Beiträge von Paragraphenreiter

    "Bei einem nicht unerheblich veränderten Anfahrtsweg kann eine Ortsveränderung auch innerhalb der Gemeinde (schlechtere Verkehrsverbindung) für eine Versetzung ausreichen, ..."

    Ok, das hatte ich so nicht auf dem Schirm.

    Ich war da jetzt irgendwie beim Lieschen Müller, die mit ihrem Büro vom EG in den 3. Stock umzieht (also auch innerhalb des arbeitsvertraglich festgelegten Arbeitsortes). Ich räume aber ein, dass das nur sehr bedingt vergleichbar ist. ;)


    Hiermit...

    Es ist sicherlich nicht "automatisch" eine Versetzung. In meinen Augen kann es aber sehr wohl eine Versetzung sein, deren Überprüfung letztendlich einem Gericht obliegt.

    ...kann ich mich aber gut anfreunden.

    Die Geschichte ist eine moderne Sage, aber ich erzähle sie sehr gerne für wahr. Vor allem Leuten, die noch ihren PIN am Handy eingeben, während ich meinen Terminkalender schon wieder in die Tasche gesteckt habe...

    :D

    Ich bin da sozusagen ein Kind zweier Welten, also jemand der um den Monitor des PC herum ungefähr 2 Dutzend Post-it kleben hat. ;) Also auch ich weiß den guten alten Notizblock durchaus zu schätzen.

    In diesem Fall ist es aber so, dass Du zwar schon weißt wann Du gut Urlaub nehmen kannst, während der andere noch die PIN am Handy eingibt (falls er keine Fingerabdruck- oder Gesichtserkennung hat), allerdings hat der dann über die App den Urlaub auch gleich beantragt, während Du noch (mit Bleistift oder Space Pen) Deinen Urlaubszettel ausfüllst. ;)

    Aber von Seiten des BR sehe ich wie Moritz hier eine Versetzung.

    und mit welcher Begründung?


    Der Arbeitsweg ist völlig Wurscht. Wenn der sich ändert weil ich umziehe ist das auch keine Versetzung. Die Frage ist lediglich ob sich der arbeitsvertraglich festgelegte Arbeitsort ändert und das ist nicht der Fall.

    AN hat einen Arbeitsvertrag mit Festlegung „dezentralized“ (der Begriff ist nicht weiter definiert) und einer benannten Kleinstadt.

    (...)

    die neue Führung des AG möchte, dass der AN entweder in ein etwas billigeres Büro innerhalb der im Arbeitsvertrag benannten Kleinstadt zieht,

    Und wenn sich die Umstände unter denen die Arbeit zu leisten ist, im neuen Büro nicht erheblich von den Umständen im alten Büro unterscheiden, wie willst Du das dann als Versetzung verkaufen?

    Tatsächlich hatten wir gerade eine ähnliche Versetzung (allerdings hat unser AG uns diese auch als Versetzung vorgelegt).

    Dabei geht es um eine MA die zukünftig zu Beginn jedes Quartals für 3 Wochen in einer anderen Abteilung mitarbeiten soll.

    Auch hier geht es immer nur um ein paar Wochen, allerdings wiederkehrend und das reicht ja schon.

    Selbstverständlich ist der Weg von einer Tätigkeit mit festem Arbeitsbereich zu einer Tätigkeit mit wechselndem Arbeitsbereich eine Versetzung, da sich die Umstände unter denen die Arbeit zu leisten ist erheblich ändern.

    D.h. Ihr könnt zwar nicht sagen: "Das ist eine Versetzung, weil der über einen Monat in einer anderen Abteilung arbeitet."

    Aber Ihr könnt sagen: "Das ist eine Versetzung, weil der jetzt seit über einem Monat in verschiedenen Abteilungen tätig ist und nicht mehr nur in einer, so wie vor der Versetzung."

    Aber selbstverständlich. Eine Verdreifachung des Anfahrtsweges (bei hier schon 30 min) ist mit Sicherheit als "erhebliche Veränderung der Umstände" zu bewerten. Also Versetzung sähe ich durchaus.

    Das sehe ich nicht so.

    Ich denke wir sind uns dahingehend einig, dass die An- und Abfahrt zum/vom Arbeitsplatz nicht Bestandteil der Arbeit ist.

    und wenn man den Satz 1 vom Abs. 3 des § 95 BetrVG ganz ließt, steht da:

    "Versetzung im Sinne dieses Gesetzes ist die Zuweisung eines anderen Arbeitsbereichs, die voraussichtlich die Dauer von einem Monat überschreitet, oder die mit einer erheblichen Änderung der Umstände verbunden ist, unter denen die Arbeit zu leisten ist."

    Hervorhebung durch den Zitierenden

    D.h. für mein Verständnis können sich die Umstände unter denen die Arbeit zu leisten ist nur auf die Umstände am Arbeitsplatz beziehen, nicht aber auf den Anfahrtsweg (weil der eben keine Arbeit ist die geleistet wird). D.h. solange sich im neuen Büro die Umstände unter denen die Arbeit zu leisten ist nicht erheblich ändern, ist dies keine Versetzung.

    Natürlich haben wir hier die Zuweisung eines anderen Arbeitsbereichs, allerdings liegt dieser "andere Arbeitsbereich" innerhalb des arbeitsvertraglich festgelegten Arbeitsbereiches, womit ich auch aus dieser Perspektive keine Versetzung sehen kann. (weil innerhalb des arbeitsvertraglich festgelegten Arbeitsbereiches bestimmt der AG den Arbeitsort nach billigem Ermessen § 106 GewO).

    Schön wärs.... ich kann zu Urlaubsprogrammen nichts sagen, bei uns ist es auch noch in Papierform. Aber wir haben Dienstplanprogramme, die dem Planer natürlich Verstöße gegen Gesetze usw. anzeigen, aber "pling", ein Knopfdruck und schon geht es...

    Also bei unserem Dienstplanprogramm geht das nicht.

    ...und woher weiß ich das? Naja, weil wir halt unsere Mitbestimmung wahrgenommen haben. Wir waren von der Einführung an eingebunden, ich selbst war bei der Präsentation des Dienstplanprogramms durch der Hersteller anwesend und konnte alle wichtigen Fragen stellen und eine BV gibt es dazu natürlich auch. Auch prüfen wir selbstverständlich alles was das Programm ausspuckt, denn ob der AG nun ein Blatt Papier oder eine Software zum Erstellen des Dienstplans benutzt ändert ja nichts daran, dass wir diesem zustimmen müssen. (und tatsächlich gab es seit der Einführung der Software an keinem Dienstplan etwas zu beanstanden).

    So kann ich gezielt nach Zeiträumen gucken, in denen wenige Urlaube liegen und spare mir Frust und Auseinandersetzungen. ;)

    Das geht mit dem Programm übrigens auch (per App auf dem Smartphone), nur das Du keine Namen siehst.

    Allerdings könnte das bei Deinem Festnetztelefon mit Wählscheibe schwierig werden.... 8o

    Also ist er neulich an uns herangetreten mit der Idee, das alles per Excel-Tabelle zu erledigen.

    Da würde ich ihm sagen, dass das 1992 bestimmt eine gute Idee gewesen wäre...


    unser neuer Einrichtungsleiter hat ein nachvollziehbares Interesse daran, dass er eine (möglichst immer) aktuelle Übersicht über geplanten und genommenen Urlaub und sonstige Abwesenheitszeiten aller MA hat.

    Dafür wäre ein Dienstplanungssoftware hervorragend geeignet ;)

    Da gibt es für jede Branche (auch Pflege) passende Angebote. Eine Empfehlung kann ich Dir da aber nicht geben, da es sehr von den Anforderungen abhängt, was das richtige Angebot für Euch wäre.

    Bei einem seriösen Angebot ist der Datenschutz gewährleistet und die Software lässt auch keine Diensteinteilungen zu, die gegen das ArbZG verstoßen. Urlaubsanspruch und Zuschläge (für Nacht- oder Sonntagsarbeit) werden automatisch berechnet usw. usw.

    Und das noch jemand anderes außer dir am Jobrad verdient geht dir so gegen den Strich, dass du lieber auch auf die Ersparnis verzichtest und dein Rad selber kaufst. Aber Achtung: der Händler und der Hersteller machen auch dabei Gewinn ;)

    Wie kommst Du denn jetzt auf das schmale Brett?

    Das war hier doch nie das Thema. Es ging doch erstmal darum, ob sich ein Jobrad überhaupt lohnt, bzw. dass es gute und schlechte Jobrad-Angebote gibt.

    Gute, die sich für den MA lohnen und schlechte die sich eigentlich nur für den AG lohnen.

    Dann hat der Suppenkasper die steile These aufgestellt, dass sich das für den AG nie wirklich lohnt, weil der Verwaltungsaufwand so hoch wäre. Das hier jetzt vorgerechnet wird, dass es sich für den AG eben doch lohnt, hat doch nichts damit zu tun...

    neidisch auf das Eingesparte des AG zu schauen

    Aber kann der Azubi XY, der im Bereich Gamma eingesetzt wird, die Kollegin YZ (Bereich Beta) ersetzen?

    Das wird Dir hier niemand beantworten können.

    Alleine schon, weil niemand weiß was die Bereiche Beta oder Gamma eigentlich ausmacht. Ist das eine räumliche Aufteilung und Beta ist in Berlin und Gamma in München? Und was macht die Kollegin YZ eigentlich? Muss die für ihre Tätigkeit bei Beta vor Ort sein? Natürlich könnte man sie dann nicht von Gamma aus vertreten. Oder ist es egal, ob sie in Berlin oder in München vor dem PC hockt? Dann könnte sie freilich von Gamma aus bei Beta vertreten werden.

    Oder ist das ganze am selben Ort und eine organisatorische Aufteilung? Oder sogar beides?


    Das schlauste wäre wohl einfach mal den Arbeitgeber zu fragen warum er das so machen will und wie er sich das in der Praxis vorstellt.


    Ach und...

    Sachgrundbefristung ist klar, würde aber vom zuständigen Personalbereich so nicht gemeldet.

    dem Betriebsrat wird folgender Text gemeldet:


    Wir beabsichtigen Azubi XY im Bereich Gamma befristet für 12 Monate einzustellen, als Ersatz für Kollegin YZ, die sich dann in Elternzeit befindet.

    Ähhh, was erwartest Du? Dass HR in güldenen Lettern das Wort Sachgrundbefristung als Überschrift auf das Schreiben an den Betriebsrat klöppelt?

    Hier wurde in einem Satz sowohl die Befristung, als auch der Sachgrund angegeben. Also wurde es vom zuständigen Personalbereich auch korrekt als Sachgrundbefristung gemeldet.

    Das Einstellen von einem oder zwei Mitarbeitern macht ja auch Arbeit. Weil die zwei Planstellen müssen ja auch erst mal genehmigt werden. Vor allem schmälert es ja den Gewinn weil die eingesparten Sozialabgaben sind ja Ergebnis relevant.
    Vor allem in Großunternehmen, dann noch in der aktuellen Zeit, tut man sich bei zusätzlichen Mitarbeitern da durchaus schwer.

    Das mag ja alles sein, ändert aber nichts daran dass die Aufwendungen für die Verwaltungsarbeit unter dem Strich geringer sind, als die Ersparnis bei den Sozialabgaben.

    Mal im Ernst, würde der Verwaltungsaufwand mehr Kosten verursachen, als bei den Sozialabgaben gespart wird, gäbe es keine Jobräder. Oder höchstens bei ein paar sehr progressiven Arbeitgebern, die bereit sind dafür Geld auszugeben, obwohl sie es nicht müssten.

    Bei der großen Anzahl an Arbeitgebern, die inzwischen ein Jobrad anbieten, ist es ja eine nette Vorstellung dass die alle den Mitarbeitern und der Umwelt zuliebe bereit sind Geld auszugeben, aber sehr realistisch ist das nicht. Wir wissen doch alle, dass die Anzahl der Arbeitgeber, die fast alles dafür tun um am Ende vom Monat 3,50€ zu sparen, größer ist.

    Natürlich gibt es beides. Daher kommen gute und schlechte Jobrad-Angebote. Ein Arbeitgeber dem zufriedenen Mitarbeiter und Umweltschutz wichtig sind, macht ein gutes Jobrad-Angebot wo er vielleicht sogar noch was drauflegt. Ein Arbeitgeber der was sparen will macht ein schlechtes Jobrad-Angebot eben weil er damit was spart. Wäre das nicht so, würde er gar kein Jobrad-Angebot machen.

    Wenn da mal 10K oder 15K Verträge da sind ist ist das einiger Aufwand beim Arbeitgeber.

    Wenn da mal 10K oder 15K Verträge da sind, dann spart der AG auch 10K oder 15K mal Sozialabgaben.

    Dann kann er problemlos jemanden Vollzeit für diesen Aufwand einstellen und hat am Ende immer noch einen Haufen Geld gespart.


    Natürlich ist das ganze mit einem gewissen Verwaltungsaufwand verbunden, aber die Aufwendungen für diesen sind halt einfach geringer als die Ersparnis bei den Sozialabgaben. Letztendlich ist das der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Jobrad-Angebot.

    Bei einem guten Jobrad-Angebot deckt der AG mit der Ersparnis bei den Sozialabgaben seine Verwaltungskosten und gibt den Rest der Ersparnis an die MA weiter.

    Bei einem schlechten Jobrad-Angebot gibt der AG nichts weiter und behält die Ersparnis für sich.

