Feiertage Teilzeit Umstellung der Tage

  • Hallo ich habe eine Frage zu Feiertagen.


    Ich arbeite momentan Mo bis Do. Nun möchte der Chef gerne (er hat mich gefragt), dass ich von Di bis Fr arbeite. Das macht in 2022 drei Feiertage weniger.

    1. Kann er das einfach anordnen?

    2. Kann ich einen Ausgleich verlangen?

    3. Ich stelle mir vor einfach in den jeweiligen Wochen Überstunden zu bekommen.

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  • 1. Ja - außer im AV sind die Tage festgelegt. Eingeschränkt wprde das nur ducht das MBR des BR.

    Wenn der Chef das aber begründet z.B. Montags bliebt das Geschäft geschlossen, da kommen keine Kunden dafür machen wir dann Freitags auf - dann ist das unternehmerische Entscheidung.

    2. Verlangen kann man fast alles - das bekommen ist das Problem - also eher Nein.

    3. nein warum sollte der AG das machen?

  • 1. Jein, hier kommt es erst einmal darauf an was steht in deinem Arbeitsvertrag, steht dort drin "...arbeitet Mo-Do.." dann wäre eine Vertragsänderung notwendig. Der nächste Punkt ist wenn keine Regelung (Mo-Do) im AV besteht dann fällt diese Änderung unter das Mitbestimmungsrecht des BR nach §87 BetrVG. Wenn ihr aber weder etwas im AV habt noch ein BR besteht kann der AG dies einfach anweisen.

    2. Verlangen Ja - bekommen vielleicht

    3. Warum Überstunden? du leistest in dieser Woche ja deine normale Arbeitszeit, es gibt ja auch keinen Ausgleich für Feiertage die auf sonstige arbeitsfreie Tage (wie Sonntage bei normaler Arbeitswoche Mo-Fr) fallen

    • Hilfreichste Antwort

    Hallo Arbeiter,


    1. Neben dem Arbeitsvertrag und dem Vorhandensein eines Betriebsrates bestünde nur noch die Möglichkeit, wenn die Zuweisung der neuen Arbeitszeit nicht dem Grundsatz von "Recht und Billigkeit" entspricht, wie es in §106 GewO gefordert ist. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber, wenn du Einwände gegen die neue Arbeitszeit hast, deine Einwände prüfen und seine Interessen mit deinen abwiegen muss. So wäre es zum Beispiel nicht in Ordnung, wenn dein Chef jedes Jahr in den Kalender schaut und dann deine Arbeitszeit so verändert, so dass du immer die meisten Arbeitstage hast. Genau so ist dein Interesse an mehr freien Tagen nicht wichtiger als eine bessere Erreichbarkeit für die Kunden. Diese Überprüfung unterliegt der Arbeitsgerichtsbarkeit.


    2&3. Da bin ich voll und ganz bei meinen Vorrednern.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Hallo,


    zu 1.

    Selbst wenn die Arbeitstage Mo-Do nicht arbeitsvertraglich festgelegt sind, kann die Regelung trotzdem arbeitsvertraglichen Charakter haben durch mündliche Vereinbarung oder aber durch praktisches Handeln (konkludente Handlung).

    Im Zweifelsfall würde ich das als AN einfach mal behaupten und dem AG damit aufbürden, dies im Rahmen der abgestuften Darlegungs- und Beweislast zu widerlegen.

  • Hallo albarracin,


    wenn ich mir die Rechtssprechung zur Einführung von Schichtarbeit (was ja auch eine Änderung der Arbeitszeit ist) ansehe, sehe ich aber eher schwarz.


    Demnach kann ein Arbeitgeber quasi jeder Zeit auch nach mehreren Jahren einfach sagen: "So, und ab nächsten Monat wird Schicht gearbeitet." Dass muss nicht einmal im Arbeitsvertrag stehen.


    Daher bezweifle ich, ob hier durch konkludentes Handeln oder mündliche Vereinbarung ein Vertrag entstanden ist. Aber versuchen kann man es auf alle Fälle.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Demnach kann ein Arbeitgeber quasi jeder Zeit auch nach mehreren Jahren einfach sagen: "So, und ab nächsten Monat wird Schicht gearbeitet." Dass muss nicht einmal im Arbeitsvertrag stehen.

    Ich bin mir relativ sicher, damit das so gilt, darf im Arbeitsvertrag gar nichts zur Arbeitszeit stehen. Sobald da etwas drinsteht, gilt das auch.


    Und wenn nichts drinsteht, wäre es trotzdem eine Vertragsänderung, wenn es bisher anders gehandhabt worden wäre (auch wenn die Hürde kleiner wäre).


