Gründung eines Betriebsrats in Unternehmensgruppe - eigene GmbH

  • Moritz du siehst es also als demokratischer und ruhiger wenn man sich nächstes jahr bei der wahl gegen den BR stellt und sagt wir sind ab jetzt eigentständig?


    natürlich kann man immer alles aushalten... die Frage die man sich manchmal aber stellen muss.

    ist es nicht manchmal gut und zwingend mit einem Knall aufzutretten?

  • ist es nicht manchmal gut und zwingend mit einem Knall aufzutretten?

    Ein anständiger Knall ist nur dann hilfreich, wenn er mehr als nur heiße Luft produziert. Wenn ihr euch komplett sicher seid, dass alles rechtens ist und ihr einen eigenen BR wählen und konstituieren könnt/dürft und auch auf die Schnelle ausreichend Kandidierende und Ersatzmitglieder zusammenbekommt, dann los. Dann wird es ein ordentlicher Knall mit Druckwelle.

    Wenn irgendwas davon scheitert, dann macht es halt nur kurz Poff und alle anderen sind einen Tag lang amüsiert. Der AG wird euch dann sicherlich für euer Engagement danken.

  • Die Frage ist aber auch was passiert bei einer Wahl jetzt welche von der Gewerkschaft für die GmbH eingeleitet wird wenn diese Wahl nicht erfolgreich ist? Wobei das ja etwas dauern kann wenn man alle Instanzen welche möglich sind nutzt.

    Die gleiche Frage stelle ich mir wenn die Wahl erst später parallel zu der regulären Wahl passiert? Dann gibt es sicher auch da Klagen und so lange dann zwei Betriebsratsgremien bis dann nach allen Instanzen eine finale Entscheidung vorliegt.

    Wenn die Gewerkschaft in allen GmbH's zuständig ist wovon ich jetzt mal ausgehe dann wird sich die Gewerkschaft auch sicher innerhalb der anderen GmbH's mit der Einleitung einer Wahl für diese GmbH sicher auch keine Freunde machen bei ihren dortigen Mitgliedern. Für den Fall das sich da zwei Gewerkschaften für zuständig erklären dann wird das sicher etwas für die Rechtsgeschichte.

  • wir haben zwei mitarbeiter beim br

    Hallo mpunkt, für den Fall, dass es mit dem eigenen BR nicht klappen sollte, komme ich nochmal auf die eigene Liste für einen "gesamt-BR" zurück: diese eure beiden Mitarbeiter (MA) im jetzigen BR schließen ja ohnehin nicht aus, bei der nächsten Wahl eine eigene Liste aufzustellen. Wenn diese auch nur von 120 oder 100 eurer 150 MA gewählt wird, KÖNNTE es reichen, einen eigenen MA eures Vertrauens in den nächsten BR zu bekommen. Bei insgesamt 2500 Wählern wird das knapp, aber einerseits habt ihr ja vielleicht auch Vertraute oder "Leidensgenossen" in den anderen GMBHs und mit etwas Wahlwerbung bekommt ihr von dort vielleicht auch noch Stimmen ... und andererseits ist ja auch offen, wieviele von den insg. 2500 MA überhaupt wählen. Je geringer die allgemeine Beteiligung, desto besser ist eure Chance, bei hoher Beteiligung in eurer GmbH sogar mehrere eurer MA in einen neuen "Gesamt"-BR hineinzukriegen.

    Gaaanz wichtig: Dass sie als Neulinge in Unterzahl dort auch nicht so arg viel reißen können in den ersten Monaten oder vielleicht der ersten Amtszeit, sollte euch aber bewusst sein. Es braucht einen langem Atem und auch eine langfristige Unterstützung, sonst wird das für eure GmbH-Mitarbeiter, für die Kollegen der gewählten MA und noch viel mehr für die Gewählten selbst eine sehr entmutigende und frustrierende Zeit.


    Und als abschließenden Gedanken ohne Relevanz für die nächste Amtszeit: diese beiden erwähnten MA im BR sind ja auch nicht dort hinein gekommen wie die Jungfrau zum Kinde, sondern irgendwer muss die ja aufgestellt und gewählt haben.


