Coronaimpfung Datenschutz

  • Hallo liebe Ratgebenden,


    ich hätte gerne eure Einschätzung zu einem aktuellen Vorfall.

    Wir hatten vor zwei Wochen die erste Impfung zum Schutz vor dem Coronavirus.
    Die Impfung wurde innerhalb der Räumlichkeiten unseres Betriebes durch einen externen Arzt durchgeführt (Wir haben auch eine Betriebsärztin, die hatte mit der Impfung wohl nichts zu tun)
    Zu dieser Impfung sollten Anamnesebögen des Robert-Koch-Institut ausgefüllt und mitgebracht und dem Arzt ausgehändigt werden.
    Nun haben wir den Termin zur zweiten Impfung und die Geschäftsleitung hat uns im Zuge der Mitteilung des Termins darüber informiert, dass die Anamnesebögen durch die Abteilungsleitung in die Postfächer der MA verteilt werden.

    Wir finden das an mehreren Stellen bedenklich und haben nachgefragt:

    Die Bögen wurden in einem Karton an die GL ausgehändigt und von ihr in einem Safe aufbewahrt.
    Danach wurden die Bögen von der Assistenz der GL in Briefumschläge eingetütet(nicht verschlossen) und an die Abteilungsleitungen verteilt, welche diese dann an die MA verteilen sollten. Die Assistenz wurde durch die GL aufgefordert die Bögen ohne Einsichtnahme zu verteilen.
    Ich würde gerne eure Meinung aufgedröselt zu den einzelnen Sachverhalten hören:
    Sollte eine GL diese Bögen (in einer Kiste wie oben geschildert) in die Hand bekommen?
    Kiste Verschlossen oder unverschlossen, macht das einen unterschied?

    Sollte die Assistenz diese Bögen verteilen?

    VIelen Dank für eure Meinungen. Sollten noch Fragen offen sein beantworte ich sie gerne.

    Meiner Meinung nach wäre alles besser gewesen hätte der externe Arzt die Bögen einbehalten oder hätte man die Betriebsärztin miteinbezogen und sie hätte die Bögen aufbewahrt.

    VG Mercator


    BRV, 9er Gremium, gGmbH, soziale Einrichtung

  • Meiner Meinung nach wäre alles besser gewesen hätte der externe Arzt die Bögen einbehalten oder hätte man die Betriebsärztin miteinbezogen und sie hätte die Bögen aufbewahrt.

    Dem würde ich mich vollumfänglich anschließen. Nur - was nutzt das? Es ist wie es ist. Euer AG hat da, aus meiner Sicht, nichts falsch gemacht. Wenn hier einer Mist gebaut hat, dann der Arzt, der die Bögen hätte vertraulich hätte behandeln müssen. Mir ist aber auch nicht klar, warum die Bögen jetzt wieder verteilt werden sollen. Es braucht für den zweiten Impftermin ohnehin einen neuen. Ich verstehe die ganze Aktion nicht.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Aber das sind doch sicher neue Anamnesebögen, also leere Formblätter für die 2. Impfung?

    Ich habe bei der 1. Impfung den Bogen beim Arzt abgegeben und der legt diese zu seinen Unterlagen, warum sollte ich diesen ausgefüllten Bogen wieder bekommen?


    Ansonsten hätte der Arzt die vertraulichen Unterlagen nur verschlossen an euch weiterleiten dürfen.


    Zur "Schadensbegrenzung" würde ich die GL jetzt bitten die Umschläge zu verschließen und dann an die MA auszuhändigen.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Ich sehe hier die Verantwortung auch beim Arzt. Er hat Eure Gesundheitsdaten einfach einem Dritten (dem AG) übergeben der keinerlei Berechtigung hat diese Daten zu haben oder zu verarbeiten. Dies hätte er nicht tun dürfen.

    Ich würde versuchen dieses Problem gemeinsam mit dem AG anzugehen, nach dem Motto: "Lieber AG, wir haben hier ein ernsthaftes Datenschutzproblem und das auch noch mit Gesundheitsdaten (höchste Schutzkategorie) und Du kannst eigentlich nichts dafür. Wir sollten diesen Fall umgehend unserem Datenschutzbeauftragten schildern und mit ihm klären wie wir jetzt weiter vorgehen, nicht das es am Ende richtig teuer wird!"

  • Ich würde versuchen dieses Problem gemeinsam mit dem AG anzugehen, nach dem Motto: "Lieber AG, wir haben hier ein ernsthaftes Datenschutzproblem und das auch noch mit Gesundheitsdaten (höchste Schutzkategorie) und Du kannst eigentlich nichts dafür. Wir sollten diesen Fall umgehend unserem Datenschutzbeauftragten schildern und mit ihm klären wie wir jetzt weiter vorgehen, nicht das es am Ende richtig teuer wird!"

    jupp, genau so!

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)