Versäumnis der Information an den Betriebsrat?

  • Hallo,


    heute habe ich eine Frage zur Einbeziehung eines BR seitens der Geschäftsführung.


    In einer heute durchgeführten Teamsitzung (wöchentl. Rhythmus) wurde uns mitgeteilt, dass für uns eine "Stärken/-Schwächen Analyse" durchgeführt worden ist, um ein Profil für uns zu entwickeln.


    Davon habe ich als BR erst in dieser Teamsitzung erfahren. Die GF hat vorher mit mir nicht darüber gesprochen und - soweit mir bekannt - nicht einmal mit den Abteilungsleitern.


    Nun bin ich mir in einem solchen Fall nicht ganz sicher, ob dies auch unter die Informationspflichten des AG gegenüber dem BR fällt.

    Es ist ja hier in annähernd 100% der Fälle so, dass ich als BR überhaupt nicht über irgend etwas informiert werde... ist für viele von Euch ja nix neues, das zu lesen :rolleyes:


    Jenachdem wie deutlich die Notwendigkeit ist, dass die GF mich hätte informieren müssen... oder gar einbeziehen... plane ich ein gemeinsames Gespräch mit der GF und den beiden Abteilungsleitern. Allerdings hatte sie vor ca. einem Jahr mal ein solches Gespräch abgelehnt und es ist dann "im Sande verlaufen", da die AL nicht bereit waren, hier nochmal deutlich nachzuhaken und ich selbst habe mittlerweile auch keine Lust mehr, immer der Einzige zu sein, der sich mit der GF anlegt.


    Zur Info:

    Wir sind lediglich 11 MA und ich bin 1-köpfiger BR


    Wie ist also Eure Meinung?

    Hätte ich hier informiert oder gar vorab einbezogen werden müssen?


    Danke und schöne Grüße,

    imebro

  • Die Frage ist: Wer hat das wie gemacht?


    Hat der GF sich einfach hingesetzt und hat sich auf ein Blatt Papier Stärke / Schwäche gemalt und ist dann

    jeden der 11 Ma durchgegangen und was dazu hingeschrieben?

    oder

    hat er dazu Software genutzt oder einen Anbieter einen Persönlichkeitstest (google mal danach z.B. PAPI Test)


    und je nach Ergebnis kommt dann raus: Informationspflicht ja / nein

    Mitbestimmung ja / nein

    Kann der Chef auch einfach beim Grillen / Biertrinken zu hause gemacht haben :)

  • Vielleicht habe ich das schlecht ausgedrückt - sorry...


    Diese "Stärken/-Schwächen Analyse" bezieht sich auf unsere Stiftung - nicht auf die Belegschaft.

    Hierzu wurde eine Agentur beauftragt und das eben ohne Information an irgend jemanden hier.

    Nur heute Morgen wurde uns mitgeteilt, dass dies gemacht worden ist und das unser übergeordnetes Gremium gestern darüber informiert wurde (ob die vorher Bescheid wußten, ist mir nicht bekannt).


    Grüße,

    imebro

  • aber auch da gilt - wie haben die das gemacht

    Einfach nur den GF interviewt - beim Grillen und Bier :) (das Wetter ist zu gut ich denkt nur an ...)


    oder Mitarbeiterbefragung, Arbeitsplatzanalyse, Kundenbefragung etc..

  • Hallo imebro,


    wenn das nur eine Marktanalsyse war, d.h. was macht die Stiftung gut was nicht so gut, immer bezogen auf die Stiftung und nicht auf einzelne MA oder eine MA Gruppe, dann ist das eine unternehmerische Freiheit.

    Wenn aus dieser Analyse aber dann Änderungen in der Arbeitsorganisation, in neue oder geänderte Aufgabengebiete oder ähnliches abgeleitet werden, dann kann es Unterrichtungs oder auch Mitbestimmungsrechte des BR betreffen.


    Viele Grüße

    Bernd

  • Hallo und danke für die weiteren Antworten.


    Der Tipp mit den Änderungen in der Arbeitsorganisation / Aufgabengebiete ist gut. Das werde ich ja erfahren und kann dann ggf. dort ansetzen mit der Frage, warum ich hier nicht vorab einbezogen wurde... wo es doch um solche Änderungen ging.


    Nach meinem Urlaub beabsichtige ich eh mal ein Gespräch mit den beiden AL sowie der GF, wo es im Großen und Ganzen mal um Einbezug in unsere Gesamtsituation geht. Hier tut sich nichts mehr, es wird nur noch bekanntgegeben, wie schlecht alles ist und mehr erfährt hier Niemand. Das ist quasi pure Demotivation. Sicher muss ich an dieses Thema mal ran... auch wenn ich mich auf die beiden AL überhaupt nicht verlassen kann, da diese auch eher passiv sind gegenüber der GF (und das ist noch milde ausgedrückt) 8|


    Grüße,

    imebro

  • auch wenn ich mich auf die beiden AL überhaupt nicht verlassen kann, da diese auch eher passiv sind gegenüber der GF

    Ein altes Sprichwort sagt: "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing" - was erwartest du von den AL (bei 11 Mann zwei AL finde ich ja schon cool ;) )? Sie sind der verlängerte Arm der GF qua Amt/Job/Rolle und sicher nicht dafür da, ihr das Leben schwer zu machen.


    Und was deine ursprüngliche Frage angeht:

    Diese "Stärken/-Schwächen Analyse" bezieht sich auf unsere Stiftung - nicht auf die Belegschaft.

    Damit hast du als BR hier, wenn überhaupt, allenfalls ein Informationsrecht. Sobald es an irgendwelche Maßnahmen geht, dann kannst du (evtl. (!!!)) mitkamellen. (Hat Bernd_47 ja schon ganz richtig geschrieben.)

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Danke Dir Moritz für Deine weiteren Ausführungen.

    Ich möchte mich dazu noch kurz äußern, auch wenn es dann insgesamt etwas vom Thema abweicht.


    Ich bin der Meinung, dass Abteilungsleiter (es gibt bei unseren 11 Leuten übrigens insg. 3 AL) ;) auch etwas Rückrad zeigen sollten. Das vermisse ich als BR, aber auch der Rest der Belegschaft. Ich denke nicht, dass die Rolle eines/einer AL nur der verlängerte Arm der GF ist, sondern eben auch die Vertretung der MA seiner/ihrer Abteilung. Erst recht in einem so kleinen Unternehmen, bzw. Stiftung. Im Übrigen wählen alle 3 AL auch den BR mit... :)


    Genau dieses Informationsrecht wurde ja hier seitens der GF nicht beachtet. Ich wurde eben NICHT informiert und das habe ich ja hier auch angeprangert. Der Thread-Titel heißt ja auch "Versäumnis der Information an den Betriebsrat?".


    Grüße,

    imebro