    Wie auch immer, ich wünsche viel Erfolg. :-)

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

  • Hallo mpunkt, für den Fall, dass es mit dem eigenen BR nicht klappen sollte, komme ich nochmal auf die eigene Liste für einen "gesamt-BR" zurück: diese eure beiden Mitarbeiter (MA) im jetzigen BR schließen ja ohnehin nicht aus, bei der nächsten Wahl eine eigene Liste aufzustellen. Wenn diese auch nur von 120 oder 100 eurer 150 MA gewählt wird, KÖNNTE es reichen, einen eigenen MA eures Vertrauens in den nächsten BR zu bekommen. Bei insgesamt 2500 Wählern wird das knapp, aber einerseits habt ihr ja vielleicht auch Vertraute oder "Leidensgenossen" in den anderen GMBHs und mit etwas Wahlwerbung bekommt ihr von dort vielleicht auch noch Stimmen ... und andererseits ist ja auch offen, wieviele von den insg. 2500 MA überhaupt wählen. Je geringer die allgemeine Beteiligung, desto besser ist eure Chance, bei hoher Beteiligung in eurer GmbH sogar mehrere eurer MA in einen neuen "Gesamt"-BR hineinzukriegen.

    Gaaanz wichtig: Dass sie als Neulinge in Unterzahl dort auch nicht so arg viel reißen können in den ersten Monaten oder vielleicht der ersten Amtszeit, sollte euch aber bewusst sein. Es braucht einen langem Atem und auch eine langfristige Unterstützung, sonst wird das für eure GmbH-Mitarbeiter, für die Kollegen der gewählten MA und noch viel mehr für die Gewählten selbst eine sehr entmutigende und frustrierende Zeit.


    Und als abschließenden Gedanken ohne Relevanz für die nächste Amtszeit: diese beiden erwähnten MA im BR sind ja auch nicht dort hinein gekommen wie die Jungfrau zum Kinde, sondern irgendwer muss die ja aufgestellt und gewählt haben.


    Wie auch immer, ich wünsche viel Erfolg. :-)

    das ist natürlich auch ein ansatz :-)

    es gibt verschiedene möglichkeiten.

    ich werde das mit den kollegen besprechen - entscheide das ja auch nicht alleine.

    aber auf jedenfall ist deine idee auch eine überlegung wert!

    Die Frage ist aber auch was passiert bei einer Wahl jetzt welche von der Gewerkschaft für die GmbH eingeleitet wird wenn diese Wahl nicht erfolgreich ist? Wobei das ja etwas dauern kann wenn man alle Instanzen welche möglich sind nutzt.

    Die gleiche Frage stelle ich mir wenn die Wahl erst später parallel zu der regulären Wahl passiert? Dann gibt es sicher auch da Klagen und so lange dann zwei Betriebsratsgremien bis dann nach allen Instanzen eine finale Entscheidung vorliegt.

    Wenn die Gewerkschaft in allen GmbH's zuständig ist wovon ich jetzt mal ausgehe dann wird sich die Gewerkschaft auch sicher innerhalb der anderen GmbH's mit der Einleitung einer Wahl für diese GmbH sicher auch keine Freunde machen bei ihren dortigen Mitgliedern. Für den Fall das sich da zwei Gewerkschaften für zuständig erklären dann wird das sicher etwas für die Rechtsgeschichte.

    wir haben alle die gleiche gewerkschaft.

    kollegen aus anderen abteilungen und andern gmbhs beschweren sich auch über den betriebsrat.

    die gewerkschaft hält nichts von unserem bisherigen betriebsrat.

    deswegen unterstützt sie diese aktion ja auch.

    Ein anständiger Knall ist nur dann hilfreich, wenn er mehr als nur heiße Luft produziert. Wenn ihr euch komplett sicher seid, dass alles rechtens ist und ihr einen eigenen BR wählen und konstituieren könnt/dürft und auch auf die Schnelle ausreichend Kandidierende und Ersatzmitglieder zusammenbekommt, dann los. Dann wird es ein ordentlicher Knall mit Druckwelle.

