Nachrücken des Schriftführers

  • Hallo zusammen,

    leider komme ich immer noch mit der Suchfunktion im Forum nicht zurecht. Darum entschudligt bitte, falls diese Frage schon einmal gestellt wurde (wäre in dem Fall über einen Link äußerst dankbar).

    Ich bin ordentliches BR-Mitglied und stellvertretende Schriftführerin im Gremium.
    Nun ist es so, dass unsere Schriftführerin selbst in Elternzeit geht, welche voraussichtlich bis zum (bzw. nach dem) Ende der Amtsperiode dauern wird. Bin ich dadurch automatisch bis zur nächsten BR-Wahl Schriftführerin? Oder muss/kann der Schriftführer neu gewählt werden?

    Wäre toll, wenn Ihr mir darauf eine Antwort geben könntet. Ich bin nämlich nicht scharf auf den Posten :?

    Viele Grüße
    Taigahilli

  • Zitat von taigahilli :

    Bin ich dadurch automatisch bis zur nächsten BR-Wahl Schriftführerin? Oder muss/kann der Schriftführer neu gewählt werden?

    Hallo,

    die Antwort auf die 1. Frage kann so oder so lauten, je nachdem, was Euer BR damals bei der Bestimmung der Schriftführung beschlossen hat. Das Wort "stellvertretend" legt aber ein automatisches Nachrücken nahe. Aber selbst im zweiteren Falle kannst Du das Amt ja jederzeit abgeben, dann müßte der BR umdisponieren. Will sagen: Die Schriftführung kann jederzeit neu bestimmt werden.

    Grüsse Winfried

  • der Kreis derer, der scharf auf den Posten des Schriftführers ist, dürfte erfahrungsgemäß immer relativ klein sein. Hast Du mal in Eure BR-Geschäftsordnung geschaut, was dort drin steht? Aber letztendlich kommt es darauf an, was Du willst. Zwingen jedenfalls, kann Dich niemand.

  • Hallo Winfried und Siegbert,

    danke für Eure Antworten!
    Letztendlich sehe ich meinen Verdacht bestätigt, dass ich mich zwar gegen das Amt wehren könnte, moralisch aber schon doch irgendwie dazu verpflichtet bin.

    Im Protokoll der konstituierenden Sitzung sagt schlicht:
    XXX ist Schriftführerin. Die erste Stellvertretung übernimmt [taigahilli], die 2. Stellvertretung XYZ.
    Alle unter Punkt 5 stehenden Personen für Ausschüsse und Ämter wurden einstimmig gewählt.

    So haben wir es bis dato auch gelebt. Wenn die Schriftführerin verhindert war, habe ich Protokoll geschrieben, war ich auch nicht da, hat es Herr XYZ gemacht.

    Es ist aber natürlich schon ein Unterschied, ob man hin und wieder mal Protokoll schreiben muss oder bei jeder Sitzung. Natürlich trifft Siegberts Erfahrung auch auf unser Gremium zu: niemand ist freiwillig bereit, auch nur im Ausnahmefall mal das Protokoll zu schreiben. Ich habe z.B. zweimal, als ich dran war, darum gebeten, dass es ausnahmsweise mal jemand anders machen könnte, da ich definitiv keine Zeit hatte (einmal z.B. bin ich direkt im Anschluss an die Sitzung auf eine mehrtägige Dienstreise gefahren).
    Auch sonst gibt es leider nur einige wenige in unserem BR, die sich wirklich engagieren. Jeder weiß, dass ich zu diesen gehöre. Aber ich kann auch einfach nicht alles machen, zumal ich auch für den Wirtschaftsausschuss schon immer die Protokolle schreiben muss, die meist recht lang sind. Das bisschen Zeit, das ich darüber hinaus noch für BR-Arbeit aufbringen kann, würde ich lieber in unsere Mitarbeiterzeitung investieren, um die sich sonst auch keiner kümmert.

    Ach, ich hab jetzt schon wieder viel zu viel rumgejammert, sorry!
    Vielleicht hat ja noch jemand einen guten Tipp für mich, ansonsten - vielen Dank für’s Lesen!

    Schöne Grüße
    Taigahilli

  • Zitat von taigahilli :

    Letztendlich sehe ich meinen Verdacht bestätigt, dass ich mich zwar gegen das Amt wehren könnte, moralisch aber schon doch irgendwie dazu verpflichtet bin.

    Hallo,

    dass Du "moralisch" verpflichtet bist, hat hier niemand behauptet und würde hier wohl auch niemand behaupten. Dass Du Dich "moralisch" verpflichtet fühlst, steht auf einem anderen Blatt. Mein (psychologischer) Rat wäre, dass Du diese Motivation mal für Dich selber hinterfragst, und Dir überlegst, wo zum Ersten Deine persönlichen Grenzen und Bedürfnisse sind und wo zum Zweiten die eigentlichen Verpflichtungen Deiner KollegInnen im BR. Fragen darf man hier auch, ob hier der Begriff der "Moral" nicht mißbräuchlich zu Deinem Schaden und zum Nutzen der Anderen auf Deine Kosten benutzt wird; bzw. ob nicht Deine Moral die Doppelmoral der Anderen begünstigt?

    Wenn Du zu dem Ergebnis kommst, die Aufgabe so nicht mehr übernehmen zu können oder zu wollen (was ich Dir wünsche), dann solltest Du das im BR in freundlichen und klaren Worten, selbstbewußt und ohne Hintertürchen, wohl begründet und in eine Ich-Botschaft verpackt ("Ich mache das nicht mehr, weil..."), das Ganze am besten vorher über- und zurechtgelegt, erklären und dabei auch klarmachen, dass eine Diskussion darüber Deinerseits nicht erwünscht und die Entscheidung definitiv ist. Am Besten bietest Du eine Alternativlösung an, z.B. ein Rotationsprinzip.

    Danach wirst Du damit leben müssen, dass die Aufgasbe von Deinen NachfolgerInnen u.U. suboptimal erledigt wird, das ist oft der schwierige(re) Part.

    Grüsse Winfried

  • die Erwartungshaltung, dass beim Ausfall des Amtsinhabers die Stellvertretung nachrückt, ist unbestritten da. Aber es sind halt doch zwei paar Stiefel, ob ich ab und zu stellvertretend einspringe oder dauerhaft. Es ist schon ein wesentlicher Unterschied, ob man ab und zu das Protokoll schreibt oder immer. Deshalb, lass dich da nicht in die moralische Ecke drängen (auch nicht durch dich selbst!). Die Frage der Amtsannahme der Stellvertretung war eine andere, als die, die sich dir jetzt stellt.

  • Hallo Ihr Beiden,

    danke noch mal für Eure netten, ermuntigenden Worte!
    Den Begriff "Moral" hat keiner außer mir verwendet, im Gegenteil, es wurde noch nicht mal über die Möglichkeit gesprochen, dass ich das Amt nicht übernehmen sollte :shock:
    Moralisch war wohl auch nicht ganz der richtige Ausdruck, aber Ihr habt ja offenbar trotzdem verstanden, was ich meine.
    Puh, ich muss echt noch mal in mich gehen. Ich bin auch nicht wirklich auf einen Konflikt aus wegen so einer Geschichte. Spare mir meine Streitbereitschaft lieber für die Themen auf, wo es sich lohnt.
    Mal sehen, ob mir noch was einfällt, wie ich ohne Theater aus der Nummer rauskomme...

    Schöne Grüße
    Kirsten

  • Hallo Kirsten,
    vielleicht kann ich Dir auch ein bischen helfen:

    Seit einiger Zeit war ich Stellvetretende BRV.
    Der BRV machte sein eigenes Ding und zog mich lediglich heran, wenn es darum ging in seiner Abwesenheit Sitzungen abzuhalten. Dann wurde bekannt, dass er zum 01.06. in Ruhestand geht...
    Die Erwartungshaltung des Gremiums war ganz klar
    obwohl immer gesagt wurde: Es muß neu gewählt werden; es ist nicht selbstverständlich dass die Stelli nachrückt.
    Ich habe mich in stundenlangen Spaziergängen mit Mann und Hund extrem mit dem Thema auseinander gesetzt:

    Dabei wurde mir klar:
    Stellung beziehen! Genau erfahren, was willst Du selbst unter welchen Bedingungen, welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden...

    Und - dann gibt es noch ein Zauberwort:
    Delegieren!
    und das auch: mit klaren Worten!

    Ich bin seit 01.06 BRV und freigestellt und halte mit meiner Stelli im Monat mind. einen Bürotag ab
    und wenn der Chef mich zu sich ruft - nicht ohne meine Stelli!!!

    Vielleicht hilft´s Dir ein bischen
    Gruß Irmela :)

  • Hallo zusammen,

    noch zwei Anregungen zu der Diskussion. Das Thema ist ja eigentlich: Wie kann man die (langweilige) Protokoll-Arbeit verteilen.

    1. Ich weiß nicht, wie groß Euer BR ist; aber wenn Ihr 9 Mitglieder seid, steht Euch eine 1/2 SekretärInnen Stelle zu. Da könntet Ihr alle davon entlastet werden und Euch mehr um die inhaltliche Arbeit kümmern

    2. Bei uns haben wir ein anderes Modell: Das Protokoll wird reihum geschrieben. Ausnahme: Der BRV, da er die Sitzung leitet und jeweils die TO vorbereitet. So hält sich die Arbeitsbelastung in Grenzen.

    Gruß Milanex

  • Hallo Miteinander,

    dann gebe ich doch auch noch meinen Senf dazu. :lol:

    Es ist korrekt, dass sich der Anspruch eines BRs auf Büropersonal nicht an der BR-Größe festmachen lässt. Es gibt definitiv keine Grenze i.S. von "ab 9 BRM steht dem BR eine Sekretärin zu", egal mit wieviel Stunden. Entscheidend ist noch immer die Erforderlichkeit, die ein BR auch einem Arbeitsrichter darlegen können sollte.

    Siehe BAG: http://www.jura.uni-koeln.de/uploads/media/B050420a.pdf

    Was die Protokollführung betrifft, kann ich persönlich nicht nachvollziehen, warum sich so viele BRM dagegen wehren.

    Taigahilli,

    Dein Argument "Das bisschen Zeit, das ich darüber hinaus noch für BR-Arbeit aufbringen kann, würde ich lieber in unsere Mitarbeiterzeitung investieren, um die sich sonst auch keiner kümmert." kann ich so nicht ganz nachvollziehen.
    Wer oder was limitiert denn die Zeit, die für BR-Tätigkeiten drauf geht? Wenn es die Aufgaben erfordern, kann auch die gesamte Arbeitszeit eingebracht werden.
    Wie ist es um Euren Freistellungsanspruch bestellt?

    Gruß

    Kokomiko

  • Team-ifb

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