    Ohne genaue Kenntnis der Umstände und der handelnden Personen kann natürlich auch ich nur vermuten, dass der AG hier genauso Rosinenpickerei betreiben will wie der AN. Insofern kann ich den Ansatz

    2. Kann ich einen Ausgleich verlangen?

    durchaus nachvollziehen.


    Allerdings hätte ich hier eine andere "Berechnungsgrundlage".


    Getauscht werden hier Oster- und Pfingstmontag gegen Karfreitag. D.h. auf Dauer reden wir über einen Feiertag weniger. Dass in 2022 sowohl der 3. Oktober als auch der zweite Weihnachtsfeiertag auf einen Montag fallen, ist zwar doof, aber sicher keine Grundlage für einen wie auch immer gearteten Ausgleich.

    Aber wie die Kollegen schon schrieben: Verlangen kann ich viel. Ob der AG sich darauf einlässt dürft ganz klar davon abhängen, wie die erste Frage zu beantworten ist. (Und das können wir hier nicht abschließend beurteilen.)


    Ach ja, und zu dem hier

    3. Ich stelle mir vor einfach in den jeweiligen Wochen Überstunden zu bekommen.

    kann ich nur sagen: ich stelle mir öfter mal vor, ich hätte den Eurojackpot abgeräumt. Da habe ich immer ganz tolle Ideen, was ich mit der Kohle so mache. Blöd nur, dass meine Vorstellung und die Realität so gar nichts gemein haben... (in meiner Vorstellung ist die Realität nie so gemein, wie sie real ist ;) )

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Ich bin mir relativ sicher, damit das so gilt, darf im Arbeitsvertrag gar nichts zur Arbeitszeit stehen. Sobald da etwas drinsteht, gilt das auch.

    deshalb hab ich mich insofern ja auch meinen Vorrednern angeschlossen, als ich sagte:


    Neben dem Arbeitsvertrag und dem Vorhandensein eines Betriebsrates bestünde nur noch die Möglichkeit,........

    Und ich lese dieses Urteil nicht so, als wäre eine Vertragsänderung nötig.


    Edith findet, dass die RN48 besonders interessant ist, das hatte ich vergessen zu erwähnen.

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

    Einmal editiert, zuletzt von Markus 1973 ED ()

  • Ich würde mich ebenfalls den Vorrednern anschließen und ebenfalls behaupten, dass der AG das so machen darf, wenn es nicht deutlich konkreter anders festgeschrieben ist. Für die Zukunft würde ich aber auf einer swchriftlichen Festlegung der Arbeitstage bestehen, da ansonsten im nächsten Jahr dasselbe passieren könnte.

  • Für die Zukunft würde ich aber auf einer swchriftlichen Festlegung der Arbeitstage bestehen

    Der Gedanke ist sicher nicht verkehrt, aber wir sind uns schon einig, dass wir über einen zweiseitigen Vertrag reden? Meint, der Vertrag ist geschlossen. Im Nachgang kann ich auch drauf bestehen, dass mein Gehalt verdreifacht wird - der AG wird es kaltlächelnd ablehnen...


    Aber da können wir noch lange drüber philosophieren - wenn Arbeiter555 nicht mal mit ein paar Fakten zum Vertragsinhalt, bzw. geltenden Tarifen oder Betriebsvereinbarungen rüberkommt, bleibt die ganze Diskussion hier akademisch.

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  • Ich arbeite momentan Mo bis Do. Nun möchte der Chef gerne (er hat mich gefragt), dass ich von Di bis Fr arbeite. Das macht in 2022 drei Feiertage weniger.

    er hat Dich gefragt, was hast den geantwortet?

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Hmm das mit den Feiertagen ist so eine Sache bei nicht 6 Tage in der Woche.


    Irgendwo habe ich mal gesehen man kann den Durchschnitt nehmen. Weil es könnte ja sein, dass man wechselhaft nur 1 Tag in der Woche arbeitet. Dass der Chef diesen nicht auf den Feiertag legt ist klar. Der Mitarbeiter sagt er würde in der Woche vor Ostern am Freitag arbeiten und nach Ostern am Montag (oh beides Feiertage....).


    Meiner Meinung nach (und das ist jetzt nicht rechtlich sicher) sollte jeder 6 Tage die Woche arbeiten (so wie auch vorgesehen z.b. bei der Urlaubsplanung). Wenn man weniger Tage arbeitet so häuft man an dem Tag an dem man arbeitet Plusstunden an, die dann in den nächsten Tagen abgefeiert werden.

    Dazu müsste aber erst die Rechtssprechung sich dem annehmen und entscheiden. Mit dem Schnitt der Stunden am Tag würde nie (oder fast nie) eine Ungleichheit entstehen.


    Dann würde z.B. bei 6h die Woche der Feiertag als 1h gearbeitet gezählt.


    Hatten wir auch schon mal ähnlich: