Wie vorgehen bei ständiger Schikane gegen mich als Betriebsrat?

  • Hallo liebe BR-User/-innen,


    heute geht es um mein Grundsatzthema - nämlich welches der beste Vorgehensweg ist, wenn ich auch weiterhin ständiger Schikane durch die GF als BR ausgesetzt bin.


    Viele von Euch wissen ja, was bei uns in den letzten 3 Jahren abging... es gibt zahlreiche Threads von mir...


    In meinem Urlaub, der jetzt seit ein paar Tagen vorüber ist, habe ich mir eine Menge Gedanken darüber gemacht, wie ich vorgehen werde, wenn die ständigen Schikane durch unsere GF-in nicht aufhören.


    Die Daten und Fakten:

    - wir sind ein Kleinbetrieb mit 11 MA

    - die GF-in ist seit rund 3 Jahren bei uns

    - sie akzeptiert sowie respektiert keinen BR, was sie schon anfangs immer wieder geäußert hat durch Sätze wie "eigentlich brauchen wir hier keinen BR"...

    - sie versuchte von Anfang an Keile zwischen die Belegschaft und mich zu treiben

    - sie hat mich mehrfach vor der Belegschaft vorgeführt

    - sie verbreitet ein "Klima der Angst" (Zitat eines wegen ihr ausgeschiedenen Kollegen)

    - sie erträgt keinerlei Kritik (wer sie, bzw. eine ihrer Entscheidungen kritisiert, wird anschließend über Wochen od. dauerhaft schikaniert)

    - sie reagiert sofort extrem aggressiv, wenn etwas nicht so läuft, wie sie es will und rastet dabei quasi aus (absolut unmögliches Verhalten)

    - durch ihr Verhalten, aber auch dadurch, dass sie von den Aufgaben hier keinerlei Ahnung hat (keine Vorerfahrung), haben alle MA Angst um ihren Arbeitsplatz

    - sie informiert mich als BR über nichts, bezieht mich in nichts ein - auch nach vielen diesbezüglichen Bitten und Gesprächen

    - Niemand hier weiß so richtig was sie macht, da sie nichts kommuniziert - auch nicht mit ihren 3 Abt.Leitern (JA... 3 AL bei 11 MA)

    - und am Ende wurde ich über Monate hinweg schikaniert, ständig überprüft, kontrolliert (in meiner Funktion als Mitarbeiter), bis ich am Ende für 7 Wochen

    in eine psychosomatische Klinik mußte (das war 2019).


    Problem:

    Die Belegschaft hat große Angst - eben weil die GF-in so aggressiv ist, knallhart reagiert und vor allem, weil die Belegschaft weiß, dass Jede/r schikaniert wird, der es wagt, Kritik zu üben oder etwas zu sagen, was der GF-in nicht paßt. Daher steht die Belegschaft nicht hinter mir... aber eben aus purer Angst!!

    Fast alle MA wollen hier weg, und alle sind total demotiviert, was ausschließlich dem Verhalten - aber auch der Arbeit der GF-in zuzuschreiben ist. Dazu sind einige bereits psychisch angeschlagen. Dennoch wagt sich niemand, sich hinter mich zu stellen...


    Ich habe mich nun jedoch dazu entschlossen, auf jeden Fall nun "gegenzuhalten". D.h., wenn sie aggressiv wird und wenn sie (wie es bei ihr üblich ist) nach dem Monats-Gespräch Anfang August, bei dem ich ein schwieriges Thema anschneiden will, wieder damit beginnt, mich zu schikanieren, dann werde ich ggf. nochmal ein Gespräch mit ihr suchen und wenn es sich auch dann nicht ändert (oder - was viel wahrscheinlicher ist - wenn es sich dadurch noch mehr verschlimmert), werde ich einen Rechtsbeistand einschalten.


    Auf jeden Fall will ich es nicht mehr so weit kommen lassen, dass ich (als BR UND als Mitarbeiter) ständigen Schikanen ausgesetzt bin, nur weil ich meinen Job als BR mache!! Und ich will es erst recht nicht mehr so weit kommen lassen, dass ich krank werde... und selbstverständlich auch meine Kolleg/-innen.


    Unsicher bin ich nur, welche Möglichkeiten ich habe, wie ich am besten vorgehen würde und wie meine Erfolgsaussichten aussehen, wenn die Belegschaft sich "wegduckt". Es geht nicht unbedingt darum, die GF-in loszuwerden... aber es muss sich hier ansich und vor allem auch an ihrem Verhalten und am Umgang mit dem Personal etwas ändern.


    Bin gespannt auf Eure Antworten...


    Schöne Grüße,

    imebro

  • werde ich einen Rechtsbeistand einschalten.

    den hast Du noch nicht?

    So lange, wie Du dir das schon gefallen lässt kann die GF doch keinen Respekt mehr vor Dir haben, sie merkt doch die ganze Zeit, dass du keinen A... in der Hose hast.


    Sorry wenn ich das evtl. etwas drastisch formuliere, aber bei deinen ganzen Posts hier kann ich mir das ganze überhaupt nicht ohne Rechtsbeistand also Anwalt vorstellen.


    sie informiert mich als BR über nichts, bezieht mich in nichts ein - auch nach vielen diesbezüglichen Bitten und Gesprächen

    ist auch ein ganz eindeutiges Zeichen für fehlenden Respekt Dir gegenüber.


    Und wenn ich als BR jahrelang über nichts informiert werden und nur rede und Bitte sage was soll sich dann ändern.


    Und die Kollegen sehen doch auch, dass Du "nur schwätzest" und sich auch im Verhalten der GF dir gegenüber nichts ändert.


    Wenn du das durchziehen willst dann sofort und kein Geschwätz mehr!


    Sorry, das musste jetzt raus.

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Hallo Imebro,


    nachdem ich ja auch mitbekommen habe, was bei dir in letzter Zeit so los war, bin ich auch etwas verwundert, dass du bis jetzt noch keinen RA hast, der dich unterstützt. Ich verstehe zwar, dass in so kleinen Betrieben meist davor zurückgeschreckt wird, da dort verhältnismäßig hohe Kosten entstehen, die den Betrieb belasten, aber irgendwann ist halt auch Schluss.


    Die erfolgsaussichten sind ziemlich hoch, auch wenn sich die Belegschaft wegduckt. Denn sobald ein RA eingeschaltet ist, tut es den Gesellschaftern dort weh, wo es am meisten Wirkung hat. Nämlich am Geldbeutel.


    Soweit ich mich erinnere, hast du die GF´in bereits auf ihre Pflichten aufmerksam gemacht (Beteiligung und Vertrauensvolle Zusammenarbeit). Demnach könntest du dir bereits jetzt einen RA suchen, der deine Rechte für dich durchsetzt und versucht die vertrauensvolle Zusammenarbeit wieder herzustellen. Ich würde mich bereits jetzt nach einem RA umsehen und mal anfragen, ob er zu einem Vorabgespräch bereit wäre. Gute Anwälte verlangen hierfür im Regelfall nichts. Der RA kann dir dann bereits ein paar Tips geben, wie du dich verhalten sollst und was du in einem Protokoll vom Monatsgespräch festhalten und wie du danach reagieren solltest. Außerdem kann er mit dir eine Taktik festlegen, wie ihr das Ziel (Beteiligung/Zusammenarbeit) erreichen könnt. Vielleicht geht er auch eher in die Richtung Mediation und denk, dass Klagen nicht der richtige Weg sind.


    Wenn dann das Monatsgespräch so gelaufen ist, wie du vermutest, kann der RA gleich seine ersten 1000€ verdienen und einen ersten Brief losschicken. ;)


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Zunächst mal danke an Euch Beide für die offene Antwort... und auch Kritik.


    Ihr habt im Grunde Recht mit dem, was Ihr schreibt.

    Es gab einfach 2 Hauptgründe dafür, dass ich bisher noch keinen RA eingeschaltet hatte.


    1) Weil ich die Belegschaft einfach überhaupt nicht hinter mir habe und weil ich deutlich spüre, dass aufgrund der Gesamt-Atmosphäre hier Jede/r "sich selbst der Nächste" ist.


    2) Weil ich im Jahr 2019 krank geworden bin aufgrund des Verhaltens der GF-in. Die Belegschaft hat sich auch damals nur weggeduckt und auch gemeint, dass ich mich besser zurückhalten soll (also anders, wie von "rtjum" vermutet).


    Dennoch kann das nicht der richtige Weg sein und mittlerweile habe ich ja auch den Entschluss gefaßt, es so nicht mehr weiterlaufen zu lassen. Vielleicht stellt sich die Belegschaft dann hinter mich, wenn sie sehen, dass ich Erfolg habe und dass die Gegenseite auch Probleme bekommt.


    Ich kann natürlich - wie Du (Markus) vorgeschlagen hattest - versuchen, einen RA zu finden, der schon vorab ein Gespräch mit mir führt, um eine Taktik festzulegen. Werde ggf. mal ein paar RA anschreiben, die hier ansässig sind und auch einen RA, mit dem ich schon in früheren Jahren mehrfach zusammengearbeitet hatte.


    Grüße,

    imebro

  • Da kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen.

    Was Du auch tun solltest (und hoffentlich in der Vergangenheit schon getan hast), ist eine detaillierte Dokumentation. Jeder Fall in dem Du bei mitbestimmungspflichtigen Themen nicht informiert/einbezogen wurdest und jede Schikane gegen Dich als BR sind schlagkräftige Munition für den RA. Aber natürlich nur, wenn sie auch vernünftig dokumentiert sind. Wenn nicht ist das alles nur "Gejammer", mit dem auch der RA nur bedingt etwas anfangen kann.

  • Danke auch Dir "Paragraphenreiter".
    Ja, ich habe schon vor längerer Zeit angefangen, eine solche Dokumentation zu machen.

    Und über die monatlichen BR-Gespräche führe ich eh immer eine Dokumentation.


    Werde wohl mal ein paar RA anschreiben und eine entsprechende Anfrage stellen...


    Grüße,

    imebro

  • Bitte bei der Auswahl der Rechtsanwälte darauf achten, dass er als Fachgebiet Arbeitsrecht hat und sich dort auf die Vertretung von Arbeitnehmervertretern spezialisiert hat. Die haben dann auch die nötige Erfahrung mit dem Betriebsverfassungsgesetz und kennen auch die Probleme, die zwischen BR und AG auftauchen.

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Danke Markus für den Tipp.


    Ich habe eben noch den Beitrag "Mobbing ist psychische Gewalt" in der Zeitschrift AiB gelesen (04/21).

    Dann habe ich gleich mal den Verfasser dieses Berichtes angeschrieben. Er ist Fachanwalt für AR und Lehrbeauftragter an der Uni Bielefeld. Aber ich werde auch hier in der Stadt ansässige RA anschreiben (wie gesagt, auch den, den ich bereits kenne).


    Grüße,

    imebro

  • Vielleicht auch einfach mal bei der zuständigen Gewerkschaft nachfragen. Die sollten die auf Arbeitnehmervertretung spezialisierten Rechtsanwälte ganz gut kennen.

  • Hallo nochmal,


    zwar bin ich kein Mitglied der Gewerkschaft, aber der Tipp ist gut. Danke dafür.


    Bin soeben dabei, meinen Plan zu entwerfen für das nächste Monatsgespräch Anfang August, wenn die GF-in wieder aus dem Urlaub zurück ist. Wie gesagt, steht mein Entschluss ja nun, dass ich einiges ändern will und dass ich dafür sorgen möchte, dass es hier bei uns nicht mehr so weiter läuft, wie bisher.


    Dazu brauche ich natürlich eine Vorbereitung...


    Vor allem möchte ich der GF-in ja sagen, dass sie mich grundsätzlich mehr (bzw. überhaupt) in die Dinge einbeziehen muss, die für mich als BR wichtig sind, bzw. in die sie mich einbeziehen MUSS.

    Vielleicht könnt Ihr mir ja helfen, die entsprechenden §§ zusammenzutragen (siehe weiter unten), denn ich möchte im Gespräch dann auch gleich entsprechende Beweise angeben können.


    Hierbei ist wichtig, zu beachten, dass ich ja 1-köpfiger BR bin, für den z.B. die Mitbestimmung bei Personalangelegenheiten nicht greift. Leider wird meist im BetrVG nicht speziell darauf hingewiesen, ob die entspr. §§ auch für BR in Kleinbetrieben gelten.


    Hier meine Aufstellung der wichtigen §§, bzw. Rechte, die ich einfordern muss:


    Ein wichtiges Argument wäre sicher die grds. "Vertrauensvolle Zusammenarbeit" nach § 2 Abs. 1 BetrVG.


    Ich denke mal, dass der § 87 BetrVG sicher eine weitere wichtige Grundlage ist. Denn ich kann mein Mitbestimmungsrecht ja nur ausüben, wenn ich überhaupt weiß, was geplant ist.


    Dann die Beteiligungsrechte des BR. Für mich würden wohl die folgenden hier wichtig sein:

    - in sozialen Angelegenheiten (§ 87 BetrVG),

    - wirtschaftlichen Angelegenheiten (§§ 106-113 BetrVG)

    - beim Arbeits- und Umweltschutz einschließlich der Gestaltung von Arbeitsplatz, Arbeitsablauf und Arbeitsumgebung (§§ 89-91 BetrVG).


    Weiterhin das Mitwirkungsrecht - also Informations-/Unterrichtungsrecht

    (Beispiel: Allgemeine Unterrichtungspflicht des Arbeitgebers, § 80 Abs. 2 BetrVG).


    Wie sehr Ihr das?

    Und welche Argumentation od §§ wäre aus Eurer Sicht noch wichtig?


    Danke und schöne Grüße,

    imebro

  • welche Argumentation od §§ wäre aus Eurer Sicht noch wichtig?

    Wofür oder wogegen ganz konkret? Anfangs ging es in diesem Thread noch um Schikane gegen dich als BR. Darüber schienen wir mit dieser Frage hinaus zu sein.


    Wichtig sind nämlich viele Gesetze und beileibe nicht nur das BetrVG - die Frage ist lediglich, welche Themen du in welcher Reihenfolge angehen willst und musst und welche Paragraphen welcher Gesetze dafür relevant sind.

    Gerade bei ifb-Seminaren bekommt man immer so ein hübsches weiß-gelbes Buch mit, welches neben dem BetrVG noch über 60 weitere Gesetze ganz oder auszugsweise enthält, die je nach Betrieb und Thema für Betriebsräte relevant sind oder sein können. Arbeitszeitgesetz, Bundesurlaubsgesetz, Teilzeit- und Befristungsgesetz, mehrere Sozialgesetzbücher, das Bürgerliche Gesetzbuch usw. usw. usw.


    Es ist m.E. unmöglich, dir eine Liste wichtiger Paragraphen aufzulisten. Du brauchst Schulungen/Seminare und eine für euren kleinen Betrieb zugeschnittene Vorgehensweise. Auch wichtig: du KANNST nicht alle Themen auf einmal angehen, sondern musst Prioritäten setzen. Dass du dich mir deiner GF auseinandersetzen musst, ist dabei natürlich ärgerlich, aber sollte nach Möglichkeit nicht zum Fokus deiner BR-Arbeit werden.


    Deine obige Aufzählung ist schon recht gut und vereinigt in sich bereits mehr Aufgaben und Arbeit, als es die wenigen Zeilen andeuten mögen. Bei den wirtschaftlichen Angelegenheiten bin ich ausdrücklich unsicher, was davon und in welchem Rahmen du machen kannst und darfst, denn einen Wirtschaftausschuss kannst du ja nicht gründen. Gehe von diesen allgemeinen Aufgaben aus und schaue, wo es dich nach anfallenden Situationen und abzuarbeitenden Grundlagen hinführt.

    Und du musst auch schauen, welchen Umfang du in BR-Arbeit stecken kannst - der Berg an Aufgaben schreit nach vielen Stunden pro Woche, aber die hast du nicht. Und da sind wir wieder bei den Prioritäten. Vermutlich ist deine Hauptaufgabe, nach und nach überhaupt nur für die Akzeptanz eines BR in eurer kleinen 11-Mitarbeiter-Firma zu kämpfen, statt von Null auf Hundert eine umfassende BR-Arbeit etablieren zu können.


    Eine Frage meinerseits: Deine Kolleginnen und Kollegen ziehen mit, hatte ich woanders gelesen - aber würde eine(r) von ihnen auch den Job übernehmen, wenn du nicht mehr kannst oder nicht mehr magst, wenn du die Firma wechselst oder ausgelaugt bist und zur nächsten Wahl nicht mehr kandidierst oder warum auch immer?
    Anders gefragt: legst du den Samen für einen Betriebsrat in eurer kleinen Firma oder wird deine Amtszeit eine später mal belächelte, kurze Episode der Firmengeschichte?

    Auch danach solltest du deinen persönlichen Aufwand bemessen, denn selbst wenn ein BR bei euch auch ohne dich eine Zukunft hat, sollte sein Aufbau dir nicht an die Substanz gehen und dich persönlich krank machen und aufzehren.


    Achja, einen Paragraphen nenne ich dir dennoch: § 90 BetrVG Unterrichtungs- und Beratungsrechte. Scheint mir etwas besser geeignet zu sein als der von dir notierte § 80 Abs. 2 BetrVG.

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

  • Scheeks

    Danke für Deine ausführliche Darstellung.


    Es ist richtig, dass ich zunächst mal die Akzeptanz eines BR erreichen muss. Denn dieser wird bisher durch die GF-in eben nicht akzeptiert, was man an ihrem Verhalten deutlich erkennt. Und eben vor allem daran, dass sie mich sogar über Monate hinweg (Jahr 2019) schikaniert hat, wobei sogar versucht wurde, die Belegschaft gegen mich aufzuhetzen (habe ich alles dokumentiert).


    Seit meiner Krankheit dadurch, habe ich in den letzten 2 Jahren nicht wirklich kämpfen können - vor allem auch, weil meine Kolleg/-innen eben NICHT hinter mir stehen oder mich unterstützen... Hier ist es also eher umgekehrt, wie Du angenommen hattest. Der Grund ist eben auch Angst, Einschüchterung, die häufigen "Ausraster" der GF-in, die ständigen Kontrollen und der Umgang durch sie mit dem Personal ansich...


    Nun möchte ich das ändern und denke, dass es auch gesundheitlich wieder möglich ist.

    Daher möchte ich damit anfangen, im kommenden Monatsgespräch (Anfang August) die GF-in darauf hinzuweisen, dass sie mich doch zukünftig bitte informieren soll, wenn sie z.B. einen Auftrag nach Außen erteilt für die Erstellung einer "Stärken/-Schwächen Analyse", was ich ja vor einigen Wochen eher zufällig erfahren hatte. Hierzu gibt es ja auch einen entspr. Thread, in dem aber auch nicht ganz klar wurde, ob sie mich hier hätte einbeziehen MÜSSEN oder nicht. Also würde ich es als Bitte für die Zukunft formulieren müssen. Es ist bis heute niemandem hier klar (auch nicht den 3 AL´s), welches Ziel diese Analyse überhaupt haben soll.


    Ebenso möchte ich nochmal in dem Monatsgespräch darauf aufmerksam machen, dass es noch immer atmosphärische Störungen bei uns gibt und dass die Belegschaft sich unwohl fühlt und Ängste hat, da die Kommunikation mit der Belegschaft einfach nicht stattfindet... immerhin hören wir jede Woche in unserer Teamsitzung, wie schlecht es dem Unternehmen geht und dass kein Geld da ist. Aber es wird seitens der GF-in eben nicht kommuniziert, was sie dagegen nun unternimmt. Die Belegschaft hat also Angst und ist verunsichert.


    Und da kommen wir wieder zurück zum Thread-Titel "Schikane gegen den BR...".

    Denn - wenn ich all diese Dinge im Monatsgespräch Anfang August sage, kann es durchaus sein, dass die GF-in sofort wieder einen "Ausraster" bekommt, dass sie wütend reagiert oder unverschämt wird und dass ich danach wieder schikaniert werde. Dies würde ich dann zum Anlass nehmen, um einen Rechtsanwalt einzuschalten, damit ich mir so endlich den nötigen Respekt als BR verschaffen kann... und somit auch der Belegschaft zeigen kann, dass der GF-in auch mal Grenzen aufgezeigt werden.


    Das ist der Plan..............


    Danke und schöne Grüße,

    imebro

  • Hi,


    so leid wie mir das tut aber was du machst bringt dich gar nicht weiter!

    Geh endlich nach einem Anwalt, hier kann man Dir Ratschläge geben (sicherlich alle gut gemeint und auch in die richtige Richtung) aber nur ein versierter erfahrener Anwalt wird alle Infos aus Dir rausbekommen die er benötigt um eine Strategie mit Dir zu entwerfen, Alleine wirst Du das nicht schaffen!!

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • dass es noch immer atmosphärische Störungen bei uns gibt und dass die Belegschaft sich unwohl fühlt und Ängste hat

    Ich weiß gerade nicht, ob ich Dich für Deinen Mut bewundern oder für Deine offensichtliche Blauäugigkeit bemitleiden soll.


    Nach meiner (ganz persönlichen und von jeglicher Sachkenntnis ungetrübten, was Deine persönlichen, als auch faktischen Umstände betreffenden) Meinung, belastet das ganze Deine "Kontrahentin" weit weniger als Dich.


    Du solltest Dir zwei, besser drei Mal überlegen, ob Du hier gut beraten bist, den Kampf aufzunehmen/fort zu führen.


    Du magst ethisch, moralisch und de jure im Recht sein - daran persönlich kaputt zu gehen ist es nicht Wert!


    Weiter zu kämpfen, in der Hoffnung, Du findest dadurch Verbündete erscheint mir nicht zielführend. Die Reihenfolge sollte andersherum sein!


    Gib Acht auf Dich!

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Ich verstehe Eure Hinweise. Natürlich habe ich mir auch diese Gedanken gemacht.

    Aber ich fühle mich mittlerweile wieder stark genug, um meinen Job als BR wieder richtig ausüben zu können.

    Dazu gehört natürlich auch, dass ich dafür sorge, dass Kolleg/-innen nicht schikaniert werden (und ich als BR natürlich auch nicht).


    Mal böse gesagt:

    Ich möchte es ja mit dem Gespräch Anfang August vielleicht sogar ein bisschen provozieren, dass die GF-in wieder ihr "wahres Gesicht" zeigt. Wenn sie nach meinen kritischen Äußerungen wieder damit beginnt, mich zu schikanieren, habe ich doch erst einen Grund, einen RA einzuschalten. Und dann werde ich auch das Ganze komplett "durchziehen"...

    Dabei geht es dann um "Schikane eines BR" und da sieht das BetrVG hohe Strafen vor. Genau da will ich hin. Nämlich dass dieser Frau von einem Gericht (nicht nur von einem RA) die Grenzen aufgezeigt werden und dass ihr mal klargemacht wird, dass das schikanieren des BR überhaupt nicht geht... und genauso Mobbing gegen Angestellte. Das Ganze dann am besten verbunden mit einer hohen Geldstrafe, die sie dann aus eigener Tasche zahlen muss!!


    Schalte ich jetzt - einfach so - einen RA ein, wie es "rtjum" vorschlägt, wird dieser mich auch nach konkreten, aktuellen Vorkommnissen fragen. Meine Schilderungen aus 2019 sind dann natürlich alles andere als aktuell. Bei meinem Vorgehen hätte ich jedoch aktuelle Vorkommnisse und somit würde das Ganze seinen Lauf nehmen können...


    Schöne Grüße,

    imebro

  • Immer nimmt mir dieser Moritz die Worte aus dem Mund...


    Ich habe mal in einem Seminar geklagt, dass dem BR auch von Teilen der Belegschaft Gegenwind entgegenschlägt. Der Seminarleiter sagte damals einen sehr bemerkenswerten Satz:


    "10% Idioten hast du immer und überall. Wenn du 90% Idioten hast, lohnt es sich immer noch für die 10%, die keine sind!"


    Bei einer 100%-Idiotenquote (um die Wortwahl des Seminarleiters zu übernehmen), würde ich mich jedoch auch fragen, für wen ich mir den Aufwand überhaupt machen soll und mir entweder etwas anderes suchen oder nur dann zur Streitaxt greifen, wenn meine eigenen Interessen bedroht sind.


    Ich bin immer wieder verwundert, dass es noch Betriebsräte gibt, die nicht in der Gewerkschaft sind. Die gewähren dir auch Rechtsbeistand, wenn mal wieder eine krumme Tour gegen dich läuft. Falls eure Irre (die nenne ich mal so, weil sie mich an eine Personalerin erinnert, die ich ebenfalls so genannt habe) einen letzten Rest von Urteilsvermögen besitzt, wird sie schon merken, mit wem sie ihr Unwesen treiben kann und mit wem nicht...

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • ...danke Dir @ "Der Mann mit der Ledertasche".

    Sicher hattest Du meinen Beitrag davor noch nicht gelesen.

    Ich verstehe auch, was Du ausdrücken willst und ich gebe Dir auch grds. Recht.

    Allerdings sind ja von den mittlerweile sehr wenigen MA hier, immerhin 3 soweit, dass sie sagen, sie würden im Notfall bei einer Befragung (z.B. durch einen RA) auch alles sagen, was hier so passiert.


    Daher würde es sich für mich schon lohnen...


    Schöne Grüße,

    imebro

  • sie würden im Notfall bei einer Befragung (z.B. durch einen RA) auch alles sagen, was hier so passiert.

    Bingo, da hast Du den Hauptgewinn gezogen...sorry aber das kann ich nur auf diese Weise beantworten.

    Ich hoffe Sie haben dir schriftlich zugesagt, dass sie das nicht nur würden sondern werden!


    Hier sagen Dir alle dass du dir besser Hilfe holen sollst und überlegen sollst ob es das ganze Wert ist.

    Deine ganzen Posts zeugen für mich davon, dass Du die Stärke dafür eben nicht hast.


    Bei uns sagt man: Net schwätze mache


    Du aber schwätzest nur, bei allem was schon passiert ist willst du immer noch wieder reden reden reden.


    Da ich aber kein Psychologe oder sowas bin wünsche ich Dir, dass ich mich irre denn ansonsten landest Du wieder da wo Du schonmal warst.

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Ich bin immer wieder verwundert, dass es noch Betriebsräte gibt, die nicht in der Gewerkschaft sind.

    Ich bin auch nicht in der Gewerkschaft, aus Überzeugung.


    Aber man kann als BR auch so für die MA was erreichen, wenn man nicht mit 100% Idioten zu tun hat.


    @IMBRO


    Du hast 3 MA davon überzeugt das sie Dir "folgen", das ist aber was anders, als wenn die MA davon überzeugt wären, dir folgen zu wollen.

    MA die quasi überredet wurden, fallen beim ersten Gegenwind um.

    sie würden im Notfall bei einer Befragung (z.B. durch einen RA) auch alles sagen, was hier so passiert.

    das ist schon von der Formulierung her so, dass ich das nicht ernst nehmen würde.

    "Im Notfall" ist was? die MA müssten es auch ohne Notfall sagen wollen, dann würde ich mich darauf einlassen, sonst nicht.


    Bei einer 100%-Idiotenquote (um die Wortwahl des Seminarleiters zu übernehmen), würde ich mich jedoch auch fragen, für wen ich mir den Aufwand überhaupt machen soll und mir entweder etwas anderes suchen oder nur dann zur Streitaxt greifen, wenn meine eigenen Interessen bedroht sind.

    da bin ich 100% bei MmdL

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Danke für die weiteren Nachrichten...


    rtjum:

    sorry, aber ich verstehe Deine Nachrichten nicht. Ich mache ja... ich will ja einen RA einschalten... aber dazu muss ich doch zunächst einen konkreten Anlass haben, der vor allem auch aktuell sein muss.


    @All:

    Diese 3 Personen, von denen ich geschrieben habe, haben alle das gleiche Problem. Sie wurden ebenso über längere Zeit durch die GF-in gemobbt. Daher bin ich absolut sicher, dass sie bei einer eventuellen Befragung (durch einen RA od. durch das Gericht oder wen auch immer) sagen würden, wie es ihnen ergangen ist und dass sie auch mitbekommen haben, dass ich als BR schikaniert wurde... sie selbst eben auch.


    Vielleicht verstehe ich Euch ja auch falsch...

    Aber ich bin der Meinung, dass ich erst dann einen RA einschalten kann, wenn ein (neuer) konkreter Fall eingetreten ist. Das würde mir garantiert auch jeder RA sagen. Wenn ich da ankomme mit Situationen, die schon 2 Jahre her sind, wird er mir sicher genau das sagen.


    Eben das ist ja der Grund, aus dem ich bei dem kommenden Monatsgespräch einige Dinge sagen will, die u.U. wieder einen konkreten Fall auslösen könnten. Erst dann ist m.E. der Weg zum RA sinnvoll.


    Oder sehr Ihr das anders?


    Grüße,

    imebro