    (und natürlich gibt es das in allen Abstufungen dazwischen)

    Kannst du bitte mal erläutern wie der AG hiervon profitieren soll? Der AG spart einen kleinen Betrag AG-Anteil zur Sozialversicherung,

    Naja, die Frage hast Du Dir ja schon selbst beantwortet. ;)

    Der Verwaltungsaufwand ist tatsächlich so gering, dass der AG unter dem Strich trotzdem was spart. (bei schlechten Jobrad-Angeboten).

    Unser Gewerkschaftssekretär hat mir das vor Jahren mal detailliert vorgerechnet. Hab ihn damals gefragt warum unser TV keine Entgeltumwandlung zwecks Jobrad zulässt (Einige MA hatten damals Interesse daran). Verdi hat bis vor kurzem Entgeltumwandlung zwecks Jobrad strikt abgelehnt, weil eben bei vielen Angeboten nur der AG ein paar Sozialabgaben spart, der MA aber unter dem Strich keinerlei Ersparnis hat, oder sogar mit einem privaten Leasing günstiger wegkommt.

    Erst in den gerade gelaufenen Tarifverhandlungen hat man sich auf eine Entgeltumwandlung zwecks Jobrad einigen können. Wie die genau aussieht weiß ich aber noch nicht. Das Ergebnis der Schlichtung wurde zwar angenommen, aber die sog. redaktionellen Verhandlungen laufen noch. Bin gespannt.

    So groß ist die Steuerersparnis nicht.

    Evtl. solltest Du die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass Euer Jobrad-Angebot einfach scheiße ist. Aber das gilt doch dann nicht automatisch für alle Jobrad-Angebote.

    ...man soll ja nicht von sich auf andere schließen... ;)

    Meiner Meinung nach wäre es unseriös dazu eine pauschale Aussage zu machen.

    Letztendlich muss man sich genau anschauen was angeboten wird und muss es für sich selbst durchrechnen.

    Es gibt durchaus Jobrad-Angebote von denen nur der AG profitiert, es gibt aber auch welche die sich lohnen.

    Die Frage ist ja auch wie man das Jobrad-Angebot selbst nutzen will. Will man das teure E-Bike 3 Jahre als Jobrad leasen und dann übernehmen (weil man so etwas billiger wegkommt), oder will man für die nächsten 20 Jahre alle 3 Jahre ein neues Fahrrad leasen? Beim selben Angebot ist es möglich, dass sich das eine lohnt, während man beim anderen draufzahlt.

    Also: Angebot genau prüfen, rechnen, entscheiden.

    Was auch geklärt werden sollte ist der ursächliche Streitgegenstand

    Das ist doch hier der springende Punkt.

    Ist der Streitgegenstand, dass die Azubine sowas gesagt hat wie: "Die Kollegin sieht in ihrem neuen Kleid voll fett aus", dann wird sich das evtl. irgendwie klären lassen.

    Ist der Streitgegenstand aber, dass die Azubine beim Koitus mit dem Ehemann der Kollegin erwischt wurde sieht das ganz anders aus. Dann ist die Bedrohung nicht das eigentliche Problem, sondern die Konsequenz des eigentlichen Problems.


    Letztendlich ist das doch mal wieder so ein Fall der sich nur sinnvoll beurteilen lässt wenn man wirklich alle Fakten kennt.

    Wie seht ihr das? Klar bin ich von der Gewerkschaft aufgestellt worden aber das heißt doch nicht das man nach deren Nase tanzen muss.

    Nein, natürlich heißt es das nicht.

    Wie bei allen Dingen ist das Maß entscheidend, oder wie Paracelsus sagt, die Dosis macht das gift.

    und das hier...

    im Büro Werbeartikel zusammenzustellen, als wäre ich am Fließband um die neuen Mitglieder zu begrüßen.

    ...hat sicher nichts mehr mit einem "gesunden Maß" zu tun.

    Letztendlich liegt es ja an Dir. Du musst für Dich entscheiden in welchem Ausmaß Du bereit bist Gewerkschaftsarbeit zu leisten und dieses dann der Gewerkschaft auch klar kommunizieren.

    Mir ist das mit den ganzen Flyern und Werbe-Papierkram auch mal zuviel geworden (vor Jahren schon), da hab ich unseren Gewerkschaftssekretär angerufen und ihm gesagt "Hömma Arne, Du Baum tötender Umweltversager, Du kannsch mir dei Zeuch au in digitaler Form per EMail schicke, mir sin hier net im Mittelalter. Mir braucht des net uff Leiche von unschuldige Bäum nuff druckt."

    Seit dem kein Werbematerial in Papierform mehr. (Heutzutage hat man das ja in digitaler Form sowieso schneller und effektiver verteilt).