Sonnenschutz

  • Hallo Zusammen,

    konkreter Fall, ein Mitarbeiter muß über Tag im Sommer draußen im Freien arbeiten. Zum Schutz vor der Sonnenstrahlung bersorgt er sich eine Sonnenmilch mit hohem Lichtschutzfaktor. Die Kosten für die Sonnenmilch die er Bar verauslagt hat, möchte er vom AG zurückerstattet haben. Der AG lehnt ab, mit dem Kommentar "Sonnenschutz ist Privatsache".

    Gibt es dazu Meinungen, bzw. wo ist die Grenze zwischen berechtigten und vom Arbeitgeber zu tragenden Arbeitsschutzmaßnahmen und wo beginnt die Privatangelegenheit ?!

    Danke für die Antworten !!
    Gizmo

  • Moin Gizmo,

    Urteile habe ich zu deiner Anfrage nicht gefunden. Aber trotzdem will ich meinen Senf dazugeben:

    Wenn der Kollege im Allgemeinen einen Job im Freien hat, so war ihm das Risiko bei Vertragsabschluss bekannt und er muss für den Sonnenschutz selbst aufkommen. Anders, wenn der AG, aus welchem Grund auch immer, den Kollegen nur im Ausnahmefall mit einer Aufgabe im Freien betraut, so muss er auch für die Schutzmaßnahmen (hier: Gesundheitsschutz - unstreitig!) aufkommen.
    Ich leite das aus einen Fall ab, bei dem es um meine Person ging: Ich bin im Innendienst tätig. Damals, 1986, sollte ich für meine Firma auch Standdienst auf Messen durchführen. Die erheblichen Kosten, welche wegen der "Messekleidung" auf mich zukamen, wurden auf Anfrage durch die GL übernommen. Damals waren es immerhin 500 DM netto, welche man mir für zwei Hosen, zwei Sakkos und Krawatten zugebilligt hatte.

  • Hallo,

    ich hab mich mal weiter kundig gemacht :D . Das ganze fällt wohl mglw. in den Bereich der persönlichen Schutzausrüstung, die unstrittig vom AG zu tragen ist. Ob das genau der Fall ist, daran forsche ich noch.

    Das Argument mit dem "Risiko" dessen sich der Arbeitnehmer bei Vertragschluß bewußt sein mußte kann ich nicht ganz nachvollziehen :( . Das würde m.e. bedeuten das z.B. ein Chemiearbeiter in einer Anlage sich bei Vertragsschluß bewußt sein muß, das er sich eine Gasmaske, Sicherheitsschuhe, etc selber kaufen muß ? :? Kann das sein ?!

  • Zitat

    Das würde m.e. bedeuten das z.B. ein Chemiearbeiter in einer Anlage sich bei Vertragsschluß bewußt sein muß, das er sich eine Gasmaske, Sicherheitsschuhe, etc selber kaufen muß ? Kann das sein ?!

    Deinem Argument kann ich mich nicht verschließen. Jedoch gibt es sehr wohl Rechtsprechung zum Bereich "Dienstbekleidung", allerdings meines Wissens nur im Steurrecht: Danach ist eindeutige Berufbekleidung steuerlich absetzbar. Aber wer nun was bezahlen muss, müsste eigentlich im Arbeitsvertrag stehen? Mein Vater hatte mal ein Hotel-Restaurant. In diesem Gewerbe ist es üblich, dass ein Koch seine Bekleidung selbst bezahlt, während der Serviererin das kleine, umhäkelte Schürzchen gestellt bekommt. Der Kellner widerrum muss sein kleines Schwarzes selbst bezahlen.

    Ich sehe schon: Ohne Urteil werden wir nur weiter spekulieren...

  • Hi,

    ich kenne da jetzt auch kein Urteil... Man könnte sich aber mal folgenden Passus zu Gemüte führen: " Der AG ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes (...) zu treffen, die die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen. (...) Der Arbeitgeber hat (...) die erforderlichen Mittel bereitzustellen (...)" - § 3 ArbSchG - ich denke, der § paßt hier. Das Stellen von Sonnencreme verstößt sicherlich auch nicht gegen die Verhältnismäßigkeit...

    Hier besteht im Übrigen ein Mitbestimmungsrecht des BR, ihr könntet über Kollektivrecht für eine ausreichende "Sonnencremeversorgung" sorgen.

    Grüße
    Winfried

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen