Ver-Englischen der deutschen Sprache

  • Hallo und einen schönen guten Morgen alle zusamme!

    Ich arbeite als IT-Consultant (Deutsch= EDV-Berater) in einem multinationalen japanischen Unternehmen in Deutschland, und bin dort BR- und GBR-Vorsitzender, sowie Mitglied im europäischen Betriebsrat. Mein Unternehmen liefert im Bereich IT und Logistik den Support für die Schwesterfirmen in Gesamt-Europa. Informationen durch die GL gibt es bei uns am sogenannten "Schwarzen Brett" sowie im Intranet. Am Anfang wurde für die deutschen Mitarbeiter auch noch alles übersetzt, d.h. die Infos kamen in Englisch und zusätzlich in Deutsch. Zunehmend werden aber Informationen, keine arbeitsbezogenen Anweisungen !!, nur noch in englischer Sprache veröffentlicht. Das geht so weit, dass, wenn man das (wieder mal in Englisch) User-Help-Desk anruft, weil man irgendwelche IT-Probleme hat, die Bestätigung als Email(wieder mal Englisch..seufz) in englischer Sprache erhält.
    Meine derzeitigen Rechtsinformationen gehen dahin, dass in multinationalen Firmen durchaus nur in englischer Sprache kummuniziert werden darf, allerdings nur was die direkte Arbeitsanweisung angeht. Reine Informationen sind auch in der üblichen Landessprache zu verfassen.
    Hat da jemand ähnliche Probleme, oder sogar Lösungsansätze?

    Ach ja, noch einen Punkt:
    Persönlich finde ich es schade, dass auch immer mehr englische Begriffe hier beim IFB auftauchen, z.B. Work Ability Index (Seminar über 50). :?: :?:

  • Irasshaimasse! Douzo yoroshiku! O-genki desu ka?

    Zitat von ahoesa :


    Das geht so weit, dass, wenn man das (wieder mal in Englisch) User-Help-Desk anruft, weil man irgendwelche IT-Probleme hat, die Bestätigung als Email(wieder mal Englisch..seufz) in englischer Sprache erhält.

    Soooo weit? :roll:


    Zitat von ahoesa :

    Meine derzeitigen Rechtsinformationen gehen dahin, dass in multinationalen Firmen durchaus nur in englischer Sprache kummuniziert werden darf, allerdings nur was die direkte Arbeitsanweisung angeht.

    Sagen wir mal so: Es kann Englisch als Unternehmenssprache vereinbart werden. Dies ist mitbestimmungspflichtig. Aber auch wenn dies nicht geschehen ist, ist die Zulässigkeit von englischer Sprache sicherlich nicht auf Arbeitsanweisungen beschränkt.


    Zitat von ahoesa :

    Reine Informationen sind auch in der üblichen Landessprache zu verfassen.

    Also bereits der Hinweis "Elevators ==>" wäre aus Deiner Sicht ein Gesetzesverstoß?

    Bei rechtlich relevanten Dingen ist einfach das Problem dass Mißverständnisse zu Lasten des Verwenders gehen können. Die Gefahr ist bei einer Fremdsprache viel größer. Im Zweifelsfalle kann sich der AN damit heraus reden dass er die Anweisung nicht (vollständig) verstanden hat.


    Zitat von ahoesa :

    Hat da jemand ähnliche Probleme,

    Schon lange nicht mehr!


    Zitat von ahoesa :

    oder sogar Lösungsansätze?

    Stellt Euch nicht gegen das was Ihr sowieso nicht verhindern könnt, sondern helft mit, dieses zu gestalten.

  • Zitat von ahoesa :


    Hallo Timo Beil!

    Ich dachte eigentlich, dass es sich bei dem Forum um ein ernsthaftes Forum handelt, wo Fragen auch ernstgenommen werden?


    So ist es!

    Es ist aber kein Wunschantwortgenerator! Leider gibt es immer wieder Fragesteller die lieber an den Antworten rum mäkeln wenn sie ihnen nicht gefallen, als sich mit diesen auseinander zu setzen.

  • Hi ahoesa,

    mir ist nicht ganz klar, warum die (arbeitsrechtlich) relevanten Informationen durchaus in englisch sein dürfen sollen, aber sonstige nicht. Andersherum würde es für mich mehr Sinn machen.

    Und ich denke den richtigen Tipp hat dir Timo (wenn auch in seiner unnachahmlichen Art) schon gegeben.

    Kämpfe nicht gegen Windmühlen. Du wirst die Globalisierung nicht aufhalten. Aber du kannst versuchen sie mit zu gestalten.

    Ich an eurer Stelle würde also versuchen den AG dahingehend zu beraten (BetriebsRAT), dass er gut daran tut wenigstens die Arbeitsanweisungen in deutsch zu geben. Da er es sich andernfalls als sein Kommunikationsproblem anlassen lassen müsste. Oder versucht den AG dahingehend zu bearbeiten, dass er bei euch Englischkurse anbietet.

    Und ja, auch ich bin der Meinung, dass es vielen sprachlichen Unsinn gibt. Aber sich in einem internationalen Konzern gegen Englisch zu stellen ist halt doch eher ein Job für Don Quixote und Sancho Pansa...

    Gruß

    Moritz

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Hallo Moritz!

    Danke für Deinen Beitrag.

    Es gibt, vielleicht aufgrund meiner Fragestellung, ein kleines Missverständnis:
    Wir stellen uns nicht !! gegen die englische Sprache, sondern wir wollen nur, speziell im schriftlichen Bereich (Email/Intranet) erreichen, dass für Deutschland eine deutsche Übersetzung mit angehängt wird. Ich weiß nicht, inwieweit Du über das Gebahren von Franzosen unterrichtet bist, aber in unserer französischen Schwesterfirma reagieren die auf englische Mail etc. überhaupt nicht. Die weigern sich schlichtweg und bestehen auf französisch. So weit wollen und können wir nicht gehen.
    Bezüglich der Arbeitsanweisungen in englischer Sprache verhält es sich bei uns so, dass immer irgendwelche Japaner/Engländer etc. mit im Verteiler sind und man deshalb auf Englisch besteht. Da gibt es (leider, lt. unserem Anwalt) auch bereits Urteile deutscher Arbeitsrichter, die dies als rechtens erachten.
    OK, ich breche hier mal die Diskussion ab und bedanke mich.

  • Oh doch, das Gebahren von Franzosen ist mir da durchaus bekannt. Und das ist bei Spaniern absolut ähnlich.

    Sorry, aber ich verstehe das immer noch nicht. Wie kann für mich als Deutscher, für den es keine Einstellungsvorraussetzung war Englisch in Wort und Schrift zu beherrschen, wie kann da eine englische Arbeitsanweisung verbindlich sein? Das verstehe ich beim besten Willen nicht.

    Im Übrigen ist das Problem möglicherweise deine eigene Aussage soweit, auf solche Mail gar nicht erst zu reagieren, nicht gehen zu wollen. Vielleicht ist ja genau das, das Mittel der Wahl. Warum soll sich etwas ändern, wenn es doch auch so funktioniert? Erst wenn Dinge nicht so laufen wie sie sollen, mit dem Hinweis, oh, sorry, den Teil der Anweisung muss ich wohl nicht verstanden haben, erzeugt ihr den nötigen Druck auf der Gegenseite.

    Juristisch ist dieses Problem kaum zu lösen, nur politisch!

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Hallo Timo,

    Ahoesa hat doch eine ernsthafte und durchaus berechtigte Frage gestellt, darum finde ich es schade, dass Du ihn NUR veralberst. Oft sind Deine zynischen Kommentare ja wirklich witzig, aber sie sollte schon trotzdem auch inhaltlich etwas hilfreich sein. Meine Meinung ;-)

    Ahoesa, leider kann ich Dir, was die rechtliche Situation angeht, auch nicht weiterhelfen. Aber im Gegensatz zu meinen Vorrednern verstehe ich absolut, dass Du und Deine Kollegen ein Problem mit den englischen Anweisungen habt.
    Ich selbst spreche auch besser Englisch als viele meiner Kollegen, aber ich finde es trotzdem deutlich anstrengender, englische Texte zu lesen und die Gefahr von Missverständnissen ist deutlich größer.

    Die Frage, die ich mir stellen würde, ist: Ist Englisch für ALLE Kollegen fester Bestandteil des Arbeitsalltags, d.h. kann man davon ausgehen, dass alle wirklich absolut sicher die Sprache beherrschen?
    Sollte das der Fall sein, dann - und nur dann - finde ich auch englischsprache interne Korrespondenz zwar immer noch nicht gut, aber akzeptabel.

    Ich persönlich würde mich freuen, wenn hieraus doch noch eine ernsthafte Diskussion entstünde.

    Viele Grüße
    Taigahilli

  • Zitat von taigahilli :


    Hallo Timo,

    Ahoesa hat doch eine ernsthafte und durchaus berechtigte Frage gestellt, darum finde ich es schade, dass Du ihn NUR veralberst. Oft sind Deine zynischen Kommentare ja wirklich witzig, aber sie sollte schon trotzdem auch inhaltlich etwas hilfreich sein. Meine Meinung ;-)


    Könnte es sein dass Du Dir nicht einmal die Mühe gemacht hast meine Antwort zu lesen? Ehrlich gesagt empfinde ich Deinen Beitrag als völlig neben der Spur!

  • Hallihallo,

    also ich kann an Timos Antwort(en) nichts finden, das einen Angriff rechtfertigen würde. Er hat doch recht.

    Zugegeben, zusammen mit der Antwort von Moritz wird das Ergebnis noch besser, aber es ist nun mal wirklich so, dass realistisch gesehen bei diesem Thema Mitgestaltung besser ist als (ohnehin fruchtlose) Verhinderungsversuche.

    Achja, und ein Wunschantwortgenerator ist dieses Forum wirklich nicht, das würde es ja auch ad absurdum führen.

    Grüßchen,
    Carola

  • Zitat von Timo Beil :


    Könnte es sein dass Du Dir nicht einmal die Mühe gemacht hast meine Antwort zu lesen? Ehrlich gesagt empfinde ich Deinen Beitrag als völlig neben der Spur!


    Hallo Timo,

    ich hatte Deinen Beitrag gestern schon komplett und aufmerksam gelesen, aber beim heutigen nochmaligen Durchlesen stelle ich fest, dass ich vielleicht tatsächlich etwas neben der Spur war. Ich hatte den Eindruck, dass Du den Fragesteller nur veralbern würdest und seine Kommentare dazu haben diesen Eindruck verstärkt. Ich glaube, was mich eigentlich geärgert hat, war das Gefühl, dass Ihr Ahoesas Problem an sich nicht ernst nehmen würdet.
    Heute erkenne ich, dass Du durchaus auch hilfreiche Hinweise gegeben hast, die ich gestern irgendwie nicht als solche wahrgenommen habe. Ich hätte länger nachdenken sollen vor meinem Posting.

    Ich bitte Dich um Entschuldigung für meinen wirklich nicht ganz fairen Angriff und danke Dir für’s Wachrütteln!

    Viele Grüße
    Taigahilli

  • :roll: :oops: :lol:

    Wie heißt es am Ende der Paulaner-Werbung immer? "’scho recht!" :P

    Passiert schon mal dass man etwas anderes liest als da steht.

    Das Thema "Englisch" ist für mich auch alles andere als neu. Wir sind damals sozusagen "zwangsweise" anglisiert worden, durch einen Betriebsübergang. Anfangs haben wir auch viel versucht um die Entwicklung auf zu halten, aber das ist etwa so wie wenn eine Schafherde versucht einen ICE auf zu halten. Aus heutiger Sicht kann ich nur den Rat geben (wenn man in einem internationalen Konzern ist): Nicht gegen die Entwicklung stellen, sondern frühzeitig überlegen wie die Internationalisierung zum Wohle der Mitarbeiter umgesetzt werden kann.

  • Als ich dereinst einmal KBR-Mitglied war, da begab es sich, dass der KBR einen Mitarbeiter der KGF lud zum Vortrag über bestimmte wirtschaftliche Gegebenheiten des Konzerns. Dieser Mitarbeiter der KGF referierte, und dies für viele leider sehr unverständlich, denn sein Reden bestand zu gefühlten 180% aus Business-Anglizismen. Nach dem Vortrag vom KBR-Vorsitzenden darauf hingewiesen, dass im Auditorium viele säßen, die des Englischen nicht so mächtig seien, und dass er in der Zukunft bei Terminen mit dem KBR das doch bitte entsprechend bedenken solle, antwortete der Mitarbeiter der KGF:

    "Bei meiner nächsten Performance hier werde ich mein Wording anpassen."

    Selten so gelacht...

    Winfried

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen