Internet & Social Media Kanäle - Verquickung von Freizeit und Arbeit

  • Ich möchte mich gerne mit anderen Betriebsräten austauschen darüber, wie man sich angesichts der Zunahme von Firmenpräsenzen in den Social Media-Kanälen (vorrangig hier Facebook und Twitter) als Betriebsräte aufstellen soll.

    Schnell hat man "mal eben" auch nach Dienstschluß noch eine wichtige Mitteilung auf Facebook /Twitter im Namen des Arbeitgebers veröffentlicht oder kommentiert, schließlich kann man auch von zu Hause auf diese Medien zugreifen.

    Wenn gar die Internetseite des Arbeitgebers mit einem CMS (Content Management System) von jedwedem möglichen Computer/Laptop/internetfähigen Handy zu bearbeiten ist, kann man absehen, dass bestehende Arbeitszeitenregelungen schnell hinfällig werden.

    Seht Ihr in Euren Betrieben auch eine solche (schleichende) Entwicklung? Habt Ihr vielleicht schon im Gremium darüber gesprochen und Gespräche mit Euren Arbeitgebern geführt? Gibt es bereits Betriebsvereinbarungen zu dieser Thematik?

  • ????

    Ich verstehe deine Frage nicht.

    Wenn ich privat auf der Facebookseite (von wem auch immer) schreibe ist das privat. Ich muß es ja nicht tun.

    Wenn ich nach Feierabend; zu Hause, dienstlich tätig bin und das nicht vergütet bekomme, verdiene ich entweder genug oder bin selber schuld!

    heig

  • Zitat von heig:

    Wenn ich nach Feierabend; zu Hause, dienstlich tätig bin und das nicht vergütet bekomme, verdiene ich entweder genug oder bin selber schuld!

    heig

    Hmmm, ganz so einfach sehe ich es eben gerade nicht!

    Die Digitalisierung unserer Arbeitswelt hat in den letzten 10 Jahren enorm zugenommen. Die Tatsache, dass Firmen nicht mehr nur Wert auf einen Internet-Auftritt, sondern inzwischen auch auf eine starke Präsenz in den sozialen Netzwerken legen, führt schleichend zu einer Veränderung der Arbeitswelt.

    Da kann es eben durchaus darum gehen, eine wichtige Sache als Erster im Netz zu veröffentlichen, ohne eine Extra-Vergütung, dafür aber kassiert man dafür sicherlich andere "Lorbeeren". Und wenn erst einmal ein eifriger Kollege gewisse Maßstäbe gesetzt hat, kann es passieren, dass jeder, der da nicht gleichziehen mag, als nicht engagiert genug bewertet wird.

    Gruß

    Jutta

  • als Betriebsrat handelst du im Rahmen von Beschlüssen. Wie das von zuhause aus bei schnellen Kommentierungen oder Stellungnahmen möglich sein soll, entzieht sich meiner Kenntnis. Bei Facebook, Twitter und Co. wirst du sicher viele, aber sehr wahrscheinlich nicht alle Beschäftigten erreichen. Oder sind alle Beschäftigten da als deine Freunde eingestellt? Insofern dürfte es sich dort um einen Nebenschauplatz handeln, wenngleich dieser auch in seiner Bedeutung zunehmen kann und vermutlich auch wird. Ohne Thematisierung im Gremium würde ich dort nicht als Betriebsrat agieren.

  • Hallo,

    ganz abgesehen davon, dass dieser Satz ....

    Zitat von Siegbert:

    (...) als Betriebsrat handelst du im Rahmen von Beschlüssen.

    ... so nicht stimmt, ist das angesprochene Problem ja eh ein anderes, es geht nicht um BR-Tätigkeit, sondern um AN, die außerhalb ihrer ArbZ über elektronische Medien für den AG erreichbar bzw. tätig sind.

    Wobei das Problem m.E. nicht zwingend Facebook oder Twitter ist, sondern generell die Ausbalancierung von Arbeit und Freizeit, bzw. die klare Abgrenzung zwischen den beiden Bereichen. Und das ist in Zeiten elektronischer Kommunikation und potentieller Dauerverfügbarkeit halt schwerer für viele. Und das ist natürlich ein Betätigungsfeld für BRe.

    Es soll Firmen geben, die dienstliche Mitteilungen an die Smartphones, Tablets etc. ihrer AN außerhalb der ArbZ zurückhalten bzw. die einen Zugriff auf IT-Ressourcen von außerhalb in der Freizeit der AN unterbinden. Z.B. VW.

    Grüsse Winfried

  • Hallo,

    ich glaube schon auch, daß es ein gefährliches Terrain ist, auf das man sich begibt, wenn man über alle möglichen Kanäle erreichbar ist. Die sogenannte Vertrauensarbeitszeit ist auch so eine Sache. Betriebsräte müssen aufklären und auf die möglichen Gefahren hinweisen, welche diese Mobilität birgt. Gerade im kreativen Bereich sind die Arbeitnehmer meistens davon begeistert immer und überall arbeiten zu können. Aber der Arbeitsdruck und die immer kürzer werdenden Produktionszeiten zwingen letztendlich den Mitarbeiter zur Selbstausbeutung und bevor er sich umsieht wandert er auf geradem Pfad in ein Burnout.

    Grüsse, B-Hörnchen

  • Hi,

    ich sehe das Thema auch als Heikel an, da sich heute immer mehr Pivates und Arbeit vermischt. Ich kenne es von Kollegen das diese mit ihrem Privatem Twitter Account für die Firma Twittern. Das match das ganze so schwer zuordnenbar.

    Ich finde es aber sehr wichtig sich darüber gedanken zu machen!

    Gruß Klaus

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen