundrechte und die werden dadurch beeinflusst, wenn man etwas belohnt oder bestraft was ein Grundrecht tangiert.

    Alleine der Ausdruck "Impfverweigerer" klingt nach nortorischem Querulanten, dabei nimmt er nur sein Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit wahr. Das ist kein Impfverweigerer, weil es keine Impfpflicht gibt, er ist nur jemand der sich nicht impfen lassen möchte.


    Wer sich nicht impfen lassen will, soll es lassen und die Einschränkungen in Kauf nehmen, soweit die Einschränkungen sachlich gerechtfertigt ist.

    wer sich Impfen lassen möchte kann das auch machen und dann fallen die Einschränkungen wieder weg.


    Das habe ich bei jedem Menschen zu akzeptieren, das er sich da frei entscheiden kann.


    Nur zur Klarstellung: ich lasse mich auch impfen, Termin steht, weil ich es für richtig halte.

  • Solange der AG für Ersatz für den freigestellten Nichtgeimpften sorgt, sehe ich auch keinen Nachteil für die Geimpften.

    Wenn sie aber durch die Freistellung zusätzliche Arbeit erledigen müssen (in der gleichen Zeit oder durch unbezahlte Überstunden), sehe ich allerdings einen Nachteil.

    Wie oft kommt das vor? Immer nach 5 Tagen Abwesenheit (auch bei Urlaub, Freischicht u.ä.)?

  • ist man morgens zur Testung gekommen und wurde dann freigestellt.

    Die Freistellung galt doch aber sicher nur, bis das Ergebnis des Tests vorlag. Das ist doch keine Bevorzugung o.ä.

    ich empfinde es schon als Nachteil gegenüber denen, die sich nicht impfen lassen wollten und nun weiterhin diese Freistellung bekommen ....

    ... und ich bin der Meinung Impfverweigerung sollte nicht noch belohnt werden

    Sind es denn tatsächlich Impfverweigerer oder gibt es andere Gründe?

    Wollten sie tatsächlich nicht und wenn, gibt es nicht vielleicht auch verständliche Gründe? Ein paar Leute dürfen sich nicht impfen lassen aus gesundheitlichen Gründen, bei Anderen gibt es Risikofaktoren und eine noch unklare Lage, wieder Andere sind lediglich skeptisch gegenüber dem zum Termin angebotenen Impfstoff, weil es vielleicht gerade wieder Negativmeldungen dazu gab ... und manche haben tatsächlich einfach noch keinen Termin bekommen.


    Und selbst wenn sie die Impfung tatsächlich einfach nur ablehnen, dann ist das ihr Recht. Es mag vielleicht egoistisch sein, es mag vielleicht unsozial sein, es mag vielleicht dumm sein, es mag vielleicht kurzsichtig sein .... aber es ist legal.

    Du fragst, ob die von dir empfundene Bevorteilung/Benachteiligung gerecht sei, aber fragst du denn auch, ob eine Stigmatisierung als "Impfverweigerer" gerecht ist?


    Wurden oder werden bei euch auch Impftermine im Haus angeboten oder fahrt ihr auch alle zum Impfzentrum?

    Die "Verteilung" der Arbeit ist in dem Fall dem Arbeitgeber relativ egal. Die Arbeit muss gemacht werden. Wie, bleibt an den Abteilungen hängen.

    Da solltest du - oder ihr - als BR einhaken! Gibt es denn keinen Betreuungsschlüssel bei euch? Das kann und darf nicht einfach an den Abteilungen hängen bleiben, ohne diese zugleich auch mit den nötigen Mitteln, hier also ausreichend Personal, auszustatten!

    Daher wird es dann so sein, dass der geimpfte statt seinen 40 Patienten an dem Tag noch die 40 des nicht geimpften mitmachen "darf" plus evtl noch Patienten, die wegen Urlaubsüberschneidung durch den Tag anfallen

    Tatsache oder Vermutung? 40 Patienten pro Pflegekraft sind bereits viel (hängt auch von der Fachrichtung und tatsächlichem Aufwand pro Patient ab) und 80 selbst im Nachtdienst kaum zu stemmen, da muss eure Pflegedienstleitung - mithin der Arbeitgeber - dringend aktiv werden. Der BR ist die Mitarbeitervertretung und hier auch das Sprachrohr der Kollegen und darf und muss hier aktiv werden.

    Urlaub ist i.d.R. vorher bekannt und sollte bei der Personalplanung bereits berücksichtigt sein, der Punkt ist also irrelevant. Wenn man z.B. zwei examinierte Pflegekräfte plus zwei Pflegehelfer für die Tagschicht an normalen Wochentagen für die Bettenzahl benötigt, dann plant man die so ein und fertig - daran ändert sich auch durch Urlaub nichts. Hat man die Leute nicht, werden Betten geschlossen. Gängige Praxis.

    Ihr habt sicher auch Springer für genau solche Situationen kurzfristiger Ausfälle und zu guter Letzt gibt es auch bei euch vermutlich noch die Option, per Abordnung oder zur Not über Zeitarbeitsfirmen kurzfristig Personal auf die Station zu bekommen.


    Kann der Arbeitgeber mir aufgrund meines Impfstatus eine Gehaltserhöhung geben und dem Ungeimpften nicht?

    Was ist das denn für eine frei konstruierte Frage?! Und was hat das damit zu tun, dass Arbeitgeber ggf. Mitarbeiter zur Kontaktvermeidung freistellen müssen, deren Testergebnis noch aussteht? Das ist mir ein wenig zu viel Empörung, zu viel Emotion, sehr subjektiv gefühlte Benachteiligung, aber keine sachliche Betrachtung.


    Trotzdem zurück zur Frage: Blättere mal in deinen Seminarunterlagen, da sollte auch etwas zu finden sein, zum Beispiel bei der Betrachung des § 87 Abs. 1 BetrVg und dort unter Punkt 10 ("Fragen der betrieblichen Lohngestaltung, insbesondere die Aufstellung von Entlohnungsgrundsätzen und die Einführung und Anwendung von neuen Entlohnungsmethoden sowie deren Änderung;") ..... ich meine, dass das schon beim BR1-Seminar drankam.


    Ich glaube ich muss einfach meine Einstellung dazu ändern...

    Gegen ein gesundes Gerechtigkeitsempfinden ist m.E. nichts einzuwenden. Aber du musst dir halt bewusst sein, welche Rolle du gerade vertrittst!

    Und wie du evtl. selber gemerkt hast, sollte ein BR mit seinem Wissen aus diversen Seminaren und ggf. den zusätzlichen Informationen u.a. aus den monatlichen gemeinsamen Gesprächen mit dem AG sowie natürlich dem Austausch mit dem Gremium da etwas anders herangehen als die nicht so gut informierte normale Pflegekraft, mehr den kollektiven Blickwinkel als den rein persönlichen finden, mehr lösungsorientiert agieren und kommunizieren als empört.


    MfG :-)

    Scheeks

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

  • Ich bin als Grenzgänger letztes Jahr drei Monate bezahlt freigestellt gewesen....was hätten da meine Kollegen auf die Barrikaden gehen müssen????? :):):)


    Ich persönlich würde lieber arbeiten als zuhause auf Ergebnisse vom PCR Test warten zu müssen!

  • Es gibt auch nicht nur Impfverweigerer sondern Menschen welche sich aufgrund nicht öffentlicher Gründe (Krankheiten, Einschränkungen,...) aktuell oder gar nicht impfen lassen können selbst wenn sie es wollten. Und es gibt noch keine Impfpflicht gegen Covid 19.


    Wenn das mit einer Freistellung aufgrund des ausstehenden Ergebnisses des PCR Testes als Benachteiligung angesehen wird, wie ist das wird dann das gehen wenn sich jemand kurzfristig krank melden muss und der Arbeitgeber dafür auch keinen Ersatz stellen muss und die Arbeit wie auch immer mit erledigt werden muss?

  • Hallo,

    Ich beschreibe zuerst mal die Situation:

    Aktuell ist es so, dass man bei uns in der Klinik nach einer Abwesenheit von mehr als 5 Kalendertagen erst nach negativem PCR-Test Patientenkontakt haben darf. ..... In Abteilungen, die ohne Kontakt keinen Sinn ergeben (Sport, Ergo, Physio...) ist man morgens zur Testung gekommen und wurde dann freigestellt. Momentan stehen bei uns die Zweitimpfungen an und die Überlegung ist, dass dieser zusätzliche freie Tag nicht mehr nötig ist nach 15 Tagen ab Zweitimpfung...

    Ein Sache versteh ich dabei noch nicht so ganz, den PCR Test gibt es doch nur wenn jemand 5 Tage am Stück gefehlt hat. ich wäre jetzt auch davon ausgegangen, dass er bis zum testergebnis freigestellt wird, aber du schreibst hier nur von einem Tag?


    Und mal ganz ehrlich, ist das wirklich die Masse, dass es relevant ist? habt ihr Schichtmodelle wo Kollegen standardmäßig so lange "weg" sind. Weil ansonsten trifft das ja nur bei urlaub/Krank

  • Also, ich fasse mal einige Antworten in einer zusammen....

    1. Mir als AN entsteht dadurch ein subjektiver und objektiver Nachteil. Wie gesagt.... Kollegen müssen vertreten werden... heißt: weniger Personal = mehr Patienten / Personal. Gilt übrigens auch im Krankheits und Urlaubsfall

    2. Wir haben kein Schichtmodell in den betreffenden Abteilungen.

    3. Jeder der 5 Tage und mehr nicht auf der Arbeit war, muss vor Arbeitsantritt einen negativen PCR- Test vorliegen haben. Das Ergebnis vom morgendlichen Abstrich ist i.d.R. abends da, sodass man am nächsten Tag arbeiten kann.

    4. Meine Entscheidung mich impfen zu lassen hätte das natürlich nicht beeinflusst und tut es auch weiterhin nicht (Ich hab übrigens nächste Woche meinen 2. Termin u d werde diesen natürlich auch wahrnehmen!)


    Mir geht es mit meiner Empörung lediglich darum, dass ich denke, es kann nicht sein dass diese Freistellung (die ich schlichtweg als Previleg, Goodie oder wie auch immer man es nennen mag sehe), auch wenn sie organisatorisch oder aus Infektionsschutzgründen notwendig sein mögen zu Lasten der anderen Arbeitnehmern geht ....

  • Mir geht es mit meiner Empörung lediglich darum, dass ich denke, es kann nicht sein dass diese Freistellung (die ich schlichtweg als Previleg, Goodie oder wie auch immer man es nennen mag sehe), auch wenn sie organisatorisch oder aus Infektionsschutzgründen notwendig sein mögen zu Lasten der anderen Arbeitnehmern geht ....

    Deine persönliche Empörung darüber ist völlig legitim. Aber sprichst Du denn vielleicht auch mal mit betroffenen Kolleg*innen darüber und erklärst ihnen sachlich Deine Empörung und fragst nach den Gründen dass sie sich nicht impfen lassen wollen.

    Allein damit zeigst Du dann, als Mensch und BR, doch wie wichtig dir die Kolleg*innen sind und auch du bekommst ein besseres Gefühl dabei.

    Es ist halt nun mal in D eine freiwillige Impfung.

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • zu Lasten der anderen Arbeitnehmern geht

    Genau das ist der Ansatzpunkt. Meines Erachtens muss der AG einen "Springer" einstellen, der in diesen Fällen die fehlende Kraft ersetzen kann. Eine Wiederkehr nach fünf Tagen kommt ja nicht überraschend. Diese Fehltage müssen auf die Krankheitsquote aufgerechnet werden und dann in der Personalplanung ersetzt werden.


