Wirksamkeit von Anwesenheisprämien

  • Hallo,

    auch unser AG will jetzt mit aller Gewalt Anwesenheitsprämien einführen. Über die Ausgestaltung liegen wir aber ziemlich überkreuz.

    Was mich aber insbesondere interessiert und ich im Netz bisher nicht finden konnte:
    Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen über die mittel- und langfristige Wirkung von Anwesenheitsprämien bzw. über mögliche Folgen wie z. B. Arbeiten trotz Krankheit ?
    Weiß da jemand was ???

    Für ein paar Tipps bzw. Links wäre ich sehr dankbar

  • Hallo,

    wie steht Euer AG denn zu dem Rechtsgrundsatz, bzw. ist Euch eigentlich klar, dass im Rahmen der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall nach § 4 I EFZG auch dem/der erkrankten AN trotz krankheitsbedingter Abwesenheit die Anwesenheitsprämie grundsätzlich zusteht, ggf. nach § 4a EFZG lediglich anteilig gekürzt? Und dass bei anderen berechtigten Abwesenheiten mit Entgeltanspruch wohl gar nicht gekürzt werden darf? Das Problem, dass man bei AU diese Prämie gekürzt bekommt und deswegen u.U. auch erkrankt zur Arbeit erscheint, sollte es damit - zumindest in einem hohen Ausmaß - nicht geben.

    Guckst Du z.B. hier: http://www.wsp.de/bibliothek/arbeitsrecht/bib005.php. Oder hier, in Bezug auf den später eingefügten § 4a: http://lexetius.com/2001,1688.

    Grüsse Winfried

  • Zitat von whoepfner :


    Unser AG bzw. sein Verband KAV ist der Meinung, daß § 4a EntgFG hierauf nicht anwendbar ist.

    Anwendbar ist der schon, aber wenn diese Sonderzahlung pro Tag der Krankheit um weniger als 1/15 gekürzt wird, dann wird dem Gesetz Genüge getan.

  • Hallo Timo,

    ich muß ehrlicherweise gestehen, daß ich die Berechnungsmethode nicht kapiere. Meine Vermutung geht aber dahin, daß eine Kürzung (in einem Schritt) von 600€ auf Null bei Überschreiten von x Tagen Krankheit unzulässig wäre.

  • Zitat von whoepfner :


    Meine Vermutung geht aber dahin, daß eine Kürzung (in einem Schritt) von 600€ auf Null bei Überschreiten von x Tagen Krankheit unzulässig wäre.

    Zumindest dann, wenn Ihr keine 2400,- € pro Tag verdient... :lol:

    Es geht ja, wenn ich den TV richtig interpretiert habe, letztendlich um 1,369 % des Entgelts um welches Ihr streitet. Wenn man dies mit dem arbeitstäglichen (nach welcher Formel das auch immer berechnet werden muss) Entgelt vergleicht, dann stellt man fest dass diese Sonderzahlung pro Krankheitstag nur um etwa 1/15 verringert werden darf um nicht mit dem EntGFzG zu kollidieren. Nach meinem Verständnis darf dies eben auch nur "kontinuierlich" gekürzt werden, also z.B. "1 Fehltag = 95% Soza, 2 Fehltage = 90 % Soza ..." und nicht auf einen Schlag, da ansonsten z.B. die Kürzung wegen des 20. Fehltages mehr wäre als 1/4 des arbeitstäglichen Entgelts.

  • Hallo winfried & Timo,

    nur zur Info, unser AG hat zwischenzeitlich sein Ansinnen zurückgenommen, weil er mittlerweile ebenfalls die Schwierigkeiten des 4a EFZG sieht.

    gunnar: So kurz dabei und schon soooo dünnhäutig ??? Begrenze dann doch bitte Deine Animositäten auf den Thread, in dem sie entstanden sind.

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen