Anforderungen an Pausenräume

  • hallo @ all,
    bisher macht unser pflegepersonal meist in räumen hinter dem stationszimmer pause (bei drei-schicht-plan) und übergaben usw. das stellt ja auch eine gewisse "soziale zeit" dar. der AG will nun einen zentralen pausenraum ins leben rufen - es soll der mitarbeiterspeisesaal sein, der bisher nur für mittagessen von 20 bis 30 "nicht-schichtlern" benutzt wird - und die pflegekräft sollen da nun auch hin. begründung ist der speisesaal läge nahe an den umkleiden, dort wären duschen usw. >> die mitarbeiter könnten sich nun, wenn sie wollten, auch umziehen zur pause, ... außerdem wären sie dann, weil nichtmehr auf station, ungestörter! bishier alles gut und schön. aber: wir sind eine ziemlich weit auseinander gebaute anlage mit mehreren häusern. die mitarbeiter hätten also teilweise wege von bis zu 6-8 minuten zum pausenraum, das mal zwei und von einer halben stunde bleibt nur noch ne viertel übrig. außerdem wären die wege extrem unterschiedlich. der BR will das nicht verhindern, allerdings wäre ein "zweiter zentraler pausenraum" für uns gut.

    hat der BR hier griffige mitbestimmungsrechte? §87 oder ähnliches??

    wir sehen schon die vorteile, aber natürlich auch die nachteile!! v. a. die "pflegespezifischen"! es können nicht alle auf einmal gehen und ein schild raushängen "im notfall bitte hier warten" - es wird also immer eineR dableiben müssen. gut könnte man sagen: durchwechseln. sieht man aber, dass schichtbesetzungen schon lange nichtmehr nur aus exam. krankenschwestern/-brüdern besteht sondern auch aus pflegehelfern, werden diese schonmal beim durchwechseln ausscheiden. dann sinds doch nur noch die gleichen...

    wie gesagt: wo wir hinwollen ist ein zweiter pausenraum. wer kennt sich aus was z. b. die arbeitsstättenverordnung zum pausenraum sagt (licht, luft, fluchtwege, ...). wenn der BR schon nicht zwingend bei der schaffung neuer pausenräume zu beteiligen ist - sind wir wenigstens bei der auflösung der alte zu beteiligen??

    danke für eure meinungen.

  • Moin Käpten,
    für die betriebliche Praxis werden die Vorschriften der Arbeitsstättenverordnung, für die es weiteren Erläuterungsbedarf gibt, künftig durch Regeln für Arbeitsstätten (Arbeitsstättenregeln - ASR) auf untergesetzlicher Ebene konkretisiert.
    Die Arbeitsstättenregeln werden auf der Internetseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin veröffentlicht.

    Alte Arbeitsstätten-Richtlinien, die in der Zeit von 1975 bis 2003 erarbeitet wurden, gelten noch bis August 2010 und können als Orientierungshilfen herangezogen werden.

  • Hallo,

    folgendes regelt die der Anhang zur ArbStV:

    4.2 Pausen- und Bereitschaftsräume
    (1) Pausenräume oder entsprechende Pausenbereiche nach § 6 Abs. 3 Satz 1 sind a) für die Beschäftigten leicht erreichbar an ungefährdeter Stelle und in ausreichender Größe bereitzustellen, b) entsprechend der Anzahl der gleichzeitigen Benutzer mit leicht zu reinigenden Tischen und Sitzgelegenheiten mit Rückenlehne auszustatten, c) als separate Räume zu gestalten, wenn die Beurteilung der Arbeitsbedingungen und der Arbeitsstätte dies erfordern.
    (2) Bereitschaftsräume nach § 6 Abs. 3 Satz 3 und Pausenräume, die als Bereitschaftsräume genutzt werden, müssen dem Zweck entsprechend ausgestattet sein.

    Bei Euch dürfte z.B. die leichte Erreichbarkeit dein schlagendes Argument sein. Mitbestimmung habt Ihr m.E. nach § 87 I Nr. 7 BetrVG, denn hier geht es um die konkrete betriebliche Ausgestaltung der ArbStV und ihres Anhanges.

    Und was die Pausen in der Pflege betrifft: Warum nutzt Ihr nicht Eure Mitbestimmung nach § 87 I Nr. 2 BetrVG?

    Grüsse Winfried

  • Team-ifb

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