Überwachung von Mitarbeitern auf Firmenhandys

  • Hallo zusammen,


    wir werden noch in diesem Jahr mit einem anderen Unternehmen verschmelzen. In diesem Zusammenhang haben wir erfahren, das dort auf den Firmenhandys der Mitarbeiter eine Ortungssoftware installiert ist, die es möglich macht jederzeit zu schauen, wo sich die Mitarbeiter aufhalten. Außerdem gibt es die Regelung, das die Mitarbeiter allein entscheiden können welche Apps Sie installieren, aber die Firma hat die Möglichkeit zu schauen, was die Mitarbeiter installiert haben. Die Firma hat keinen BR und ich weiß im Moment nicht, ob die Mitarbeiter darüber informiert sind. Auf jeden Fall möchten wir vermeiden, das solche Kontrollmöglichkeiten bei uns eingeführt werden.


    In wieweit ist das überhaupt zulässig und wie könnten wir dagegen vorgehen (falls diese Vorgehensweise übernommen werden soll)?

  • ganz klar MBR nach § 87 (1) Nr. 6


    Bei reinen Diensthandy, welches der MA bei Arbeitsbeginn einschaltet und bei Arbeitsende ausschaltet und auch während Arbeitsunterbrechung (Pausen) ausschalten kann ist es schon "leicht problematisch" wegen der Überwachung.

    Viele AG argumentieren dann mit, wenn das Handy verloren geht oder mit Überwachungssoftware dabei das Handy bei Verlust von überall "gelöscht" bzw. auf Werkseinstellung zurückgesetzt werden kann (so war es bei uns)


    Sobald aber eine Privatnutzung erlaubt wird und der MA dieses Handy auch nach der Arbeit anläßt / anlassen muss

    wird es richtig schwierig. oder möchtest du am nächsten morgen angesprochen werden Na gestern wieder 3 Stunden im Casino gewesen / im Rotlichtbezirk / etc.


    Also auf jeden Fall mit dem AG verhandeln und falls das alles unumgänglich ist, in einer BV die Regeln festlegen

    u.a. wer hat wann und wie Zugriff auf die Lokalisierungsdaten.

  • Ich höre da erst mal raus, das du mit "ihr" euch als BR-Gremium meinst? Und mit verschmelzen meinst du sicherlich einen Betriebsübergang? Oder bildet sich ein neuer Betrieb? Und dann ist noch die Frage ob ihr zum Thema Leistungs- und Verhaltenskontrolle bereits eine Betriebsvereinbarung habt, bzw. zur Diensthandynutzung.


    Wenn es nämlich bei einem Betriebsübergang in dem anderen Betrieb keinen BR gab, habt ihr erst mal weiter ein Übergangsmandat und daher gelten eure Regelungen auch weiter. Bzw. wenn ihr nichts geregelt habt, könnt natürlich nach §87 Abs.1 S.6 aktiv werden und eine Regelung herbeiführen.


    Bei uns sind die Dienstahandys "getrennt" in einen privaten und dienstlichen Bereich. Geortet werden kann nur nach dem 4 Augen Prinzip und das wird Protokolliert. Ist aber auch organisatorisch beschränkt auf Verlust etc.

  • Hallo zusammen,


    wir werden noch in diesem Jahr mit einem anderen Unternehmen verschmelzen. In diesem Zusammenhang haben wir erfahren, das dort auf den Firmenhandys der Mitarbeiter eine Ortungssoftware installiert ist, die es möglich macht jederzeit zu schauen, wo sich die Mitarbeiter aufhalten. Außerdem gibt es die Regelung, das die Mitarbeiter allein entscheiden können welche Apps Sie installieren, aber die Firma hat die Möglichkeit zu schauen, was die Mitarbeiter installiert haben. Die Firma hat keinen BR und ich weiß im Moment nicht, ob die Mitarbeiter darüber informiert sind. Auf jeden Fall möchten wir vermeiden, das solche Kontrollmöglichkeiten bei uns eingeführt werden.


    In wieweit ist das überhaupt zulässig und wie könnten wir dagegen vorgehen (falls diese Vorgehensweise übernommen werden soll)?

    Wie ist das den aktuell bei Euch geregelt? Ich gehe mal davon aus das auch bei Euch Diensthandys vorhanden sind.

  • Auf unseren Diensthandy lässt sich nicht einfach jede Software installieren. Und es existiert ein Tool, dass die Handys überwacht. Da können schon mal Apps remote gelöscht werden. Und auch unsere Handy können jederzeit remote komplett gelöscht werden. Aus auch für uns nachvollziehbaren Gründen. Aber eine Ortung? Nie nicht! Da verstehe ich auch nicht wofür die gut sein sollte. Jedenfalls bei uns. Bei einem Logistikunternehmen könnte das schon anders aussehen und durchaus sinnvoll sein. Aber das könnt natürlich nur ihr vor Ort beurteilen.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!