    Wenn irgendwas davon scheitert, dann macht es halt nur kurz Poff und alle anderen sind einen Tag lang amüsiert. Der AG wird euch dann sicherlich für euer Engagement danken.

    da hast du recht...

    es muss alles rechtens und relativ sicher sein.

    sonst bringt diese aktion nicht viel...

    aber ich denke man muss da auch mal etwas wagen wenn man etwas für sein recht tun möchte oder?

  • Wenn das jetzt macht und nicht bis zur nächsten Wahl 2022 wartet dann hätte das zwei mögliche positive Effekte aus meiner Sicht.

    1. Man kommt zu einem eigenen BR
    1.a andere GmbH's kommen für die Wahl 2022 auf den Geschmack aufgrund 1.

    2. Wenn man scheitern sollte mit einem eigenen BR ist man 2022 beim regulären Wahltermin so bekannt das man mit einer eigenen GmbH oder aller kleineren GmbHs Liste vielleicht erfolgreich ist. Wobei das sicher nicht bis 2022 final entschieden ist vor Gericht ob man scheitert oder nicht wenn das Negativmerkmal nicht so offensichtlich ist das man gleich scheitert.

  • du siehst es also als demokratischer

    Demokratisch ist alles, was sich im Rahmen der Gesetzgebung bewegt (und das würden sich vermutlich beide Wege), insofern ist meine Aussage sicher nicht, das eine wäre demokratischer.


    Es ist mehr eine taktische Überlegung. Die aber nur am Reißbrett. Denn sinnvoll lässt sich hier nur agieren, wenn man die handelnden Personen kennt und wirklich einschätzen kann, wie wer reagieren wird.



    Ein anständiger Knall ist nur dann hilfreich, wenn er mehr als nur heiße Luft produziert.

    Das ist das, was ich mit dem Breitschwert meinte. Kann man damit umgehen, ist es ein wirkungsvoller Auftritt, der einem Respekt verschafft. Andernfalls geht der Gegner kurz einen Schritt zurück, wartet bis man das Gleichgewicht verliert und tritt dann noch nach, wenn man am Boden liegt...


    Und ja, natürlich muss und soll man für seine Rechte eintreten. Aber, und das geht nicht gegen dich persönlich, dafür kenne ich dich viel zu wenig: operative Hektik sollte nie geistige Windstille ersetzen!

    Meint, erst denken, dann handeln. Instinktives/intuitives Handeln mag seine Berechtigung im "Überlebenskampf" haben. Arbeitsrecht/BR-Arbeit ist aber Politik! Und da ist taktisches Handeln im Zweifel die bessere Wahl.


    Was in eurem Fall die bessere Taktik ist, vermag ich nicht zu entscheiden. Aber ihr solltet unbedingt verhindern, dass ihr euch einfach nur zu weit aus dem Fenster lehnt, die Gegenpartei wartet, bis ihr rausgefallen seid um dann zu sagen: so, dann wollen wir sie mal wieder einsammeln und die Fenster ordentlich verriegeln...

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • die gewerkschaft hält nichts von unserem bisherigen betriebsrat.

    das würde ich nicht überbewerten und schon gar nicht als Argument verbreiten, weil das kein sachliches Argument ist.

    Beispiel:

    Du argumentierst damit, dass der BR schlechte Arbeit macht und die Gewerkschaft das auch so sieht.

    Gegenargument: ist ja klar, wir von BR sind keine Gewerkschaftsmitglieder

    --> der Punkt geht dann nicht an euch


    Ich bezweifle, das eine Gewerkschaft sich negativ über euren BR äußern würde, wenn der BR "gewerkschaftstreue Mitglieder" hätte. Die Gewerkschaft würde zumindestens ihre eigenen Leute in Schutz nehmen.


    Keine Frage, die Gewerkschaft wird euch helfen, gerade auch weil Du schon neue Mitglieder geworben hast. Es wird euch in eurer Situation auch Vorteile bringen, aber ich betrachte Gewerkschaften sachlich und nicht als "Heilsbringer".


    Und nicht das ich falsch verstanden werde, ich halte die Gewerkschaften grundsätzlich für eine gute Sache, nur das "Personal" tickt manchmal komisch.


    kollegen aus anderen abteilungen und andern gmbhs beschweren sich auch über den betriebsrat.

    das ist entscheidend und der Ansatzpunkt mit dem man den aktuellen BR bei der nächsten Wahl abwählen lassen kann, indem man die Sachargumente darlegt und darstellt wo der aktuelle BR sich gegen die Interessen der MA gestellt hat.


    Eine ordentliche Abwahl ist die Höchststrafe für "abitionierte BR".


    Ich würde die Zeit bis zur nächsten regulären Wahl nutzen um mich "fit" zu machen damit ich den aktuellen BR sauber ablösen kann, ist nicht mal mehr 1 Jahr.

    Die Energie in einen unsicheren Sonderweg zu stecken und dann gleichzeitig Wahlwerbung für mich zu machen, um dann evt 5-6- Monate eher wählen zu lassen, würde ich mir sparen.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Das ist das, was ich mit dem Breitschwert meinte. Kann man damit umgehen, ist es ein wirkungsvoller Auftritt, der einem Respekt verschafft. Andernfalls geht der Gegner kurz einen Schritt zurück, wartet bis man das Gleichgewicht verliert und tritt dann noch nach, wenn man am Boden liegt...


    Und ja, natürlich muss und soll man für seine Rechte eintreten. Aber, und das geht nicht gegen dich persönlich, dafür kenne ich dich viel zu wenig: operative Hektik sollte nie geistige Windstille ersetzen!

    Meint, erst denken, dann handeln. Instinktives/intuitives Handeln mag seine Berechtigung im "Überlebenskampf" haben. Arbeitsrecht/BR-Arbeit ist aber Politik! Und da ist taktisches Handeln im Zweifel die bessere Wahl.


    Was in eurem Fall die bessere Taktik ist, vermag ich nicht zu entscheiden. Aber ihr solltet unbedingt verhindern, dass ihr euch einfach nur zu weit aus dem Fenster lehnt, die Gegenpartei wartet, bis ihr rausgefallen seid um dann zu sagen: so, dann wollen wir sie mal wieder einsammeln und die Fenster ordentlich verriegeln...

    natürlich ich gebe dir recht!

    man muss sich alles gut überlegen.

    mit anderen kollegen sprechen und sich die gewerkschaft anhören und mit ihr zusammen das alles machen.

    es geht ja auch nicht darum das man etwas überstürzt - so wie es momentan ist geht es nicht weiter.

    und der die nächsten schritte mögen gut überlegt sein und auch etwas auf lange zeit bewirken.

    ich würde das auch nicht als werbung zur wahl nehmen.

    im betriebsrat sind viel gewerkschaftsmitglieder.

    aber sie bemühen sich eben nicht um die belegschaft - das hat ja mit der gewerkschaft nichts zu tun

    das ist entscheidend und der Ansatzpunkt mit dem man den aktuellen BR bei der nächsten Wahl abwählen lassen kann, indem man die Sachargumente darlegt und darstellt wo der aktuelle BR sich gegen die Interessen der MA gestellt hat.


    Eine ordentliche Abwahl ist die Höchststrafe für "abitionierte BR".


    Ich würde die Zeit bis zur nächsten regulären Wahl nutzen um mich "fit" zu machen damit ich den aktuellen BR sauber ablösen kann, ist nicht mal mehr 1 Jahr.

    Die Energie in einen unsicheren Sonderweg zu stecken und dann gleichzeitig Wahlwerbung für mich zu machen, um dann evt 5-6- Monate eher wählen zu lassen, würde ich mir sparen.

    das ist eben eine sache die man sich gut überlegen muss und die ich natürlich auch nicht alleine entscheide