    Hört sich in der Theorie sehr einfach an, ich vermute aber, dass bei knappem Budget letztendlich nichts passieren wird.

    Eine Änderung an der bezahlten Freistellung macht aus deinem "Gefühl für ungerechte Behandlung" eine konkrete Benachteiligung der ungeimpften Mitarbeitenden wird.

  • Genau das ist der Ansatzpunkt. Meines Erachtens muss der AG einen "Springer" einstellen, der in diesen Fällen die fehlende Kraft ersetzen kann.

    Da bin ich ganz bei Tobias. Der AG ist in der Pflicht, für eine ausreichende Personalbesetzung zu sorgen.

    Wie das geschehen kann, dabei sollte der BR Verhandlungen aufnehmen.

  • Mir als AN entsteht dadurch ein subjektiver und objektiver Nachteil. Wie gesagt.... Kollegen müssen vertreten werden... heißt: weniger Personal = mehr Patienten / Personal. Gilt übrigens auch im Krankheits und Urlaubsfall

    Schräg! Denn zusammengefasst heißt das ebenso, dass du auch im Krankheits- und Urlaubsfall einen subjektiven Nachteil siehst - objektiv ist daran wirklich nichts, in keiner Weise.

    es kann nicht sein dass diese Freistellung ..... zu Lasten der anderen Arbeitnehmern geht ....

    Einverstanden, aber da muss euer BR den AG an seine Pflichten erinnern!

    Wie u.a. Tobias schrieb, muss der AG für ausreichend Personal sorgen und im Gegensatz zu Krankheit sind Urlaub und diese Tests nach 5 Tagen ja vorher bekannt und folglich planbar. Dass eine gewissen Ausfallquote wegen Urlaub, Krankheit, Ausgleichstage für Sonntagsarbeit usw. usw. usw. bei der Personalplanung und Stellenberechnung fest einzuplanen ist, ist eine Binsenweisheit. Ist bei euch wohl nicht so, da sollte euer BR dringend ran.

    Wenn ihr bei Ausfällen doppelt so viele Patienten habt, wälzt euer Arbeitgeber seine Verantwortung für den reibungslosen Betrieb auf die Mitarbeiter ab - und darüber solltest du dich als Betriebsrat empören, statt die heimgeschickten Kollegen anzuzicken. Dagegen solltet ihr als BR vorgehen!

    Macht eurem AG klar, dass er diese Mängel abstellen sollte, bevor das in der Presse thematisiert wird - und nein, es geht nicht um Whistleblowing o.ä., sondern um Beschwerden unzufriedener Patienten oder, fast noch schlimmer, ihrer Angehörigen! Negative Presse ist ein echtes wirtschaftliches Risiko bis hin zur Gefährung der Arbeitsplätze deiner Kollegen und dir selbst!


    Die Kollegen, die vorbeugend in Quarantäne für den laufenden Tage geschickt werden, haben ja nun auch keinen Urlaub deswegen, sie sind potentiell positiv und müssen sich danach verhalten, effektiv also zuhause bleiben; ist ja nun nicht so, als hätten die einen Freibrief für einen Tag Halligalli. Ist auch psychologisch nicht für alle einfach, auf so ein Testergebnis zu warten bei einer Krankheit wie Covid-19, die auch bei nicht mortalem Verlauf Jung wie Alt komplett aus der Bahn werfen kann (siehe "long covid"). Und diese Kollegen beneidest du und empörst dich über eine von dir gefühlte Bevorzugung? Ja, du solltest tatsächlich deine Einstellung überdenken! Oder bleib halt 5 Tage weg und lass dich testen und selber heimschicken ...... macht es alle gleichmäßig reihum und fertig, Schluss mit dieser Neiddebatte.

    Da ist nix Goodie, nix Privileg! Privat darf man sowas dennoch gern denken (die Gedanken sind frei), als BR aber darf man solchen Unsinn doch bitte nicht äußern. Als BR treibt man keinen Keil zwischen die Kollegen und schürt gegenseitigen Neid!

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.